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Thema: Was ist Kunst? (Gelesen 5416 mal) |
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #30 am: 18. Aug. 2006, 08:07 Uhr » |
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"So betrachten 2 Personen,1 Bild!Und sehen darin doch 2 veschiedene Dinge!" So ist das mit der ganzen Welt! 6 Mrd. Menschen sehen 6 Mrd. mal die ein und dieselbe Welt anders... und dann interpretieren sie diese auch nochmal anders.... Was ist also Wahrheit? Die Kunst lebt übrigens von der Täuschung, das ist legitim und ihre Aufgabe, und so kann der oder die schnell auch ent-täuscht werden. Gruss MultiVISTA, der einzig wahre Blick auf das Sein.. aus meiner Sicht zumindest
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #31 am: 02. Sept. 2006, 12:37 Uhr » |
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Gefunden: Zum Herrscherbild gehörte einst das Pferd. Ein Insigne von Macht und Dynamik. Heute erfüllt diese Rolle die Kunst, sagt Wolfgang Ullrich. Wer über zeitgemäße Umgangsweisen mit Kultur im Allgemeinen oder Erzeugnissen bildender Kunst im Besonderen nachdenken will, sollte es keinesfalls versäumen, die Essays des 1967 geborenen Kunsthistorikers Wolfgang Ullrich wahrzunehmen. Hier ist ein Autor, der sich sehr gut auskennt in den historischen und zeitgenössischen Kunstdiskursen, der dies Wissen aber nicht dazu nutzt, sich als Musterschüler der Kultur zu präsentieren. Die so häufig anzutreffende pauschale Kunstschwärmerei ist ihm ebenso fremd wie der immer wieder aufflackernde Traum von einer einheitsstiftenden oder zumindest gegen die kalte Realität opponierenden Kunst. Ullrich plädiert in seinen theoretischen Essays dafür, den Kunstbegriff tiefer zu hängen (was das genau bedeutet, wird man noch sehen). In seinen an überraschenden Querverbindungen und interessanten Materialfunden reichen Untersuchungen zeigt er zugleich, zu welchen Einsichten solch ein abgespeckter Begriff der Kunst führen kann. In der Studie "Mit dem Rücken zur Kunst" befasst sich Ullrich mit Selbstdarstellungen von Politikern und Managern. Das Buch hat ihn einem breiten Leserkreis bekannt gemacht - innerhalb von sechs Jahren gab es sechs Auflagen, was für kulturwissenschaftliche Abhandlungen sicherlich bemerkenswert ist. Zu den verblüffendsten Einsichten dieser Untersuchung gehört die Beobachtung, dass zeitgenössische Kunst in aktuellen Porträtaufnahmen von Machthabern in etwa den Platz einnimmt, den in klassischen Herrscherbildern das Pferd innehatte. Das klingt zunächst wie eine hübsche Pointe, aber an diesem Beispiel lassen sich gut die besonderen Tugenden des Autors festmachen. ...
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #32 am: 02. Sept. 2006, 12:38 Uhr » |
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.... Der Ausgangspunkt der Überlegungen ist einfach. Ullrich war aufgefallen, dass auf vielen Politiker- und Managerfotos Kunst den Bildhintergrund bildet. Ob Gerhard Schröder, 1998 noch als Kanzlerkandidat im Wahlkampf, vor Lienhard von Monkiewitschs Bild "Komposition mit dem Zufall", ob Hans-Otto Pöhl im Sitzungssaal der Deutschen Bundesbank vor einem wandfüllenden A. R. Penck, ob Verleger Hubert Burda vor einem Willi Baumeister (und Ullrich findet viele andere Beispiele mehr) - zum aktuellen Herrschaftsbild der Berliner Republik scheint es zu gehören, sich vor ein abstraktes Gemälde zu stellen, am besten eines der Neuen Wilden Malerei. Das ist seltsam genug, gilt zeitgenössische Kunst doch gemeinhin als schwer zugänglich, was sich nicht positiv auf die Popularitätswerte der dargestellten Personen auswirken könnte. Dass da keine Imageberater intervenieren! Aber die Zeiten, in denen man bundesdeutsche Kanzler mit zweitklassiger Landschaftsmalerei in Verbindung bringen konnte, wie das bei Helmut Kohl noch möglich war, scheinen endgültig vorbei zu sein. Ullrich weist überzeugend nach, dass diese Symbiose von Kunst und gesellschaftlichem Führungspersonal eine innere Logik hat. Sie fußt auf den Strukturähnlichkeiten, die es zwischen den beiden Bereichen mittlerweile gibt und die sich bis in die profane Textgattung von Stellenanzeigen hinein auswirken. Ullrich: "Wird Personal für das Management gesucht und das gewünschte Persönlichkeitsprofil beschrieben, so dominieren dieselben Adjektive wie in den Kommentaren zu moderner Kunst: Dynamisch, offen, kreativ, innovativ, mutig, konsequent soll sein, wer eine Position erstrebt, mit der Macht verbunden ist." Künstler einerseits und Manager sowie Politiker andererseits haben also den gleichen Anforderungen zu genügen, auch wenn beiden Berufsgruppen die Ähnlichkeit noch gar nicht aufgefallen sein sollte. Schaut man sich mit Ullrich weiter an, welche Traditionen hier wirken, hat man den Bogen zum Pferd geschlagen. Um die Führungskraft und Souveränität des regierenden Fürsten und Kriegsherrn zu unterstreichen, wurde er in Gemälden jahrhundertelang auf ein dynamisches und kraftvolles Ross gesetzt, klassischerweise so, dass das Pferd eine Levade vollführt, also beide Vorderbeine erhoben hat, der Fürst aber dennoch nur mit der linken Hand den Zügel führt; mit der rechten Hand kann er immer noch souverän die Marschrichtung anzeigen, so mühelos beherrscht er das sich aufbäumende Tier (idealtypisch ausgeführt wird diese Pose in dem Reiterbildnis des Grafen Olivares von Velázquez). Solche Traditionen der "heldenhaft-tapferen Avantgarde" sind inzwischen längst auf den Bereich der Kunst übergegangen. Die Pointe von Ullrichs Studie: "In Zeiten, in denen die Identifikation mit militärischen Tugenden außer Mode gekommen ist und fast überall einen schlechten Eindruck macht, bietet sich die Kunst damit als edler Ersatz an; dank der ,Pioniere' der künstlerischen Moderne wurden ein martialischer Habitus und das forsche Vokabular, das man direkt aus der Sprache des Krieges übernahm, von Assoziationen mit Blut und Grausamkeit weitgehend gereinigt, so zu neuer Unschuld gebracht und wiederverwendbar gemacht. Damit schmeichelt die Kunst denjenigen, die sich selbst gerne als die Helden der Gegenwart sehen, und sie taugt als Symbol für eine moderne, aufgeschlossene, aktiv-selbstbewusste und gelegentlich auch offensiv-vorpreschende Lebensart." Der militärische Führer des Mittelalters oder der Frühen Neuzeit zu Pferde und der Politiker oder Manager der Gegenwart vor einem abstrakten Gemälde demonstrieren denselben Anspruch: dem Gros der Fußtruppen beziehungsweise der Gesellschaft zeigen zu können, wo es langgeht. Der Baselitz, Bisky oder Penck von heute ist der Schimmel oder Araber von damals. Auf so eine Verknüpfung muss man erst einmal kommen. Das würde man gewiss nicht, wenn man den Selbstbeschreibungen der zeitgenössischen Kunst vertraute. Das mit dem Vorwärtspreschen mag ihr noch schmeicheln. Dass sie genau damit aber zum dekorativen Requisit in der zeitgenössischen Innenausstattung der Macht taugt, wohl nicht. Dieses Vorgehen ist beispielhaft für Ullrichs Ansatz. Die Selbstbeschreibungen der Kunst hat er parat, aber er will hinter sie gelangen, auf die Ebene, auf der man behandeln kann, wie tatsächlich mit Kunst umgegangen wird und was sie wirklich bewirkt. Das häufig von Künstlern vorgetragene Selbstverständnis, sich allein qua Künstlersein in einer anderen Sphäre als der der Macht zu bewegen, scheint jedenfalls eher ein frommer Wunsch als Realität. Ullrich ist ein fleißiger Kombinierer. An Gattungsgrenzen hält er sich nicht und an die Unterscheidung von E- und U-Kultur schon gar nicht. Obwohl noch nicht einmal vierzig, kann er schon eine beeindruckende Publikationsliste vorweisen - eine Produktivität, zu der sein Status als nahezu klassischer freischwebender Intellektueller beitragen mag. Ohne feste Stelle verdient er sein Geld mit einem Mix aus Lehraufträgen, journalistischen Arbeiten, Vorträgen und Unternehmensberatungen. So wie er in "Mit dem Rücken zur Kunst" aktuelle Zeitschriftenfotografie mit klassischen Bildanalysen und kunsttheoretischen Ansätzen zusammenbringt, so reichert er in der "Geschichte der Unschärfe" eine materialreiche Geschichte der Fotografie mit Einblicken in die aktuelle Werbeästhetik und Überlegungen zur modernen Lebenswelt an; Erkenntnisziel ist, zum Lebensgefühl vorzustoßen, das sich in den derzeit häufig in Magazinabbildungen und Anzeigen zu findenden unscharfen Bildern ausdrückt. In "Bilder auf Weltreise" untersucht er die Wechselbeziehungen der weltweiten Bildproduktion unter Berücksichtigung der Piktogramme Otto Neuraths, der Propaganda des sozialistischen Realismus und der niedlichen Bildfindungen Walt Disneys. In "Was war Kunst?" erläutert er insgesamt elf zentrale Begriffe wie "L'art pour l'art", "edle Einfalt und stille Größe" oder "erweiterter Kunstbegriff" - dass sich die Kunst nicht auf einen Begriff allein bringen lässt, ist die dahinterstehende These. Essays über Heidegger, das Phänomen des Popstars, den Kunstmarkt und viele andere Themen hat Ullrich außerdem geschrieben. Ullrich ist mehr als nur ein Autor mit einem weiten Horizont, der sich nicht festlegen lassen will. Seine Essays handeln auch stets von der Freude des Findens im weiten Universum unserer Kultur. Kein Wunder, dass ihm Verfallsgeschichten vom Ende der Kunst oder ihrer Bedeutung so fremd sind. Er findet immer noch eine interessante Fragestellung, einen bedenkenswerten Seitenaspekt, ein spannendes Phänomen. Verfallsgeschichten wertet er überhaupt als Rückprojektionen überzogener Ansprüche in vergangene Jahrhunderte. Ein goldenes Zeitalter der Kunst, dem gegenüber die Gegenwart als defizitär zu beschreiben wäre, hat es für Ullrich nie gegeben. Allerdings ist Wolfgang Ullrich bei aller Findelust alles andere als ein Emphatiker. Wie die beiden Zitate zeigen, pflegt er einen ruhigen, sachlichen, abgekühlten Stil. Erstaunlich ist das insofern, als schon in dem Setting mit Pferd, moderner Kunst und Machthabern alles bereitliegt, um groß auszuholen, auch mit starken Entlarvungsgesten gegenüber Avantgarden. Doch solche Schreibbewegungen wird man bei Ullrich vergebens suchen, ebenfalls die ansonsten bei Kunstbetrachtungen verbreitete Praxis des Hochjubelns oder Herunterschreibens. Er schreibt nicht aus einer Position des Renegaten oder der des Anklägers heraus, sondern aus der eines informierten, coolen, etwas abseits stehenden Beobachters, der wissen will, was Sache ist. Ein weiterer Aspekt seines kunstkritischen Schreibens lässt sich aus dieser Konstellation herauslesen: der antiautoritäre Impuls. Ullrich ist ein Autor, der sich nicht foppen und auch nicht einschüchtern lassen will. Machtgesten sind ihm suspekt, und er hat eine große Sensibilität dafür, sie an Orten aufzuspüren, an denen man sie zunächst nicht vermutet: im Verhältnis von Künstlern zu den Rezipienten. In seinen wichtigsten Aufsätzen in "Tiefer hängen" macht sich Ullrich Gedanken über den heutigen Umgang mit der Kunst und über die in Deutschland so wirkmächtigen kulturreligiösen Traditionen. Zentral arbeitet er sich dabei an einem Zitat Schopenhauers aus der "Welt als Wille und Vorstellung" ab: "Vor ein Bild hat jeder sich hinzustellen wie vor einen Fürsten, abwartend, ob und was es zu ihm sprechen werde; und wie jenen auch dieses nicht selbst anzureden: denn da würde er nur sich selbst vernehmen." Das Kunstwerk als "eine Hoheit, der der Betrachter nur im Bewusstsein seines niedrigen, abhängigen Standes schüchtern gegenübertreten darf", wie Ullrich das Zitat in seine eigenen Worte übersetzt? Das will dieser Autor nicht akzeptieren. Ullrich zeigt, wie bedeutsam das Schopenhauer-Zitat im kunsttheoretischen Denken werden konnte. Dass die Kunst über dem Betrachter stehe, findet er, zum Topos geworden, etwa bei Rilke und Adorno (in der "Ästhetischen Theorie" wird postuliert, dass der Betrachter "der Disziplin des Werks sich zu unterwerfen habe und nicht zu verlangen, dass das Kunstwerk ihm etwas gebe"), aber auch in so ominösen Foren wie der NS Frauen Warte: "Ein bekanntes Wort sagt, ein Kunstwerk sei wie eine Hoheit, man habe zu schweigen und zu warten, bis man angesprochen wird." Wie Ullrich im ersten Essay von "Tiefer hängen" das Schopenhauer-Zitat durch die kulturtheoretische Tradition wandern lässt, ist ein Kunststück für sich. Wie konnte das Zitat so bedeutsam werden? Ullrich diagnostiziert, dass im Zuge der Autonomwerdung von Kunst nicht einfach eine Befreiung von Regeln, sondern eine Verschiebung einsetzte: Die Regelpoetiken konnten sich zwar nicht mehr halten, stattdessen aber wurde die Rezeption von Kunst geregelt. Der Künstler wurde in seinem Schaffen frei, der Betrachter dagegen hatte sich unter dessen Genius zu stellen. Diese Verabredung will Ullrich nicht mehr einhalten, er kündigt dieses Verhältnis von Kunstwerk und Rezipient auf. Also ist das Motiv des "Tieferhängens" ganz wörtlich zu verstehen: Das Kunstwerk soll von der Höhe, in der es sich in der deutschen idealistischen und romantischen Tradition der Kunstbetrachtung befunden hat, abgenommen und auf der Höhe des Betrachters wieder angebracht werden. Die in der Rezeption durch die hochhängenden Bilder eingeübte und durch viele Kunstkommentare weitergegebene Machtgeste, dass der Kunst per se höhere Autorität zukomme, erkennt er nicht an. Diese Wendungen ließen sich bislang dahin gehend verstehen, dass hier ein Autor seinen eigenen Ansatz gegen die Ansprüche der Traditionen absichern möchte - die modernen Gemälde konnte er ja auch nur deswegen in der Pferdeposition erkennen, weil er sich nicht unter sie gestellt hat. Aber Ullrich geht weiter, er arbeitet an einer Kunstbetrachtung auf hohem Niveau, die sich außerhalb der Tradition stellt, in der die Kunst mit gewaltigen Hoffnungen bis hin zur Revolutionierung des Lebens durch Kunst belastet wurde. So ganz nebenbei kassiert er dabei viele Grundmotive der kunstreligiösen Aufladung von Kunst. Zwei dieser Motive geht Ullrich direkt an: zum einen die Sicht, die Kunstrezeption in der Semantik eines Ausnahmezustands auslegt, als prinzipielle Erschütterung des Seinsverhältnisses des Betrachters etwa oder als wesenhafte Irritation seiner Wahrnehmungsstrukturen; zum anderen die Theorie, dass Kunst als Fundamentalopposition zur Wirklichkeit fungiere. Beide Motive seien an ein Ende gekommen. Im ersten sieht er wiederum einen autoritären Versuch der Gängelung des Rezipienten, der aber mit Ausnahmezuständen wenig zu tun hat. Und auch das Motiv der Fundamentalopposition trifft für Ullrich nicht mehr die Bedürfnisse der Kunstrezipienten. Die "Abneigung gegenüber dem Ausnahmezustand" sei "bester Beleg dafür, dass das Zeitalter der Entfremdung vorbei ist, ein Großteil der Menschen also kein Verlangen mehr verspürt, den Alltag pauschal hinter sich zu lassen und zum großen Dementi aufzurufen". Und an anderer Stelle heißt es: "Das Interesse an Fundamentalopposition ist ihnen in der freiheitlichen Wohlstandskultur abhandengekommen; die Kunst steht somit nicht mehr unter dem Druck der Totalverweigerung, sie muss nicht mehr - mit heiligem Ernst - Avantgarde sein, um die Menschen - wie eigentlich? - aus einer üblen, verdorbenen Welt zu führen." Diese gelassen ausgesprochenen Sätze stehen außerhalb der hierzulande eingeübten Bahnen der Kunstbetrachtung. Ullrich wertet Konsumkultur und Spaßgesellschaft keineswegs als Dekadenzphänomene, sondern analysiert sie als Indikatoren des erreichten Wohlstands unserer Gesellschaft. Und was bedeutete das für die Kunst, wenn die Zeit der Revolutionen und des Ausnahmezustands tatsächlich beendet wäre? "Man würde Museen bauen, sie aber kaum besuchen - oder würde sie besuchen, aber nur weil es sich gehört und einen guten Eindruck macht; man würde Werke zu hohen Preisen erwerben, aber dabei mehr die eigene Kaufkraft als die Kunst lieben; und man würde sich von Künstlern faszinieren lassen, die sich unangepasst geben, selbst jedoch durchaus zufrieden mit den bestehenden Verhältnissen sein. - Ist diese Zeit nicht schon längst angebrochen?" Gegen die kunstreligiöse Sicht bringt Wolfgang Ullrich drei Argumente in Anschlag: Sie ist autoritär, sie behindert eine interessante Beschäftigung mit den Phänomenen der Kunst, sie entspricht nicht dem erreichten Stand der Gesellschaft, die die Kunst insgesamt längst tiefer gehängt hat. Und was bleibt da für die Kunst? In dem Aufsatz "Zentrifugalangst und Autonomiestolz" in der Zeitschrift Neue Rundschau (Nr. 2, 1999) verabschiedet Ullrich die Tradition der Kulturkritik und nennt als zeitgemäße "Herausforderung für den Intellektuellen": "Nicht mehr eine strenge Unterteilung der Welt in Höherwertiges und Defizientes ist gefragt, und es fasziniert nicht mehr die gedankliche Ökonomie, die hinter einer solchen Unterteilung steckt; dafür verwendet man seinen intellektuellen Eifer darauf, einer ohnehin schon vielfältig-bunten Welt noch einen zusätzlichen Tupfer zu verpassen, indem man auf etwas bisher Übersehenes die Aufmerksamkeit zu lenken versucht, ohne deshalb jedoch anderes zu diskreditieren. Diese neue Intellektualität leistet sich den Luxus der Addition." Theorien und Deutungen seien pragmatisch als Hilfsmittel aufzufassen, "sich die Welt und vor allem die Gegenwart möglichst vielfältig interessant zu machen". Das hat Ullrich im Zusammenhang des Aufsatzes zwar nicht auf sich selbst gemünzt, aber man kann es als Beschreibung seines Motivs verstehen, sich mit Kunst zu beschäftigen. Unter immer neuen Fragestellungen will er die Phänomene der Kunst neu kombinieren, um sich und seinen Lesern die Gegenwart vielfältig interessant zu machen. Die Kunst tiefer zu hängen ist dafür die Voraussetzung. Und das Ergebnis sind so schöne Erkenntnisse wie die Verbindung von abstrakter Malerei und Fürstenpferd. (Der Text ist ein Abdruck aus der aktuellen Ausgabe des Merkurs, www.online-merkur.de) P.S. Wolfgang Ullrich: "Tiefer hängen - Über den Umgang mit der Kunst" - Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2003 Klappentext: "Tiefer hängen ist eine Polemik gegen das erhabene Bild von Kunst und Künstlern, das über Generationen vorherrschte. Die damit verbundenen hohen Ansprüche haben weder denen, die Kunst machen, noch denen, die sich damit beschäftigen, gutgetan. In der beginnenden Abrüstung des Kunstbegriffs und in den neuen Tendenzen im Umgang mit der Kunst, die manchem als deren Ende erscheinen mögen, sieht Wolfgang Ullrich dagegen Zeichen der Hoffnung: Endlich wird die Kunst tiefer gehängt!" Rezensionen: Die Zeit vom 13.11.2003: "Der Allesfresser Kunst hat sich überfressen", konstatiert Wilhelm Trapp und begrüßt deshalb Wolfgang Ullrichs polemische Essays als "Entlastungsangebot an die Kunst von außen". Schließlich, paraphrasiert Trapp den Autor, sei die Kunst erst seit dem 18. Jahrhundert jene ambitionierte, vielgesichtige, erhabene Fürstin, die sich nicht mit dem Dekorieren zufrieden gibt, sondern den Aufstand probt und sich zur moralischen Autorität aufschwingt - damals eine Befreiung, heute eine Einschränkung, weil jede Aura irgendwann verblasse und weil dort, wo die Revolte statutmäßiges Programm ist, selbige schließlich zur Geste werden muss. Außerdem sei es an der Zeit, dass der Kunstbetrachter aus seiner demütigen Haltung befreit werde. Also: Tiefer hängen, aufrechter gehen und bitte etwas weniger moralische Emphase. Und auch, wenn der Rezensent glaubt, dass die Kunst eigentlich für sich selbst sorgen kann, unterschreibt er Ullrichs Vorschlag gerne. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.10.2003: Wolfgang Ulrichs kritische Analysen des Kunstbetriebs, der kommerziellen und kulturellen Mechanismen, die unsere Wahrnehmung von Kunst bestimmen, sowie des Verfalls des Begriffs der modernen Kunst haben Rezensent Niklas Maak rundum überzeugt. Freilich kommt ihm nicht alles, was Ulrich in seinen Essays etwa gegen das Verkommen der Avantgarde zum Event oder gegen die Sprache der Kunstkritik vorbringt, wirklich neu vor. Maak erinnert in diesem Zusammenhang an Martin Warnkes "bahnbrechenden", 1970 erschienen Essay "Wissenschaft als Knechtungsakt", in dessen Tradition er Ulrich sieht. Die Qualität von Ulrichs Essays erblickt Maak vor allem in seinen "grandiosen Mikrobetrachtungen" - etwa wenn er beschreibe, was passiere, "wenn Mondrians Muster im Möbeldekor und Mode aufgehen". Dort wo Ulrich aufzeigt, wie das Geflecht von Wirtschaft und Ästhetik funktioniert, leistet er nach Ansicht Maaks echte "Pionierarbeit". Süddeutsche Zeitung vom 06.10.2003: Natürlich wird die moderne Kunst oft in ein "ästhetisches Reservat" geschoben, vor dem sich der Laie tunlichst zu verbeugen hat, meint Rezensent Holger Liebs. Und Wolfgang Ullrich finde tatsächlich "immer neue Abwandlungen dieser schnell zum Topos geronnenen Forderung". In seinen - bis auf eine Ausnahme alle schon veröffentlichten - Essays zerlege er den Kunstdiskurs geradezu "anatomisch" in seinen "Widersprüchen". Liebs zählt Ullrichs Anklagepunkte auf: Kunstjargon, bedeutungsschwangere "Überfrachtung", künstlerisch entwertende, an die Kunst gestellte Forderungen nach "Sozialkritik" und "Revolution". Doch Ullrichs Texte kranken nach Meinung des Rezensenten an "mangelnder Empirie". Und so wisse man, wenn Ullrich "Tiefer hängen!" rufe, oft nicht, von welcher Kunst die Rede ist. Neue Zürcher Zeitung vom 20.09.2003: Für den mit "upj" zeichnenden Rezensenten ist die Arbeit des Kunsthistorikers Wolfgang Ullrich auf jeden Fall ein sehr nützliches Buch - weiß der doch eine Menge Erhellendes "über die sukzessive Entleerung des Kunstbegriffs zu sagen". Die Konsumenten von Kunst sind seiner Meinung nach heutzutage fast zu Opfern geworden, und der Rezensent sieht hier Parallelen zu den kompensatorischen Verhaltensweisen von fashion victims oder zu den liebesromantischen Vorstellungen einer Madame Bovary. Opfer sind sie deshalb, weil sie sich "Erlösung aus ihrer Lebensleere mit einem überaus hoch gehängten Kunstbegriff erhofften", um damit "die letzten Reste einer aus dem Alltag vertriebenen Metaphysik einzufangen" und damit doch oft genug auf die Nase fallen. Ullrichs Kritik ist nach Meinung des Rezensenten jedenfalls nicht nur provokant, sondern dabei auch richtig substantiell. Und was denkt IHR?? WOZU Kunst? Zum Herrscherbild gehörte einst das Pferd. Ein Insigne von Macht und Dynamik. Heute erfüllt diese Rolle die Kunst, sagt Wolfgang Ullrich.
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #33 am: 05. Sept. 2006, 13:50 Uhr » |
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Ihr schreibt ja gar nix. Philosophie und Kunst schliessen sich wohl aus? oder gilt: "Kunst = Weglassen" Leonhard Frank
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #34 am: 06. Sept. 2006, 17:23 Uhr » |
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Gefunden: Zum Herrscherbild gehörte einst das Pferd. Ein Insigne von Macht und Dynamik. Heute erfüllt diese Rolle die Kunst, sagt Wolfgang Ullrich. Wer über zeitgemäße Umgangsweisen mit Kultur im Allgemeinen oder Erzeugnissen bildender Kunst im Besonderen nachdenken will, sollte es keinesfalls versäumen, die Essays des 1967 geborenen Kunsthistorikers Wolfgang Ullrich wahrzunehmen.
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #35 am: 07. Sept. 2006, 18:17 Uhr » |
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Schönen guten Tag, lieber MultiVista! Ich habe mir lange überlegt, mich überhaupt auf eine Stellungnahme einzulassen – denn sie muß aus meiner Sicht auf jeden Fall ziemlich kritisch ausfallen. Zunächst, weil mir Kunsthistoriker von vorneherein suspekt sind – im allgemeinen sagt diese Bezeichnung lediglich aus, daß der so Bezeichnete weder etwas von Kunst noch von Historie versteht. Genug der Polemik, das Pferd als Insignie der herrscherlichen Macht und der Kunst, die seine Stelle einnimmt, ist eine plakative Vereinfachung. Offensichtlich hat Ulrich übersehen, daß sich Herrscher von je her mit Kunst abgegeben haben, in dem Sinne, sich mit ihr zu schmücken – Beispiel: David Teniers d. J.(Antwerpen 1610 - 1690 Brüssel) mit seinem Gemälde „Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Galerie in Brüssel“ (Kunsthistorisches Museum Wien). Also erlaube ich mir zunächst, einige Richtigstellung bezüglich der Pferde und ihrer Darstellung im Laufe der Zeit vorzunehmen. Das Pferd in der Kunst hatte auch – aber nicht nur - die Aufgabe, die kriegerischen Attribute des Dargestellten – quasi als Einschüchterung seiner Gegner – zum Ausdruck zu bringen. Diese Darstellungsform wurzelt in der Antike, die seit ihrer Wiederentdeckung im Rinascimento (Giorgio Vasari) wieder Eingang in die europäische Kunst findet. In der römischen Antike – d.i. zunächst die Zeit der Republik - beispielsweise waren Reiterstandbildern ausschließlich erfolgreichen Feldherren vorbehalten – und diese mußten schon etwas Außerordentliches zur Rettung des Vaterlandes geleistet haben. Ein hervorragendes Beispiel für das, worauf ich hinauswill, bildet das bronzene Monument des Quintus Fabius Maximus Verrucosus, der Hannibal im zweiten punischen Krieg (218 – 201 v.Chr.) erfolgreich bekämpfen konnte – gerade hier kann das Pferd unmöglich als Ausdruck oder besondere Verherrlichung der Dynamik des Ausgezeichneten gemeint gewesen sein: immerhin ging Quintus Fabius als Zauderer – Beiname: Cunctator, wegen seiner abwartenden Taktik – in die Geschichte ein. Eine besondere Dynamik oder Herrscherattitüde kann man auch einem anderen berühmten Reiterstandbild der Antike – diesmal aus der römischen Kaiserzeit - nicht wirklich zuordnen: zwar zeigt es einen römischen Kaiser – auch einen, der fast sein Leben lang Kriege zur Befestigung der Grenzen des Reiches führen mußte, der aber der Nachwelt vor allem wegen seiner Selbstbetrachtungen als Philosophenkaiser in Erinnerung geblieben ist. Das Standbild des Caesar Marcus Aurelius Antoninus Augustus auf der Piazza de Campidoglio in Rom strahlt eine ruhige, fast distanzierte Gelassenheit aus - immerhin gilt der Imperator als einer der Hauptvertreter der späten Stoa. Bleiben wir zunächst bei den Standbildern: diese waren also in der Antike „üblich“, aber danach klafft bis 1447 eine riesengroße Lücke. Damals schuf Donatello das Reiterstandbild des Erasmo di Narni, der unter seinem Spitznamen „Honigkatze“ bekannt wurde. Gattamelata war allerdings ein Condottiere, der sich später zum Diktator aufschwang (Sein Reittier hebt nur eine Vorderhand – und steht damit sicher auf dem Podest in Padua). Es waren vor allem Condottieri, die ihre herrschaftliche Pose von hohen Ross herab demonstrierten, neben John Hawkwood (Reiterstandbild als Fresko von Ucello im Dom von Florenz) Niccoló da Tolentino (Reiterstand als Fresko von Andrea del Castagno, ebenda), oder auch der Mohr Ludovico Sforza, der sich für sein allerdings nie ausgeführtes Bronzestandbild Leonardo da Vinci als Künstler ausersehen hatte – allerdings zeigt keines dieser Reittiere eine Levade – alle stehen auf drei Beinen , nur eine Vorderhand maßvoll erhoben. Dieser Typus ist es vor allem, der später von Herrschern in der Darstellung bevorzugt wird: er soll Gelassenheit und Würde demonstrieren – das Gottesgnademtum des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation bedurfte keiner Dynamik – oder kannst Du Dir des Heiligen Römischen Reiches Erzschlafmütze auf einem levadierendem Gaul vorstellen? Selbst der von Tizian gemalte Karl V. läßt seinen Zossen in verhaltener Galoppade paradieren. Wenn man zeitgenössische Berichte – der Kaiser, in dessen Reich die Sonne nicht unterging, wird hier als Sieger der Schlacht von Mühlhaus dargestellt – hernimmt, zeichnet sich Tizians Gemälde vor allem durch aequalitas aus, es geht darum, eine so weit wie möglich wahrheitsgetreue Darstellung des Kaisers wiederzugeben, nicht um die Symbolik des Pferdes. Es war also vor allem die Wiederentdeckung der Antike im Italien des Quattro- und Cinquecento, die den armen Tieren den Schritt in das Rampenlicht ermöglichte – immerhin schreiben wir dort das Zeitalter der Renaissance… Bei genauer Betrachtung der Pferdes in der Kunst bleibt von der metaphernhaften Verwendung des Pferdes als Ausdruck von Dynamik oder als Symbol der Herrschaft – die ich auch in vielen anderen Fällen in Abrede stellen muß (Beispiele: Piero della Francesca, Benozzo Gozzoli, Gentile da Fabriano, Tintoretto…) - also nicht viel übrig. Auch zur Darstellung der Pferde tut eine Richtigstellung not: die Levade wird äußerst selten dargestellt – bei Standbilden ohnehin recht selten, weil technisch schwer zu bewerkstelligen (Dazu eine – wenn auch tragische Anekdote: das Reiterstandbild des Prinzen Eugen auf dem Wiener Heldenplatz zeigt zwar ein Pferd in der Levade, es stützt sich statisch gesehen allerdings hauptsächlich auf den ziemlich massiven Schwanz des Pferdes. Das ist zwar bei vielen Reiterstandbildern dieses Typus so, aber der Künstler, der seinen Ehrgeiz daran setzte, daß sich das Monument nur auf den Hinterbeinen halten sollte, verübte Selbstmord, als er den Schwanz zu Hilfe nehmen mußte…). Gerade hochgestellte Persönlichkeiten legten übrigens Wert auf Erhabenheit und Würde - daher waren Levaden ausgesprochen unerwünscht. Diese wurden bei Schlachtgemälden eingesetzt, um die Dynamik des Geschehens zu verdeutlichen. Kurz und gut: Herrschende bedienten sich nicht der Pferde, sondern der Kunst, um ihre herausragende Stellung zu dokumentieren – auch und gerade damals schon. Schließlich waren die Dürer und della Francescos, die Tizians und Tintorettos die „Hofphotographen“ der damaligen Zeit. Es ist also nicht das Pferd, sondern die Kunst... Und wie damals soll die Kunst es heutigen Managern, Politikern und was auch immer ermöglichen, einen renaissancehaften Zug zu entwickeln, die die puren Machtmenschen auch als Genußmenschen stilisieren soll. Der Gebrauch der Kunst als Stilmittel der Selbstinszenierung soll diese Menschen in eine Reihe mit den großen Geistern der Vergangenheit stellen, eine Geschmacksicherheit und Erhabenheit unterstreichen, die diese allerdings nicht besitzen – den Hinweis, daß sich die früheren Herrscher die Kunst tatsächlich selbst „leisteten“, brauche ich wohl nicht näher auszuführen… Damit aber bleibt die Kunst als Stilmittel der Selbstinszenierung lediglich eine geckenhafte Attitüde. Kunst war damals – und ist es offensichtlich heute wieder – Propaganda. Wer übrigens genau wissen will, wie gezielt man Kunst als Propaganda schon in der Renaissance einsetzen konnte, sollte nicht immer nach dem Magnifico Lorenzo schielen, bei Maximilian I. wird man da viel eher fündig… Abschließend bleibt also zu bemerken, daß Ulrichs Argumentation zwar recht griffig ist, diese Griffigkeit allerdings auf Leute beschränkt bleibt, die – siehe oben – weder von Kunst, noch von Geschichte eine Ahnung haben. Ullrich scheint mir jedenfalls das Pferd vom Schwanz her aufzuzäumen und folglich nicht der kompetente Mann zu sein, der mir schlüssig erklären kann, was Pferde in Gemälden oder Standbildern zu suchen haben – und wie die Kunst dazu kommt, heute die Pferde zu ersetzen. Schließlich waren alle diese Pferde Kunst! Der Bär PS: Dass ich auf die übrigen Sichtweise nicht eingehe, läßt sich aus verschiedenen Beiträgen meiner bescheidenen Pelzigkeit aus anderen Threads nachvollziehen.
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In all den Berichten über das Schlaraffenland steht nirgendwo, wer das Gekotzte nachher aufgewischt hat.
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MultiVista (Offline)
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #36 am: 13. Sept. 2006, 11:41 Uhr » |
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Den Artikel hatte ich -wie geschrieben- gefunden! Freue mich aber, dass er auf Resonanz stößt. Wichtiger erscheint mir das Thema Kunst hier in diesem Forum in Bezug auf die Philosophie bzw. der Zusammenhang von Kunst & Philosophie: »Die Kunst stellt Fragen, auf die die Wissenschaft niemals käme« Marcel Schwierin von der Biennale-Leitung Gilt das auch für die Philosophie? Stellt die Kunst auch solche Fragen, auf die die Philosophie nicht käme? Oder ist es nicht auch so, daß die Philosophie Fragen stellt, auf die von der materiell-kapitalistisch-abendländischen Kultur so schnell niemand käme? (siehe ggf. auch:"Wirtschaft als das Leben selbst" in: http://www.jungewelt.de/2006/09-12/048.php Grüsse MultiVISTA P.S. Schöner und getragener als Nietzsche in der Vorrede des "Zarathustra" kann man es nicht sagen: "Ich liebe die, welche nicht zu leben wissen, es sei denn als Untergehende, denn es sind die Hinübergehenden. Ich liebe die großen Verachtenden, weil sie die großen Verehrenden sind und Pfeile der Sehnsucht nach dem anderen Ufer." In diesen Sätzen ist die radikale Veränderung des Künstlerbildes im neunzehnten Jahrhundert kondensiert. Im Gegensatz zum Historismus, der das Vergangene und das Gegenwärtige einträchtig feiert, >>> fordert Nietzsche vom Künstler nichts weniger als Erlösung. <<<# "Die Künstler-Heroen sollen der Gesellschaft gegenüberstehen. Mehr noch, sie sollen sie verachten." aus: http://www.faz.net/s/Rub5C2BFD49230B472BA96E0B2CF9FAB88C/Doc~ED2E3FCCC15 D34DF49BAA69362D50D06A
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| « Zuletzt bearbeitet: 13. Sept. 2006, 12:59 Uhr von MultiVista » |
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Paradoxa
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #37 am: 13. Sept. 2006, 20:29 Uhr » |
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Was ist Kunst? Kunst ist (für mich) - kreative Kraft - Transformation von Energien - ein Verwandlungsprozess - (Neu)schöpfung
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winnie_the_pooh (Offline)
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #38 am: 14. Sept. 2006, 10:55 Uhr » |
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Schönen guten Tag, lieber MultiVista! Dass Du den Artikel gefunden ist, hab ich bemerkt – besides, auch ich lese Zeitungen, zumindest hin und wieder. Der Grund, warum meine Antwort so ausführlich war, liegt schlicht und einfach darin, aufzuzeigen, daß nicht alles was – egal ob in Buchform oder Zeitungsbeiträgen – gedruckt wird, unwidersprochen hingenommen werden muß. Ich nenne das praktische Philosophie: Dinge zu hinterfragen, um so – aufgrund eigenen Wissens und eigener Erfahrungen - zu einem Erkenntnisgewinn zu gelangen. Zurück zur Kunst! Auf einem eindrucksvollen Jugendstilgebäude am Wiener Getreidemarkt – dem von Joseph Maria Olbrich errichteten Ausstellungsgebäude der Wiener Secession – steht der wunderbare Spruch: Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit Ich möchte diesen Freiheitsbegriff gerne etwas weiter gefaßt sehen: nicht nur als Freiheit von gesellschaftlichen oder politischen Zwängen, sondern auch als Freiheit davon, in einer interpretatorischen Schublade oder hinter kulturellen Zwangsverpflichtungen abgelegt und von allen an sie herangetragenen Erwartungshaltungen befreit zu werden. Wenngleich es – vor allem auch in kulturhistorischer und philosophischer Hinsicht – interessant ist, mit welchen Erwartungshaltungen an die Kunst herangegeangen wird, so sagen all diese Betrachtungen noch recht wenig über die Kunst selbst aus – außer daß sie das – ich nenne es das Dilemma der Kunst im Hinblick auf ihre Rezeption, recht anschaulich verdeutlichen. Das hermeneutische Prinzip der Kommunikation ist ganz gut auf die Kunst übertragbar: der Empfänger bestimmt die Botschaft. Dadurch, daß Kunst einer weit verbreiteten Ansicht zufolge im Auge des Betrachters entsteht, ist noch keine Aussage über die Kunst selbst möglich, lediglich über die Verfaßtheit des Betrachters. Überspitzt könnte man sagen, Kunst ist das, was von einem Betrachter in ein Artefakt hineininterpretiert wird. Bei allen Aussagen über das Wesen der Kunst ist daher zu unterscheiden zwischen dem Standpunkt des Betrachters und dem des Künstlers. Wenn man dem Topos nachgehen will, ob Kunst Fragen stellt, wird man zumindest zwei völlig unterschiedlich gelagerte Antworten erhalten. Aus Sicht des Künstlers stellt Kunst keine Fragen, sondern ein Statement dar: unabhängig von der Motivationslage ist es die Festschreibung eines Ausdrucks, das Manifestwerden einer Idee. Im Gegensatz zur stets variablen Interpretation bleibt das Artefakt selbst unveränderlich. Wie zahlreiche Beispiele aus der Rezeptionsgeschichte einzelner Kunstwerke zeigen, ist die einzige Konstante der Kunst die Veränderbarkeit ihrer Interpretationen. Konstruieren wir willkürlich einen Fall, an dem sich das Dilemma des Rezipienten verdeutlichen läßt. Nehmen wir als ein – sehr bekanntes, um nicht zu sagen: weltberühmtes – „Kunstwerk“ ein Gemälde an, das handwerklich in bestechender Qualität angefertigt wurde, zu dem der Künstler allerdinsg keinerlei brauchbare Angaben hinterlassen hat; dazu weigerte er sich, Zeit seines Lebens, dieses Bild zu veräußern. Nehmen wir ferner an, das Bild wäre in der Hochrenaissance entstanden, italienischen Ursprungs und der Künstler ein gefeierter Maler an vielerlei Höfen jener Zeit gewesen. Nun hängt also dieses Bild in einem Museum und der Betrachter steht davor, bewundert die Komposition, von der, nehmen wir einmal an, allerdings nur mehr ein Teil zu erkennen ist, weil das Bild in späterer Zeit etwas beschnitten wurde, um in dem prunkvollen Rahmen Platz zu finden, dem ihm ein Besitzer zugedacht hatte. Wenn der Betrachter im Umgang mit Gemälden einigermaßen erfahren ist (und seinen Kunstführer zu Rate gezogen hat), wird er vielleicht die Strichführung des Malers bewundern, die eigenartige Landschaft, die den Hintergrund bildet näher betrachten, und vielleicht nachvollziehen können, daß die dargestellte Person (es ist ein Portrait (!?)) und die Landschaft unterschiedliche perspektivische Bezugspunkte aufweisen. Da der Maler – auch in seinen umfangreichen Schriften – keinerlei Bemerkung hinterlassen hat - kein Aperçu eines Zeitgenossen, keine Bemerkung des Meisters zu einem seiner Schüler, Freunde oder Bekannten ist überliefert – stellt sich Betrachter zunächst die eine große Frage, der alle Kubsthistoriker, Kaffesudleser und Sterndeuter seit Jahrhunderten hinterhecheln: wer ist die dargestellte Person? Das – um einmal ätzend zu sein – kann wohl nicht jene Art von Fragen sein, die die Kunst stellt. Dem Schöpfer dieses Werk wiederum wird es reichlich egal sein, er weiß ja, wen er gemalt hat. Warum legte er aber keinen Wert darauf, daß es jemand anderer außer ihm weiß? Weil es damals keine Photographie gab, und dieses Bild eine persönliche Erinnerung an einen geschätzten Menschen darstellt? Es war in der Renaissance allgemein üblich, zu diesem Zweck Bilder - auch von „unbedeutenden“ Personen - herzustellen oder herstellen zu lassen – sollte man daher in diesem Zusammenhang vielleicht eher von „Gebrauchsgraphik“ als von Kunst sprechen? Kommen wir zurück zu unserem hypothetischen Bild – das Beispiel ist keineswegs rein willkürlich gewählt. Es gibt so ein Bild tatsächlich in der wirklichen Welt, und es ist (zumindest seit Beginn des 20 Jahrhunderts) das vielleicht berühmteste Gemälde der Kunstgeschichte. Es hängt im Musée de Louvre und zeigt eine schmucklose Frau, deren geheimnisvolles Lächeln so illustre Zelebritäten wie Sigmund Freud zu Interpretationen gereizt hat. Tatsächlich ist es offensichtlich das Geheimnis, das die Dame umgibt, das dem Bild seine Berühmtheit eingetragen hat. Hier stellt sich allerdings keine „philosophische Frage“ – die will das Bild auch gar nicht stellen. Um beim gleichen Sujet zu bleiben, das oft zitiert, kopiert und verfremdet wurde: Welche Frage stellen Warhols „Thirty Are Better Than One“ oder Sophie Matisse mit „The Monna Lisa (Be Back in 5 Minutes)“? Warhol wie Matisse beantworten also Fragen, sie stellen keine. Die Fragen stellt – wie immer – der Betrachter. Gez. Ein Bär von geringem Verstand PS: Die – wie ich finde – interessanteste Spur in der Frage, wer die Gioconda (oder Mona Lisa) denn wirklich ist, hat in der letzten Zeit die deutsche Historikerin Maike Vogt-Lüerssen gelegt. In ihrem Buch „Wer ist Mona Lisa?“ analysiert sie nicht nur da Vincis Bilder, sondern auch das Umfeld Leonardos und seiner Arbeitgeber, und kommt zu dem Schluß, daß es sich nicht um die Gemahlin des Florentiners Francesco di Bartolomeo di Zanobi del Giocondo handelt, sondern um Isabella von Aragón, die Tochter des Königs Alfonso II. von Neapel und Gemahlin des Herzogs Gian Galeazzo Maria Sforza.
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In all den Berichten über das Schlaraffenland steht nirgendwo, wer das Gekotzte nachher aufgewischt hat.
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MrHeart (Offline)
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #40 am: 17. Sept. 2006, 21:18 Uhr » |
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Hallo alle zusammen! Zugegebenermaßen: ich habe diesen Thread nicht wirklich von Anfang bis Ende gelesen. Von daher werde ich auch nicht adäquat auf diese und jene Fragestellung antworten (nicht zuletzt weil es einem arroganten Fremdbild eurerseits allzu sehr dienlich wäre;). Ich möchte nur einwerfen, dass mir eine plakative Definition von Kunst als Akt des Bewusstseins nicht genügen kann. Was man heute unter den Begriff von Kunst subsumiert ist sicherlich mehr als der Begriff früher zu verbürgen vermochte. Dies zeigt ja die Kunstgeschichte - meinetwegen spätestens seit M. Duchamp, der im angehenden 20. Jh. mit seinen sog. "Readymades" die Kunstwelt nachhaltig revolutionierte. Hierbei wurde spätestens die Frage, was ein Kunstgegenstand denn sei, explizit zur Debatte gestellt. Inwiefern Duchamp ahnte, in welchem Maße er die Philosophierung von Kunst erfahrbar machte, sei dahingestellt. Jedes Bild und jeder materielle Gegenstand (auch ein Bild besitzt einen materiellen Träger! Selbst die Konzeptkunst verbleibt nicht immateriell, wenn sie Ideen als Anweisungen zur Realisierung von Gegenständen skizziert!), sei er gut, gelungen, schön, geschmackvoll oder eben nicht, gibt Anlass zu Bildtheorien, Weltanschauungen etc. und entsteht unweigerlich im Zusammenhang mit ihnen. Streng genommen kann Kunst auch nicht frei sein - freie Kunst ist eine Illusion, aber mindestens eine unpräzise Apperzeption, wie ich meine (es gibt aber auch gar keine kreative Handlung, die NICHT mit einer vorigen operieren würde). Ich könnte mir gut vorstellen über alledem ins Nachdenken und Schreiben zu kommen, doch eigentlich sollte es nur bei einem Statement bleiben: Kunst ist für mich ein in höherem Maße als exklusiv ausgewiesener Ort, an dem theoretisch das Bewusstsein des Kunst Machenden sowie des Kunst Betrachtenden (beide verfügen in der Regel über die Möglichkeit der Fähigkeit des anderen) künstlich getrennt und gegenübergestellt werden und praktisch sinnliche Wahrnehmung von Endlichem zu Gunsten von Transzendenz und Unendlichem geschärft und nachhaltig verändert wird (jetzt geht es um das Gespür von Freiheit!). Eine Veränderung der Wahrnehmung, die sich nicht wiederum exklusiv auf Kunst beschränkt, sondern sich idealerweise öffnet für alles andere, das per se über sich selbst hinausweist und Bedeutung entfaltet. Ich halte von daher auch gar nicht sehr viel davon, Kunst für den Herr Jedermann zu machen. Man bedenke: Ein Ehepaar, beide Kunstlaien, begutachten eine Beuys-Arbeit im Museum. Da sagt sie zu ihm: "Hätte ich den Hausmüll nicht geleert sondern arrangiert, hätte ich mir den Museumsbesuch sparen können". Manche taugen einfach nicht für ein Gefühl des Erhabenen...nur an einem 11. Sept. wird ihre alltägliche Gemütsverfassung erschüttert. Ob sie dabei etwas mehr gewinnen als die Vergewisserung (Mit-)Leiden zu können, sei dahingestellt. Kunst hat unweigerlich mit Philosophie zu tun, natürlich! Aber sie kann Antworten in Form bildnerischer Fragen geben, ohne sie selbst zu kennen. Wenn Jonathan Meese gerade heute so darauf abfährt, die Kunst als eine Art Wesen zu stilisieren, das an ihm wirkt und alles tut, und sowieso nur das macht, was sie selbst will - er habe keinen Einfluss auf sie - dann ist das neben der belanglosen und aber ganz erheiternden Attitüde ein Ernst zu nehmendes Zeichen dafür, dass Kunst ja eben nicht nur Kunst ist, sondern geistige Tätigkeit: der absolute Geist denkt und handelt an sich selbst (mal vulgär-hegelianisch gesprochen). Ich denke allerdings nicht, dass wir Meese wirklich bräuchten...(und natürlich brauchen wir ihn, weil sonst die Seelen auf Erden zuviel!) An den Kunstakademien lernt man heutzutage überwiegend ein Handwerk: es ist das der Kunst! Nur der Handwerksbegriff hat sich geändert... So weit, so gut... Greetz
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| « Zuletzt bearbeitet: 17. Sept. 2006, 21:49 Uhr von MrHeart » |
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MultiVista (Offline)
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #41 am: 19. Sept. 2006, 20:51 Uhr » |
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Kunst und Wissenschaft wurden in der Antike nicht scharf getrennt. Heute schon. Ein Fehler? Lebenskunst?
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MultiVista (Offline)
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #42 am: 20. Sept. 2006, 17:34 Uhr » |
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Philosophischer Dialog: Der Gesprächspartner übernimmt die kritische Rolle und stimmt zu oder verweigert seine Einstimmung und vertieft so die Problemstellung. Wie in der Malerei eine Bildform entwickelt wurde, die den Betrachter selbst in das Bild versetzt ("Der Betrachter ist im Bilde"), so realisieren philosophische Dialoge die kritische Teilnahme schon im Werk selbst." (Reinhard Brandt)
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #43 am: 23. Sept. 2006, 23:37 Uhr » |
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Kunst und Wissenschaft wurden in der Antike nicht scharf getrennt. Heute schon. Ein Fehler? Lebenskunst? Wieso sollte das ein Fehler sein? Begreift man Kunst als ein Feld, auf dem in höherem Maße erfahrbare Freiheit an Gegenstände gebunden wird (und natürlich wird diese letztlich eh nur bescheidene und scheinbare Freiheit wieder und wieder kultiviert bis sie letztlich nur wieder chic ist, also längst ein Stil geworden ist), dann birgt sie ja gerade die Möglichkeit einer legitimeren - weil unwissenschaftlicheren - Infragestellung fundierter Blicke auf die Welt. Ich denke nicht, dass Kunst weniger wäre als Kunst, wenn man sie ihrer Wissenschaftlichkeit berauben könnte. Mein Begriff von Kunst ist Grund und Abgrund von Wissenschaft, sie besitzt potenziell (und symbolisch gesprochen) ein unendliches Maß an Demonstrationskraft, die sich aus allen denkbaren Mitteln aller Wissenschaften speißen lassen kann - ohne deren Rahmenbedingungen unterliegen zu müssen. Kunst als Gott und damit nur wiederum Halbgott besitzt ein unendliches Maß an Seinsmächtigkeit, derjenigen Kraft, die ein unendliches Maß an Negativität in sich aufnehmen und überwinden kann...(Lieber Paul Tillich!, verzeihen Sie mir meine Perversion!
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MultiVista (Offline)
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Re: Was ist Kunst?
« Antworten #44 am: 28. Sept. 2006, 08:01 Uhr » |
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Die Schnelligkeit der Hand im Angesicht des Todes - aus der >>> Angst vor dem Verrinnen der Zeit <<< entstand eine neue Malerei: Eine Ausstellung in der Wiener Albertina entdeckt den späten Picasso Ich sags ja - das ganze Leben ist Zeitvertreib !
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