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Thema: Informations-Lawinen erschlagen uns? (Gelesen 16358 mal) |
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Ihr Holger Priebe, M.A. (Offline)
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #30 am: 22. Okt. 2004, 11:27 Uhr » |
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Nennen wir es nicht ein Lawine sondern einen Strom. In ihm kann man ertrinken aber auch Angeln. Auf einem großen Strom kann jeder sein Boot fahren lassen und am Wettbewerb der buntesten Schiffe teilnehmen. Zugleich übersieht man aber auch leicht die Seerohre zwischen den Wellen, die auf subversive Kräfte hinzuweisen scheinen. Eine Masse von Informationen erfordert einen neuen Umgang mit Informationen. Es ist aber weniger die Lawine selbst die uns erschlägt sondern unsere Unfähigkeit im lockeren Schnee nicht zu versacken. Wir müssen uns also alle neu ausrüsten und ein paar Schneeschuhe wäre sicher eine lohnende Investition. ----- Auch hier haben wir das große Problem der Bewertung von Dingen, die uns vorerst als Werkzeug an die Hand gegeben sind. Ist Atomkraft etwas böses? Könnten wir ohne unsere Sonne existieren. Oder ist es vielmehr die Frage, zu welchen Zweck und mit welchen verknüpften Risiken wir Werkzeuge einsetzen, worüber es zu diskutieren gilt? Das www gibt jeden von uns die Möglichkeit Informationen bereitzustellen und abzurufen. Das kann an sich doch gar nicht schlecht sein. Wenn ich einen wissenschaftlichen Beitrag veröffentlichen will fragt mich niemand mehr, was ich für eine Ausbildung besitze, kein Redakteur zerknüllt mein Manuskript, nur weil ich es unterlassen habe eine Begutachtung durch irgendjemanden angesehenes im Wissenschaftsbetrieb beizufügen. Wenn ich Kinderpornographie veröffentlichen will ist das www ebenfalls ein "gutes Werkzeug", die Frage ist allerdings, ob diejenigen die sonst noch so durch unsere Global Community surfen, meine Einschätzung von "gut" da zu teilen bereit sind. Letztendlich bleibt aber die alte Frage bestehen: was machen wir aus unseren Möglichkeiten. Werkzeuge sind Werkzeuge, mehr nicht. Ihre Nutzung bestimmt ihre Bedeutung für unsere Gesellschaft(en).
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| « Zuletzt bearbeitet: 22. Okt. 2004, 11:30 Uhr von Ihr Holger Priebe, M.A. » |
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Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, die erste Welt. Dann die Menschen und deren Bewußtsein, die zweite Welt. Dann setzte er sich nieder und wartete und wartete und wartete auf Karl Popper...
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Wolfgang_Horn (Offline)
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #31 am: 22. Okt. 2004, 12:33 Uhr » |
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Hi, lusi-lu, zum "muß". Ja, ich muß wohl neu formulieren, um das, was ich meinte, klarer auszudrücken: Wer nicht nur Schwätzen, sondern zum Finden von einem bißchen mehr Wahrheit beitragen will, der muß seiner Absicht gemäß seine Behauptungen begründen oder lassen. Denn würde es Usus werden, daß ein jeder Behauptungen vorbringen kann, als wären sie Wahrheiten, dies aber nicht belegen muß, dann hätten wir hier eine Schwatzbude auf SMS-Teenie-Niveau. Zitat:| Ich stehe gerade vor der Aufgabe, meine 80GB Daten auf einem neu gekauften Rechner so einzuordnen, dass ich sie anschließend mit einem angemessenen Zeitaufwand auch wiederfinde. |
| Wer kennt das nicht? Aber Ordnung in seine Daten zu bringen und Übersicht zu behalten, das scheint mir weniger eine Sache der Weisheit zu sein, als der Klugheit beim Finden eines Ordnungsschemas, gelegentlich bei den Einträgen, in welcher Kategorie die gesuchte Information vielleicht auch abgelegt sein könnte, und der Konsequenz. Und bei mir läuft das so: Ich selbst bin natürlich zu schlampig. Zur Frage des Herangehens an philosophische Texte: (Noch) Kein Interesse. Ciao Wolfgang
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MultiVista (Offline)
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #32 am: 03. März 2005, 13:29 Uhr » |
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TV Motto 1963 und auch 2005 noch? "... es käme im Fernsehen wirklich darauf an, das Gewohnte anders zu zeigen und dadurch durchschaubar zu machen - um mit einem Minimum des von der Fernsehapparatur willkürlich Hinzugefügten sich der Sache möglichst rein so zu überlassen, dass sie für sich selbst spricht.“ Adorno 1963 im TV-Interview WAR / IST das heute noch richtig? Gute Medien entwerfen Fragen, die sonst der Einzelne nicht aufgeworfen hätte! Andererseits: Idyllen müssen mit Bildern der UNRUHE aufgebrochen werden – damit das Wachstum nicht erstickt wird! „Bildfindungsstrategien“, Visualisierungen, sie sind gerade im Medienzeitalter unverzichtbar! Leider sind schnelle Blickwechsel und Schnitte inzwischen gang und gebe .. UNRUHESTIFTEND ohne PRODUKTIV zu wirken…. Wenn ein Thema in das Zentrum der Betrachtung, der Öffentlichkeit rückt, sozusagen zum (ARD-) Brennpunkt wird, dann heisst es noch lange nicht, dass das Thema auch „de facto“ ein wichtiges ist. Es wird nur wichtig und als dringend empfunden. Dies Thema ist nicht deshalb schon ein Problem an sich.. es wird lediglich suggeriert es sei eines. Es existiert eigentlich noch gar nicht als Problem.. es wird aber durch „Problematisierung“ zu einem hochstilisiert. Oder: Medien geben Antworten auf Probleme, die ohne sie eventuell gar nicht aufgetreten wären. Mit einem kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtbild der Realität wird eine vermeintlich grosse Realität erzeugt, die das Bewusstsein dominiert und damit die Realität rekursiv prägt. Auch ein Fall von Konstruktivismus. Nicht Zahlen oder „Fakten, Fakten, Fakten“ erzeugen Realität, sondern erst deren entsprechende Interpretation und oft die Überinterpretation! Gruss Multimedial 2005
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Jean_Luc (Offline)
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #33 am: 05. März 2005, 00:35 Uhr » |
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Bei Lawinengefahr bloß nicht jodeln!
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MultiVista (Offline)
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #34 am: 25. März 2005, 16:57 Uhr » |
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....denn sie wussten noch nichts von unseren Medien (Ich glotz TV Tv TV ) - denn die bestimmen das Bewusstsein. Das ist doch das sein? Nein Nein - nur der Schein eines Sein Und vielleicht kann die schon traditionell selektive Wahrnehmung unseres Seins durch uns selbst jetzt noch weiter eingeschränkt werden > durch ein "Nicht mehr wahrnehmen wollen können" . Folge: Wir haben eine immer rudimentärere Wahrnehmung vom Sein. Und auf dieser Basis bauen wir unser WELTBILD auf, unsere Philosohie. Zu pessimistisch??
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| « Zuletzt bearbeitet: 15. Mai 2005, 14:17 Uhr von MultiVista » |
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MultiVista (Offline)
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #35 am: 15. Mai 2005, 14:10 Uhr » |
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Zapping-Culture"? Wenn etwas im TV zu lang wird und obendrein zu komplex bzw. nicht sofort nachvollziehbar, dann wird um- oder abgeschaltet. Diese Kultur des "wegzappens" hat sich aber auch schon weitgehend in unserem gesamten Lebensbereich etabliert, oder täusche ich mich? Bei der Informationsflut und dem massenhaften -durchaus auch sehr guten- Wissensangeboten fällt es auch zunehmend schwerer, das richtige zu filtern und erst recht das entsprechende auch noch weiter zu verfolgen, vertiefen und mit anderen Wissensfeldern zu vernetzen. Es wird für viele als frustrierend empfunden und deshalb wird die Möglichkeit Wissen zu akkumulieren und auch vernünftig anzuwenden, nicht ausreichend wahrgenommen und man antwortet mit: "Das ist mir aber sehr komplezappzappzapp..."
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homo_sapiens
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #36 am: 17. Mai 2005, 11:56 Uhr » |
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..... der zweck der verdummungs informations flut ist daß der erdling dumm sein muß damit ihn die massen dummheit akzeptiert somit sitzt er da und hofft daß er dumm genug sein wird ........... anstatt sich nach homo sapiens um zu sehen und mit denen dann zukunft gestalten ....
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MultiVista (Offline)
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #37 am: 09. Nov. 2005, 17:46 Uhr » |
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"Der Fehler ist", sagt Gladwell und zerteilt dabei sorgfältig sein Thunfischsteak, als habe er das Stammhirn selbst vor sich auf dem Teller liegen, "daß wir uns für die psychologische Seite unserer Entscheidungen viel zu lange nicht mehr interessiert haben. Es ist Zeit, den naiven Glauben an die rationale Steuerung menschlicher Wesen zu verlassen." Und nicht nur die Ratio, auch noch den Glauben an die Bedeutung von Information zerlegt Gladwell mit kühler Begeisterung. These: Eine Fülle von Informationen verwirrt eher, als daß sie dabei hilft, die sachlich gebotene und optimale Entscheidung zu treffen. In einer Klinik in Chicago, erzählt er, habe man jetzt eine Art Entscheidungsbaum eingeführt. Mit seiner Hilfe stellen Ärzte schneller und zuverlässiger als bisher fest, ob ein in der Ambulanz eingelieferter Patient einen Herzinfarkt erlitten hat. Anhand von nur vier Kriterien. Zunächst waren die Mediziner entsetzt. "Wir müssen doch auch wissen, ob der Patient erhöhte Cholesterinwerte hat, ob er bereits einen Infarkt hinter sich hatte et cetera." Nein. Diese Informationen verzögern den Entscheidungsprozeß der Diagnose. Besser wird sie dadurch nicht. "Wir fetischisieren die Information, weil wir glauben, je mehr Daten wir sammeln, desto besser fallen unsere Entscheidungen aus. Das ist eine Falle." Wo diese Art Falle überall zuschnappt, dafür hat er eine Menge von Beispielen parat - auf dem Kunstmarkt, der ständig auf Fälschungen hereinfällt, in der Musikbranche und in Möbeldesignstudios. Ist damit das Ende der Marktforschung gekommen, die ihren Daseinszweck daraus bezieht, Informationen zu sammeln und zu verkaufen? Der Experte für den siebten Sinn ist kein Radikaler, aber: "Es wäre an der Zeit zuzugeben, daß jeder Versuch herauszufinden, was Menschen denken, mit einer hohen Fehlerquote belegt ist." Warum? "Weil sich der entscheidende Teil unserer Gedanken im Unbewußten abspielt." "Und es gibt kein einziges Instrument der Meinungsforschung, das unbewußte Gedanken messen kann." Was man durchaus mit Genugtuung feststellen kann. Geradezu logisch ist laut Gladwell auch, daß die Demoskopie vor der Bundestagswahl in Deutschland so danebenlag: "Es überrascht mich nicht im geringsten, daß die deutschen Wähler das eine sagten und in dem Moment, als sie ihre Stimme abgaben, etwas völlig anderes fühlten." Daß man über das Zusammenspiel von bewußtem und unbewußtem Denken kaum forschen kann, ohne sich selbst fortan zu belauern, bestreitet der New Yorker nicht. "Ich weiß inzwischen, welche Widersprüche in meinem Denken stecken." Kritiken über seine Bücher lese er übrigens nicht, behauptet er. "Wenn sie positiv ausfallen, könnten sie mir höchstens zu Kopf steigen. Sind sie negativ, verletzen sie meine Gefühle." (Anm.: Kein Pessimismus bitte?) "Wir sehen einen großen Menschen und liegen ihm zu Füßen" - für Gladwell ein fataler Irrtum. "Wir glauben, je mehr Informationen wir haben, desto besser die Entscheidung. Das ist eine Falle." (FAZ)
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delfi (Offline)
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #38 am: 09. Nov. 2005, 19:29 Uhr » |
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Am 09. Nov. 2005, 17:46 Uhr, schrieb MultiVista :"Der Fehler ist", sagt Gladwell und zerteilt dabei sorgfältig sein Thunfischsteak, als habe er das Stammhirn selbst vor sich auf dem Teller liegen, "daß wir uns für die psychologische Seite unserer Entscheidungen viel zu lange nicht mehr interessiert haben. Es ist Zeit, den naiven Glauben an die rationale Steuerung menschlicher Wesen zu verlassen." These: Eine Fülle von Informationen verwirrt eher, als daß sie dabei hilft, die sachlich gebotene und optimale Entscheidung zu treffen. "Weil sich der entscheidende Teil unserer Gedanken im Unbewußten abspielt." (FAZ) |
| Ein sehr schöner Beitrag multivista, sozusagen gedankenloser mainstream, Denken als Fehler. Die Wiederauferstehung der Dämonisierung des Uterbewussten, Sigmund Freud lässt grüssen. Zumindest hierin irrt Gladwell gründlich. Man hat sich bes. in den USA unter Einfluss Freuds geradezu religiös an die autonomen Mächte des Unterbewusstseins geklammert, geradezu als zweites "ich" etc. Ja denken tut weh, warum sich der Mühe unterziehen. Entscheidungen fällen noch schlimmer! Ja, das lässt man sich gerne abnehmen. Die Offenheit gegeüber einer solchen Theorie der Autonomie des Unterbewusstseins war so groß, dass die klassische Behauptung von der Beieinflussung durch ultrakurze Werbespots (über das Unterbewusstsein) noch Jahrzehnte als Wahrheit verkündet wurde, obwohl sein Autor bald zugab, dass diese Untersuchungen nur erfunden waren, er wollte nur einen wichtigen Werbeauftrag ergattern (sie sind auch widerlegt!). Nein, der oberste Boss bleibt das Bewusstsein!!!!! Das Unterbewusstsein ist sein Diener, freilich ein mächtiger Diener, der für uns (durch Training) z.B. das perfekte Autofahren übernimmt. Ich stimme ihm lediglich in dem Teilaspekt zu, dass die Explosion der nicht-Text-gebundenen Informationsmedien eine gewisse Entwicklung zur Irrationalität ausgelöst hat, "virtual reality" Holliwood lässt grüssen. Die Zahl der Analphabeten wächst, denken tut weh, warum nicht nur "fühlen". Das Klinik-Beispiel ist auf den Kopf gestellt. Hier handelt es sich um eine optimale Logistik unter Zeitdruck, Handlung mit begrenzter Information (für den Anfänger) ist lebensnotwendig. Aber auch hier ist der erfahrene Kliniker mit seinem größeren Wissen überlegen. Diese logistische Notwendigkeit der Informationsreduzierung zur real- time Handlung ist ein Grundprinzip der menschlichen Kognition. Die Vorstellung, dass das Bewusstsein besonders groß ist hinsichtlich seiner "Rechenleistung" ist allerdings falsch, im Gegenteil, nur die gigantische Informationsreduzierung macht das Bewusstsein funktionstüchtig. Die Gesamtheit aller Sinnesinformationen für das Gehirn im Wachzustand beträgt 10 hoch11 bit/sec. Diese Informationsflut wird durch "Ikonenbildung" reduziert auf 10hoch 7 bit/sec. und auch davon gelangt nur ein winziger Teil, nämlich 16 bit/sec. (maximale Zuflussrate) in Bewusstsein. Die Filterfunktion Aufmerksamkeit kann selektiv Ikons (ins Kurzzeitgedächtnis) auslesen und weiterverarbeiten, die anderen gehen unwiederbringlich verloren. Was wir uns merken, bestimmt also die höchste Instanz, das Bewusstsein. Und nun stehen wir zusätzlich der vom milliarden Menschen geschaffenen "intelligenten" Informationsflut gegenüber. Rückzug????? Ich bin froh darüber, es macht mich mächtiger. Der Appel von Gladwell heist für mich nicht mehr und nicht weniger, als diese höchste Instanz aufzugeben, dem Schiff den Steuermann zu nehmen. Salve
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gnôthi seautón, medèn ágan, eî
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MultiVista (Offline)
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #39 am: 10. Nov. 2005, 08:50 Uhr » |
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Es funktioniert doch so: Wissen ist eine ROHSTOFF > JE MEHR MAN WEISS, UM SO MEHR KANN MAN VERKNÜPFEN, KOMBINIEREN, VERNETZEN > DAS EXTRAKT DARAUS IST DAS, WAS EINEN "STÄRKER" WERDEN LÄSST. ES KANN SEIN, DASS MAN ZUVIEL DES "ROHSTOFFS WISSEN" IN DIE "VERARBEITUNG" NIMMT UND DANN DIE GANZE "WISSENSVERARBEITUNGSANLAGE" IN PRODUKTIONSSCHWIERIGKEITEN GERATEN KANN. WIEVIEL MAN AN WISSEN UND INFORMATIONEN AUFNIMMT; DAS MUSS JEDER SELBST BEWERTEN UND ENTSCHEIDEN, DENN MANCHE HABEN EINE GRÖSSERE KAPAZITÄT UND MANCHE EINE GERINGERE. ABER PRINZIPIELL GILT DENNOCH: MEHR WISSEN UND INFORMATIONEN > UM SO GRÖSSER DAS VERNETZUNGSPOTENTIAL UND UM SO EDLER DIE "BOHNEN", DIE GEERNTET UND WEITERVERARBEITET WERDEN KÖNNEN. IN DIESEM SINNE FILTERT UMD SORTIERT DIE "MULTIREVUE" VIELES GUTES AUS DEN INFORMATIONSLAWINEN HERAUS UND STELLT DIESE "AUSLESE" EUCH ZUR VERFÜGUNG... DAMIT IHR KLÜGER UND ggf. WEISER WERDET. "Das Streben nach Wahrheit und Erkenntnis gehört zum Schönsten, dessen der Mensch fähig ist" Albert Einstein "Philosophie ist dafür da, dass man/frau nicht dumm, beschränkt und auf sich selbst bezogen bleibt!" Multi, Frankfurt 2005
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| « Zuletzt bearbeitet: 13. Nov. 2005, 11:11 Uhr von MultiVista » |
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homo_sapiens
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #40 am: 10. Nov. 2005, 09:50 Uhr » |
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> "Der Fehler ist", sagt Gladwell und zerteilt dabei sorgfältig sein Thunfischsteak, als habe er das Stammhirn selbst vor sich auf dem Teller liegen, "daß wir uns für die psychologische Seite unserer Entscheidungen viel zu lange nicht mehr interessiert haben. Es ist Zeit, den naiven Glauben an die rationale Steuerung menschlicher Wesen zu verlassen." ...... zu erst ist es an der zeit ! die idee dass dies eine mensch heit sei zu ver lassen dann könnten wir zu sammen eine ver wirklichen aber nicht mit gladwell !
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #41 am: 11. Sept. 2006, 20:31 Uhr » |
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Am 09. Nov. 2005, 11:09 Uhr, schrieb delfi : Und nun stehen wir zusätzlich der vom milliarden Menschen geschaffenen "intelligenten" Informationsflut gegenüber. Rückzug????? Ich bin froh darüber, es macht mich mächtiger. Der Appel von Gladwell heist für mich nicht mehr und nicht weniger, als diese höchste Instanz aufzugeben, dem Schiff den Steuermann zu nehmen. |
| Der Steuermann (Gott) wird nicht gehört - meinte unser Benedikt-Ratz dieser Tage: Der Papst aus Bayern beklagte in seiner Predigt "eine Schwerhörigkeit Gott gegenüber, an der wir gerade in dieser Zeit leiden". "Wir können ihn einfach nicht mehr hören - zu viele andere Frequenzen haben wir im Ohr." Dadurch werde "der Raum unseres Lebens in bedrohlicher Weise reduziert". "Mit dem Thema Gott ist das soziale Thema, unsere Verantwortung füreinander, für die Herrschaft von Gerechtigkeit und Liebe in der Welt verbunden." "Die Völker Afrikas und Asiens bewundern zwar unsere technischen Leistungen und unsere Wissenschaft, aber sie erschrecken zugleich vor einer Art von Vernünftigkeit, die Gott total aus dem Blickfeld des Menschen ausgrenzt und dies für die höchste Art von Vernunft ansieht, die man auch ihren Kulturen aufdrängen will. Nicht im christlichen Glauben sehen sie die eigentliche Bedrohung ihrer Identität, sondern in der Verachtung Gottes und in dem Zynismus, der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrecht ansieht und Nutzen für zukünftige Erfolge der Forschung zum letzten ethischen Maßstab erhebt." Tja - Informationswellen erschlagen uns !
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| « Zuletzt bearbeitet: 11. Sept. 2006, 20:49 Uhr von MultiVista » |
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #42 am: 23. Nov. 2006, 15:20 Uhr » |
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Am 10. Nov. 2005, 08:50 Uhr, schrieb MultiVista :Es funktioniert doch so: Wissen ist eine ROHSTOFF > JE MEHR MAN WEISS, UM SO MEHR KANN MAN VERKNÜPFEN, KOMBINIEREN, VERNETZEN > DAS EXTRAKT DARAUS IST DAS, WAS EINEN "STÄRKER" WERDEN LÄSST. ES KANN SEIN, DASS MAN ZUVIEL DES "ROHSTOFFS WISSEN" IN DIE "VERARBEITUNG" NIMMT UND DANN DIE GANZE "WISSENSVERARBEITUNGSANLAGE" IN PRODUKTIONSSCHWIERIGKEITEN GERATEN KANN. WIEVIEL MAN AN WISSEN UND INFORMATIONEN AUFNIMMT; DAS MUSS JEDER SELBST BEWERTEN UND ENTSCHEIDEN, DENN MANCHE HABEN EINE GRÖSSERE KAPAZITÄT UND MANCHE EINE GERINGERE. ABER PRINZIPIELL GILT DENNOCH: MEHR WISSEN UND INFORMATIONEN > UM SO GRÖSSER DAS VERNETZUNGSPOTENTIAL UND UM SO EDLER DIE "BOHNEN", DIE GEERNTET UND WEITERVERARBEITET WERDEN KÖNNEN. IN DIESEM SINNE FILTERT UMD SORTIERT DIE "MULTIREVUE" VIELES GUTES AUS DEN INFORMATIONSLAWINEN HERAUS UND STELLT DIESE "AUSLESE" EUCH ZUR VERFÜGUNG... DAMIT IHR KLÜGER UND ggf. WEISER WERDET. "Das Streben nach Wahrheit und Erkenntnis gehört zum Schönsten, dessen der Mensch fähig ist" Albert Einstein "Philosophie ist dafür da, dass man/frau nicht dumm, beschränkt und auf sich selbst bezogen bleibt!" Multi, Frankfurt 2005 |
| Haben wir "nur" ein Problem von Info-Lawinedn, oder sogar schon eines von Wissenslawinen? "Wissens- und/oder Informationsgesellschaft"? Das Wissen wird immer komplexer und erschlägt uns ebenfalls?
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #43 am: 23. Nov. 2006, 18:09 Uhr » |
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Hi multi ua, Wissen ist zwar noch etwas anderes als Information. Ich möchte nur auf zwei andere Gesichtspunkte hinweisen: 1. Unser Unbewusstes hat Filter-Funktion und lässt nur einen geringen und bereits bearbeiteten Informationsteil zum Großhirn durch. 2. Die sogenannten Informationslawinen können wir getrost da lassen wo sie sind. Das, was in meinem Computer und im Internet ist, gehört mir, weil ich Zugang dazu habe. Ich muss nicht alles wissen, sondern nur wissen, wo ich - in welchem Buch oder unter welcher Webadresse - ich danach suchen muss. Mein Computer und das Internet ist Teil meines Gedächtnisses, es sind Datenspeicher, egal ob körperintern oder körperextern. Entscheidender als die Information ist die Kombination, und zwar die Neukombination. Die kann nämlich nur das Hirn. Gruß rudi
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Die Menschheit ist eine Ansammlung gut bewaffneter Affenhorden.
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Re: Informations-Lawinen erschlagen uns?
« Antworten #44 am: 24. Nov. 2006, 10:07 Uhr » |
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"Entscheidender als die Information ist die Kombination, und zwar die Neukombination. Die kann nämlich nur das Hirn." Und da haben selbst die Hirnforscher a la Singer noch keine Antwort darauf, weshalb und wie das Hirn verschaltet? Oder? Was ist Information? Etwas, was ausserhalb von Raum/Zeit steht?
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