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   Autor  Thema: Leben? Ein SPIEL nur..  (Gelesen 4191 mal)
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Leben? Ein SPIEL nur..
« am: 19. Aug. 2005, 10:42 Uhr »

Marcel Reich R. zu T. Mann:
 
Er nannte die künstlerische Arbeit eine "schwere und leidenschaftliche Spielerei", er bezeichnete die Kunst als "ein Spiel tiefsten Ernstes, Paradigma allen Strebens nach Vollendung". Schillers provozierendes Wort, der Mensch sei nur da ganz Mensch, wo er spielt, gilt im zwanzigsten Jahrhundert vor allem für zwei deutsche Autoren - für Bertolt Brecht und eben für Thomas Mann. (Anm.: Leben ist ein "Kartenspiel", Multi in Chile 2001***)und ausserdem ist alles im Leben SPEKULATION. Es gibt nichts festes, objektiv wahres... nur ein intersubjektiv gültiges)
 
***) in Chile schrieb Multi 2001 u.a.:
 
"Wenn man durch seine vielen Reisen "gebildeter" wird - dann draengt sich doch der Verdacht auf, dass das Leben sehr gut mit einem Kartenspiel (Pokern) zu vergleichen ist. Die Verteilung der Karten fuer das Spiel des Lebens sind nicht "gerecht" verteilt - sonst waere es ja auch kein Spiel sondern ein langweiliges Paradies.  Die Karten werden gemischt! Jede/r kriegt SEIN Blatt. Jeder bekommt mehr oder weniger gute assets (Karten)- als da waeren: Gesundheit, Intelligenz, Schoenheit, Reichtum etc etc ...
Jeder - auch der mit dem schlechten Blatt kann pokern und so gelingt es manchmal dem einen oder der anderen, das Spiel zu machen - auch wenn er/sie schlechte Karten hat.
Trotzdem bleibt es dabei: Die Verteilung ist ungerecht. Auch die Macht ist entsprechend unsymmetrisch verteilt. Aber jedes Spiel ist mal zu Ende. Wichtig ist , dass man/frau den Spass dabei nicht ganz verloren hat.
Das Spiel des Lebens ist irgendwann AUS - Am Schluss wird wieder NEU gemischt! A new deal! Alles - auch das Leid - ist Bereicherung. Man/frau stirbt als "reicher" (erfahrener) Mensch - wenn er nur die Perspektive richtig waehlt, schliesslich ist alles Ansichtssache. Schicksalsschlaege bringen manchen aus der Bahn - aber dafuer wieder auf den richtigen Weg!" (Multi am 6.2.2001 in Chile)
« Zuletzt bearbeitet: 19. Aug. 2005, 13:08 Uhr von MultiVista »  IP-Icon gespeichert

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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #1 am: 19. Aug. 2005, 13:06 Uhr »


Marcel Reich-Ranicki: "Tonio Kröger" ist die Keimzelle des Thomas Mannschen Werks. Denn: sie alle sind Tonio-Kröger-Varianten: Detlef Spinell im "Tristan", Aschenbach natürlich, Hans Castorp. Natürlich sind es Varianten, Paraphrasen, das ist klar. Aber er hat damit die erste Figur dieser Art geschaffen.
 
Und das allerletzte Wort? Es ist das gewohnte, berühmte aus der Feder von Bertolt Brecht, wenngleich es auch in der einsetzenden Schlussmusik ein wenig untergeht.
 
"Wir sehen betroffen,
den Vorhang zu,  
und alle Fragen offen..."
 
Multi fragt:
 
Ist das nicht Euer Lebensstoff, ja Zündstoff:  
Diese ständigen Zweifel, diese Ungewissheit ?
S o   bleiben wir  immer  in der Spannung...
und nichts anderes ist das Leben:
 
Sinnlos aber spannend!
Spielt schön weiter!
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #2 am: 20. Aug. 2005, 10:21 Uhr »
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..... nur ein dumm chen kann sich damit rühmen
für etwas sinn loses sich auch noch auf raffen
 
ein homo sapiens aber
wird nur sinn be achten ......
 
eine menschen würdige zukunft !
 
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #3 am: 08. Dez. 2006, 09:33 Uhr »

"Wir spielen immer, wer es weiß ist klug"
E.T.A. Hoffmann tat es, Puschkin, Stefan Zweig, Dostojewski sowieso. Die Spielsucht war und ist eine ziemlich verbreitete Krankheit. Eine harmlose Krankheit eigentlich, schließlich geht es nur um Geld. Was aber, wenn einer mit Menschen spielt, raffinierte Intrigen spinnt - oder das eigene Leben aufs Spiel setzt beim Duell im Morgengrauen?
 
Es kann also ernst werden, wenn wir spielen: Im Inszenieren einer Spielsituation liegt soviel Anstrengung, Fantasie und Konzentration, dass wir uns solch einen Aufwand nur in extrem wichtigen Momenten zumuten. Oder wir machen das Spiel zum Lebensprinzip - als Schauspieler oder Fußballspieler. Spieler lösen die Wirklichkeit auf oder lassen sie nach ihrer Pfeife tanzen. Und in den virtuellen Spielwelten gerät die Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit vollends ins Fließen.  
 
Theoretiker gehen davon aus, dass alle Kultur mit Spiel beginnt, andere glauben, dass gerade mit dem Spielen die Auflösung aller Ordnung einsetzt. Für die Disziplin der "Spieltheorie" wurde sogar schon ein Nobelpreis verliehen.  
 
P.S.
 
Das Handelsblatt:
 
„Ich bin sicher, dass der Börsenkrach von 1929 noch einmal passieren wird. Alles, was man braucht, ist, dass die Erinnerung an diesen Wahnsinn schwächer wird.“ Der einstige Präsidentenberater von Franklin Roosevelt und John F. Kennedy, John Kenneth Galbraith, behielt Recht. Wenn schon nicht in seiner Heimat, so brach 60 Jahre später doch Japans Aktienmarkt zusammen, danach auch der europäische. Hier wie dort löste sich der Marktwert renommierter Firmen in Luft auf.
Was verleitet die Anleger immer wieder dazu, während eines Booms teure Aktien zu kaufen und sie dann während eines Absturzes billig zu verkaufen? Warum wiederholen sich Gier und Panik, Hausse und Baisse regelmäßig alle paar Jahrzehnte?
 
Nüchtern betrachtet, entstehen Spekulationsblasen immer dann, wenn Anleger den Preis einer Anlagegattung so stark nach oben treiben, dass er die Gewinnerwartung der dahinter stehenden Unternehmen selbst bei wohlwollender Betrachtung nicht mehr widerspiegelt. Was nach einer Bauernregel klingt, ist in der Praxis schwer zu beurteilen. Wer weiß denn heute schon, ob es sich bei den seit vielen Jahren gestiegenen Häuserpreisen in den USA um eine Immobilienblase handelt? Der renommierte Finanzökonom Robert J. Shiller beantwortet diese Frage eindeutig mit Ja. Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan verneint sie ebenso beharrlich. An stichhaltigen Argumenten mangelt es beiden nicht.
 
„Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Freund reich werden zu sehen.“ Mit diesem alten Sprichwort stoßen wir zum Kern jeder Spekulationsblase. Denn Neid, Missgunst und der Zwang zum Mitmachen treiben die Kurse jedes Mal in die Höhe. Jeder glaubt, schnell genug zu sein, um wieder auszusteigen. Und tatsächlich gelingt das auch vielen. Dies ist ein wichtiger Grund dafür, warum immer wieder Blasen entstehen.
 
Voraussetzung für jeden Boom – und damit auch für jeden Absturz – ist ein Wirtschaftsaufschwung. Doch der allein reicht offenkundig nicht aus, denn sonst käme es schließlich alle fünf oder zehn Jahre zu Exzessen wie 1929 in den USA und 1999 in Europa.
 
Zweite Bedingung sind wichtige Erfindungen, die das Leben der breiten Masse grundlegend verändern. Das können Münzen und Tulpen aus dem 17. Jahrhundert sein, Kanäle, Südseefirmen und Kaffee aus dem 18., Ackerland, Bergwerke und Eisenbahnaktien aus dem 19. Jahrhundert oder in der Gegenwart das Internet. Anleger lassen sich eben begeistern.
 
Ob 1929 in New York, 1988 in Tokio oder 1999 in Frankfurt: Immer beschwören Medien, Analysten und Anleger eine „neue Ära“ grenzenlosen Wachstums bei gleichzeitig geringer Inflation. Die Folge: Börsenregeln scheinen außer Kraft gesetzt, die Aktien vollziehen Kurssprünge nach oben, ohne dass die Gewinne der Unternehmen mitwachsen.
 
Solche Kursblasen entstehen immer dann, wenn Menschen, die bislang nie etwas von Aktien wissen wollten, mit demselben Eifer über Dax, Dow und Nasdaq diskutieren wie über Fußball und Formel 1. Der Herdentrieb verleitet immer mehr Anleger dazu, auf den Börsenzug aufzuspringen, je schneller dieser an Tempo gewinnt. Für jedermann zugängliche Informationen und die allzu menschliche Verhaltensweise, genau das zu tun, was andere machen, lassen die Herde stets in dieselbe Richtung traben.
 
Wissenschaftlich betrachtet, fördert das „Signalfeedback“ einen derartigen Herdentrieb. Der Begriff kommt aus der „behavioral finance“, der Verhaltensökonomie. Anleger empfangen Signale gleichen Inhalts mehrfach und über viele verschiedene Medien. Indem die Adressaten sie als verschiedene Signale deuten, kommt es schließlich zu einer kolossalen Überbewertung ein und desselben Auslösers.  
 
Natürlich geht jeder Boom mit Versuchen einher, die immer höheren Kurse zu rechtfertigen. Unternehmen nicht an ihrem Gewinn, sondern an ihrem möglichen Umsatz in ferner Zukunft zu messen ist beileibe keine Erfindung des deutschen Neuen Marktes Anfang dieses Jahrtausends. Schon die englische Mississippi-Gesellschaft bewerteten Spekulanten auf dem Höhepunkt des Booms vor 300 Jahren mit dem 130fachen des möglichen Gewinns, noch bevor das Unternehmen die Arbeit im neuen Amerika aufnahm.  
 
Dabei ist es in der Theorie ganz simpel, Übertreibungsphasen und damit das nahende Ende einer Hausse zu erkennen. Doch in der vermeintlichen Gewissheit, dass diesmal alles anders kommt, werden jahrhundertealte Börsenregeln ignoriert. Konkret: Gefahr ist im Verzug, wenn ein Unternehmen, das während eines Booms „in“ ist, plötzlich an der Börse ein Vielfaches – hundertmal so viel und mehr – dessen kostet, was es pro Jahr verdient. So geschehen bei der Ostindischen Compagnie 1719, rund 200 Jahre später beim amerikanischen Telefonriesen AT & T, weitere 45 Jahre danach bei Coca-Cola und Anfang 2000 bei Intershop und Co. Je häufiger solche Ausnahmen zur Regel werden, desto höher ist die Gefahr eines Absturzes.
 
All dies sind weder Börsenhexereien noch mathematisch komplizierte Berechnungen, sondern lösbare und vor allem existenzielle Aufgaben. Denn in der langen Börsengeschichte waren Bewertungen von Unternehmen an der Börse immer auf das Durchschnittsniveau zurückgekommen. Deshalb stellt sich nicht die Frage, ob, sondern wann Übertreibungsphasen enden.
 
Sie zu erkennen ist der beste Weg, ihnen vielleicht doch noch zu entkommen. Boom und Übertreibungen drohen, wenn mit den Kursen auch die Börsenumsätze rasant steigen. Aktien wechseln dann von „festen“ in „zitternde“ Hände, so Börsenaltmeister André Kostolany. Erfahrene Anleger verkaufen an unerfahrene. Weil sich immer mehr Menschen für Aktien interessieren, stößt das Angebot auf breites Interesse. Fatalerweise beschönigen Bankhäuser – und Medien – diese gefährliche Konstellation, indem sie hohe Umsätze als Beleg für die Aktienlust neuer Anleger oder gar für das Entstehen einer neuen Aktienkultur preisen. Wer solch eine Börsenphase nie erlebt hat, droht diesem Trugschluss und damit Herdentrieb zu erliegen.
 
Doch selbst wenn die unerfahrene und von Gier geblendete Masse solch untrügliche Signale nicht erkennen will, müsste es nicht immer wieder zum Boom kommen. Denn Mahner gibt es stets zuhauf.
 
Leider haben sie das Pech, ihre Bedenken zu früh mitzuteilen. Immer wieder werden Wucht und Dauer spekulativer Blasen unterschätzt. Diese platzen nicht sofort, wenn der Markt überbewertet ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Menschen gut selektieren: So wie sie in schlechten Zeiten gute Nachrichten verdrängen, blenden sie in der Euphorie Negatives aus, sie verfallen in Wunschdenken. Forscher fanden heraus: Wenn wir jemanden in seinem Tun beobachten, dann werden im Gehirn dieselben Regionen stimuliert wie bei demjenigen, der gerade handelt. Das wiederum baut eine Spannung auf. Sie zu beseitigen erfordert handeln. Wer als Unbedarfter in ein Kasino geht, beobachtet einen Spieler nicht, ohne selbst ein paar Jetons zu riskieren oder zumindest ein Kribbeln zu spüren.
 
Wie bei der Rally ist auch beim Absturz viel Psychologie im Spiel. Erreichen die Kurse keine neuen Hochs mehr, sondern bewegen sich nur noch ruckartig, steht die Talfahrt bevor. Dreh- und Angelpunkt für die Trendwende: Neues Geld und neue Anleger sind nicht mehr verfügbar. Das Angebot stößt auf zu geringe Nachfrage. Ein Funke genügt, um die Stimmung zu drehen. Das mögen eigentlich belanglose Äußerungen eines Firmenchefs sein, dessen Aktie die Anleger besonders stark nach oben hievten. Auch der Hinweis auf schwächere Quartalszahlen (Gewinnwarnung) kommt in Betracht. Es bedarf also nicht des großen Knalls, um den Markt kippen zu lassen. Er muss nur reif dafür sein.
 
Wenn der Rest der Welt verrückt ist, muss man bis zu einem gewissen Grad mitmachen.“  
 
Um sicher zu sein, dass sich der Wind gedreht hat, reicht die Antwort auf eine Frage: Bestimmt weiterhin die Risikobereitschaft das Geschehen, oder dominiert die Sorge vor Verlusten? Überwiegen Ängste und Defensive, nimmt die Baisse ihren Lauf. Damit Panik und Crash entstehen, bedarf es neben einer Wirtschaftsflaute außergewöhnlicher externer Ereignisse. 1906 war es das Erdbeben in San Francisco. In den 30er-Jahren ließen Bankenpleiten und Weltwirtschaftskrise den US-Börsenindex Dow Jones um knapp 90 Prozent abstürzen. Anfang dieses Jahrtausends trieben Bilanzfälschungen namhafter Konzerne, der 11. September und Kriegsängste die Kurse in die Tiefe. Drei voneinander unabhängige, aber zeitlich nahe Ereignisse schufen die Voraussetzung für den bislang tiefsten und längsten Kurssturz in Europa.
 
Jede Endphase eines Crashs, ob 1873, 1932 oder 2003, endet mit einer Liquiditäts-, Versicherungs- und Bankenkrise. Erst müssen Anleger ihre auf Kredit gekauften Aktien verkaufen, weil diese nicht mehr genügend Deckung bieten, dann veräußern auch Finanzhäuser ihre Bestände, um noch größere Verluste zu vermeiden. Dies treibt die Abwärtsspirale. Gerüchte um Pleiten kursieren. Spätestens jetzt machen nicht mehr Nachrichten Kurse, sondern Kurse Nachrichten.
 
Diese letzte Phase eines Crashs ist von außerordentlich großer Skepsis geprägt. Wenn die Stimmung wie 1932 und 2003 am Boden ist und Anleger sich aus Furcht vor noch größeren Verlusten von ihren letzten Beständen trennen, ist die Zeit für eine Erholung reif. Denn wer jetzt noch an der Börse investiert ist, sitzt Verluste aus. Immer weniger Verkäufer bieten ihre Ware feil. Gleichzeitig trauen sich nur sehr wenige Anleger in einer Phase wie im März 2003, als Kriegsängste – Irak– die Welt lähmten und in die Rezession trieben, an die Börse. Niedrige Umsätze lassen die Baisse auslaufen.
 
Dabei gilt die Börsenregel, wonach Kurse nicht nach, sondern zu Beginn einer Rezession steigen. Tief gefallen sind sie bereits vorher, weil Anleger sich vor dem Abschwung sorgen. Das US-Investmenthaus Prudential belegt dies mit Studien für die letzten 40 Jahre. Wer in der Rezession noch Aktien hält, kalkulierte weitere schlechte Nachrichten ein. Er erwartet aber gleichzeitig, dass dem Abschwung ein Aufschwung folgt und die Gewinne der Unternehmen wieder steigen. Die Chancen überwiegen also die Risiken. Für die Börse ist das die beste aller Welten.
 
So eindeutig all diese Kennzeichen sind und sich obendrein noch immerzu wiederholen, so schwierig bleibt es dennoch, das nahende Ende von Hausse und Baisse zu erkennen. Viele Male waren sich Experten sicher, dass 1930 und 1931 oder 2001 und 2002 der Absturz beendet sei, weil die Kurse zwischenzeitlich deutlich stiegen. Auch der Börsenwert der Unternehmen hatte längst wieder normale Größenordnungen erreicht. Aber wie in der Hausse gilt auch in der Baisse: Der Markt dreht erst dann, wenn er dafür reif ist. Wie beim Ende des Aufschwungs reichen dafür auch hier kleine Ereignisse, Äußerungen oder Interpretationen. Vorhersehbar sind sie nicht.  
 
Fazit: Kursblasen und Börsencrashs weisen stets Familienähnlichkeiten auf, wie es der Finanzexperte Hartmut Kiehling beschreibt. Hausse und Baisse mögen individuell verschiedene Merkmale haben, doch die Strukturen für ihr Entstehen und Gedeihen gleichen sich.
 
Kurshochs und -tiefs liegen weniger im Auf und Ab der Konjunktur begründet und mehr in der Spielernatur des Menschen. Diese motiviert ihn nach Ansicht des Volkswirtschaftlers und Börsenexperten Robert Shiller immer wieder, Risiken einzugehen. Sei es im Job, im Unternehmen, im Spielcasino oder eben an der Börse. Oder verhaltenspsychologisch vom Wirtschaftswissenschaftler Charles P. Kindleberger ausgedrückt: Wenn Firmen oder Haushalte sehen, dass andere mit spekulativen Käufen und Wiederverkäufen Gewinne erzielen, dann wollen sie das auch tun. So wie Affen im Zoo menschliche Grimassen nachahmen.
 
Einfacher, aber vielleicht noch treffender resümierte schon vor 300 Jahren ein Bankier, nachdem ihm schwante, dass er für Südsee-Aktien wohl viel zu viel Geld bezahlt hatte: „Wenn der Rest der Welt verrückt ist, muss man bis zu einem gewissen Grad mitmachen.“
 
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Ach ja....
 
R.Safranski zu Schillers  
 
"Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."  
 
Was bedeutet es, dass der Mensch spielt?  
 
Besteht nicht Zivilisation im Kern darin, möglichst viele Ernstfälle in rituelle, spielerische Ersatzhandlungen zu überführen?  
 
Wir spielen das Religiöse durch in der Liturgie, aus Sexualität machen wir Erotik, aus Aggressionen machen wir Wettkämpfe, aus wirklichen Schlachten werden Redeschlachten.  
 
Eine ganze Theorie des Parlamentarismus liegt in dieser Gesellschaftsspieltheorie. Wenn wir noch besser lernen zu spielen - so Schiller -, dann werden wir auch humaner. Die Brisanz dieser Thesen hat man meiner Ansicht nach bis heute nicht begriffen.
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #4 am: 08. Dez. 2006, 12:32 Uhr »

Hi, MultiVista,
 
 
„Nichts ist leichter, als dem Publikum Wertpapiere zu verkaufen, wenn man den Leuten zeigen kann, wie hoch sie schon geklettert sind.“ (André Kostolany)
 
Kann man dieselbe Weisheit noch knapper und klarer ausdrücken?
 
Ach, paßt auch zu meinem Lieblingsthema: Der Aktienkrach droht, wenn ein genügender Anteil lder Leute an die Fortsetzung des Kursanstiegs glaubt.
 
Diese unscheinbaren Indiz hörte ich dieser Tage mit besonderer Wachsamkeit:
1.) Die Immobilienkäufe amerikanischer Investoren in Leipzig sehe ich als "Rette sein Vermögen, wer kann"
2.)  Die chinesische Nationalbank schichtet ihre Währungsreserven um, sie tauscht Dollar gegen Euro.
 
Empfehlenswerte Lektüre: Über die Pleite des Habsburger Kaisererreiches und ihrer Finanziers, der Fugger.
 
Die Fugger hatten dem Kaiser so viel Geld geliehen, daß er sie mit der Drohung auf Staatsbankrott zu weiteren Darlehen erpressen konnte.
 
Ciao
Wolfgang Horn
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #5 am: 08. Dez. 2006, 18:09 Uhr »

Wolfgang: "Empfehlenswerte Lektüre: Über die Pleite des Habsburger Kaisererreiches und ihrer Finanziers, der Fugger.  
Die Fugger hatten dem Kaiser so viel Geld geliehen, daß er sie mit der Drohung auf Staatsbankrott zu weiteren Darlehen erpressen konnte."
 
Ich sehe Du bist historisch bewandert!
Wo kann ich da mal Fragen stellen, z.B. dergestalt:
 
Was machten Bayern, Badener und Württemberger während des Krieges 1871 gegen Frankreich? Vor allem in Bezug auf die ansonsten doch "unfreundlichen" Preussen?
 
Wieso hilet sich England raus aus dieser Auseinandersetzung?
 
War alles nur ein Spiel?
 
 
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #6 am: 08. Dez. 2006, 18:48 Uhr »

Ach, MultiVista,
 
 
Du: [i]War alles nur ein Spiel? ]/i]
 
Wenn Du das untersuchen willst, dann grenze bitte "Spiel" von "Ernst" ab.
 
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #7 am: 11. Dez. 2006, 10:54 Uhr »

Das Leben ist zwar meiner Philosophie nach eher wie das POKERN (mit ungleich guten Karten verteiltes Spiel) organisiert, aber was ist mit SCHACH?
 
Zweigs Schachnovelle:
 
Kurz vor Ablegen des Passagierdampfers von New York nach Buenos Aires betritt auch der Schachweltmeister das Schiff.
 
Dieser war vor allem durch seine stupide Beschränktheit auf diese eine Meisterschaft bekannt geworden; des Lesens und Schreibens ansonsten kaum kundig, nicht fähig, eine gepflegte Konversation zu führen, war er auch nicht in der Lage, das Schachbrett zu abstrahieren, weswegen er immer ein kleines Taschenschach mit sich herumführte.
 
Wie sollte man diesen Menschen nun kennenlernen? An ihn heranzukommen war schwierig, an Deck ließ er sich nur für kurze, im Eilschritt vollzogene Spaziermärsche blicken, so dass es bereits unhöflich gewesen wäre, ihn anzusprechen.
 
Aber vielleicht könnte man ihn durch Schach locken? Demonstrativ wurde nun an Deck Schach gespielt, und schon bald warf der Meister auch wirklich einen neugierigen Blick auf das Brett - um sich sofort ob des Mangels an Herausforderung wieder abzuwenden.  
 
Doch einer der Passagiere, durch die Nennung des Namens des Mannes, der dem Spiel gerade so demonstrativ den Rücken gekehrt hatte, bei seinem Ehrgeiz gepackt, will nun unbedingt eine Partie gegen den Meister spielen - der sich für Geld auch kaufen lässt.
 
Der anberaumte Wettkampf zwischen dem schweigsamen Meister und den Passagieren verläuft, wie es vorauszusehen war - die Partie ist verloren. Revanche? Zu den bekannten Konditionen - natürlich! Doch für die Passagiere ändert sich nichts. Bis plötzlich ein weiterer Passagier zufällig des Weges kommt, und nach kurzem Blick auf das Brett mehrere Züge im Voraus kommentiert und ein unglaubliches Remis erreicht.
 
Es müsse unbedingt morgen noch eine weitere Partie geben - und Dr. B. solle für die Passagiere spielen. Dieser sträubt sich; seit 20 Jahren hätte er kein Schachbrett mehr angerührt, behauptet er. Und erzählt dann, weshalb er trotzdem in der Lage ist, in dieser Geschwindigkeit so viele Züge im Voraus zu berechnen.
 
Als die Nazis in Österreich einmarschiert waren, war er als einer der ersten verhaftet worden - und in ein Hotel in ein Einzelzimmer gebracht worden. Dass diese scheinbare Bevorzugung eigentlich eine noch perfidere Art der Folter war, merkte er im Laufe der Zeit; keine Ablenkung, der Blick auf eine Feuerwand, kein Wort zu ihm außerhalb der Vernehmungen, nur er und seine Gedanken. Da - eines Tages, als er wieder zum Verhör geführt werden soll, ergibt sich die Möglichkeit, ein Buch zu stehlen. Welche Vorfreude! Etwas Anspruchsvolles solle es sein, wünscht er sich, etwas, das man auswendig lernen konnte, das den Geist lange Stunden beschäftigt hält. Welche Enttäuschung, als er merkt, dass er nur ein Schachbuch in Händen hält.
 
Welch ein Segen gerade dieses Buch - zumindest zu Beginn - für ihn sein sollte, merkt er bald. Eine karierte Bettdecke, aus Brotkrumen geformte Spielfiguren - so spielt er täglich die Meisterpartieen des Buches nach. Diese Behelfsmittel braucht er bald nicht mehr - schon bald rekonstruiert er die Partien rein aus dem Gedächtnis, geht dann dazu über, eigene Wettkämpfe zu simulieren.  
 
Mangels Gegner muss er sich dazu mental teilen. Muss für beide Spieler getrennt Berechnungen für 5, 8 Züge im Voraus anstellen, immer so, als wüsste er nicht, was das andere Ich gerade für den Gegner geplant hatte. Immer schneller, immer rasender wird sein Spiel, er treibt sich an, gönnt sich selbst die Denkpausen nicht mehr - bis er eines Morgens an einem fremden Ort erwacht. Ein Nervenfieber hat ihn niedergestreckt - und damit auch aus den Fängen der Nazis entlassen. Dennoch - wieder Schach zu spielen könne ihm gefährlich werden, warnt der Arzt.
 
Aber der Herausforderung, den Schachweltmeister zu schlagen, kann er sich nicht entziehen. Und so tritt er am nächsten Tag zum Wettkampf an....  
 
Meinungen:
 
Ganz zu Recht ist diese kurze Novelle Stefan Zweigs gleichzeitig sein bekanntestes Werk. Nirgends sonst ist es ihm so eindringlich gelungen, zugleich eine spannende, psychologisch detalliert geschilderte Begebenheit darzustellen und sein pazifistisches Anliegen so unmittelbar darzustellen.
 
Wie Dr. B. war auch Stefan Zweig selbst nach der Machtergreifung der Nazis nicht mehr erwünscht in Österreich - es hat ihm buchstäblich das Herz gebrochen, mitansehen zu müssen, wie Europa erneut zum Schlachtfeld wurde.
 
Auch nach nunmehr schon sehr häufigem Lesen ist für mich nichts an Aktualität, Betroffenheit und Interesse an dieser Geschichte erlahmt - ich kann sie nur immer wieder weiterempfehlen!
 
In dieser äußersten Not ereignete sich nun etwas Unvorhergesehenes, was Rettung bot, Rettung zum mindesten für eine gewisse Zeit. Es war Ende Juli, ein dunkler, verhangener, regnerischer Tag: ich erinnere mich an diese Einzelheit deshalb ganz genau, weil der Regen gegen die Scheiben im Gang trommelte, durch den ich zur Vernehmung geführt wurde. Im Vorzimmer des Untersuchungsrichters musste ich warten. Immer musste man bei jeder Vorführung warten: auch dieses Wartenlassen gehörte zur Technik. Erst riss man einem die Nerven auf durch den Anruf, durch das plötzliche Abholen aus der Zelle mitten in der Nacht, und dann, wenn man schon eingestellt war auf die Vernehmung, schon Verstand und Willen gespannt hatte zum Widerstand, ließen sie einen warten, sinnlos-sinnvoll warten, eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden vor der Vernehmung, um die Seele mürbe zu machen. Und man ließ mich besonders lange warten an diesem Donnerstag, dem 27. Juli, zwei geschlagene Stunden im Vorzimmer stehend warten; ich erinnere mich auch an dieses Datum aus einem bestimmten Grunde so genau, denn in diesem Vorzimmer, wo ich - selbstverständlich, ohne mich niedersetzen zu dürfen - zwei Stunden mir die Beine in den Leib stehen musste, hning ein Kalender, und ich vermag Ihnen nicht zu erklären, wie in meinem Hunger nach Gedrucktem, nach geschriebenem ich diese eine Zahl, diese wenigen Worte 27. Juli an der Wand anstarrte und anstarrte; ich fraß sie gleichsam in mein Gehirn hinein. Und dann wartete ich wieder und wartete und starrte auf die Tür, wann sie sich endlich öffnen würde, und überlegte zugleich, was die Inquisitoren mich diesmal fragen könnten, und wusste doch, dass sie mich etwas ganz anderes fragen könnten, als worauf ich mich vorbereitete.  
 
Multi denkt:
Das Leben also ein Schachspiel?
 
Nein, da sind ja die Figuren anfangs gerecht verteilt (mal abgesehen von Schwarz oder Weiss) - aber was nicht gleich verteilt ist, ist die Intelligenz der Spieler.
Auch wieder so eine strukturelle Ungerechtigkeit der Schöpfung !!
 
Multi denkt also, dass das Leben wie ein Schachspiel sei?
 
"Charakterschwächen offenbaren sich normalerweise während einer Schachpartie."
Garry Kasparov
 
"Schach kann wie jede kreative Aktivität nur existieren durch die Kombination derer, die kreatives Talent haben und derer, die ihre kreative Arbeit auch organisieren können."
Michail Botwinnik, russ. Schachweltmeister
 
"Schach ist eine kreativer Prozess. Seine Aufgabe ist es, die Wahrheit zu finden. Und um die Wahrheit zu finden, darf man keine Kompromisse machen. Man muss aber vor allem mutig sein."
Bruce Pandolfini, amerik. Schachtrainer
 
"Nicht jeder Künstler kann Schach spielen, aber alle Schachspieler sind Künstler."
Marcel Duchamp, frz. Maler und Schriftsteller
 
"Schach repräsentiert die schöpferische Phantasie."
David Bronstein
 
"Schach ist wie eine schöne Frau."
Bent Larsen, dän. Großmeister
 
"Schach ist nicht nur Wissen und Logik."
Alexander Aljechin, russ./frz. Schachweltmeister
 
"Schach ist ein Willenstest."
Paul Keres, russ. Großmeister
 
"Schach ist alles - Kunst, Wissenschaft, Sport."
Anatoly Karpov, russ. Schachweltmeister
 
"Wir müssen aufpassen, dass Schach nicht zu einer toten Sprache verkommt - sehr interessant, aber nur nützlich für eine kleine Gruppe von Menschen."
Sytze Faber
 
"Schach und Theater haben schon viele Leute in den Wahnsinn getrieben."
Fernando Arrabal, span. Schriftsteller
 
"Schach ist ein See, in dem eine Mücke baden aber ein Elefant ertrinken kann."
indisches Sprichwort
 
"Die Schachpartie stellt eigentlich den Gang einer Schlacht dar, in der zwei Heere aufeinander treffen und um Sieg oder Niederlage kämpfen. Doch hier fließt kein Blut, geht es nicht um Leben oder Tod, sondern alles ist ins Geistige und Erhabene sublimiert.  
 
Im Schach nämlich geht es darum, den Gegners klein zu kriegen, sein Ego zu zerbrechen und zu zermahlen, seine Selbstachtung zu zertreten und zu verscharren und seine ganze missachtenswerte sogenannte Persönlichkeit ein für alle Mal tot zu hacken und zu zerstampfen und dadurch die menschliche Gesellschaft von einer stinkenden Pestbeule zu befreien. Es ist ein königliches Spiel."
Bobby Fischer, amerik. Schachweltmeister
 
"Im Schach gewinnt jeder. Hat man Freunde am Spiel - und das ist die Hauptsache - ist auch der Verlust einer Partie kein Unglück."
David Bronstein
 
"Im Leben werden Partien nie so unstrittig gewonnen wie im Spiel; das Spiel gibt uns Genugtuungen, die das Leben versagt."
Dr. Emanuel Lasker
 
"Ich bedauere jeden, der das Schachspiel nicht kennt. Bringt es schon dem Lernenden Freude, so führt es den Kenner zu hohem Genuss."
Leo Tolstoi, russ. Schriftsteller und Offizier
 
"Das Schachspiel hat einen hohen selbsterzieherischen Wert, denn wie kein anderes Spiel erweckt es einen starken Ehrgeiz. Dieser aber regt die Selbstbeobachtung an und vermittelt Selbsterkenntnis, welche die Grundlage aller Selbsterziehung bildet."
Paul Schellenberg
 
"Was uns beim Schach Freude macht, das ist im Grunde bei uns allen, bei dem Laien, der in der Opferkombination das Höchste sieht, und beim Kenner, der am meisten die tiefe Partieanlage bewundert, dasselbe, nämlich der Sieg des tiefen, genialen Gedankens über die Nüchternheit, der Sieg der Persönlichkeit über das Triviale."
Richard Reti, tschechischer Großmeister
 
"Der eigentliche, feinste Reiz des Schachspiels liegt darin, dass man dabei geistig produktiv tätig ist. Und das geistige Produzieren gehört zu den größten Genüssen des menschlichen Lebens."
Dr. Siegbert Tarrasch
 
"Das Schachspiel verlangt dreierlei: Kenntnis der Möglichkeiten, Ahnung der Wahrscheinlichkeiten, Resignation für die Gewissheiten."
Carl Ludwig Schleich, dt. Arzt und Schriftsteller, Entdecker der Lokalanästhesie
 
"Ich bin überzeugt, dass das Schach vermöge seiner Tiefe und Unerschöpflichkeit einer fortwährenden Entwicklung fähig ist, dass hier Gesetze walten, die noch nicht erkannt sind, dass es hier Wege gibt, deren Verästelungen wir bloß ahnen und dass hier Möglichkeiten vorliegen, deren Ergründung uns noch sehr viel zu schaffen geben wird."
L. Wekerle
 
"Schach ist in seinem Geist ein Spiel, in seiner Form eine Kunst und in seiner Ausführung eine Wissenschaft."
Baron Tassilo
 
"Schach ist nicht wie das Leben ... es hat Regeln!"
Mark Pasternak
 
"Ein Schachspiel ist ein Dialog, eine Konversation zwischen einem Spieler und seinem Gegner. Jeder Zug des Gegners kann Drohungen mit sich bringen oder ein grober Fehler sein. Aber ein Spieler kann sich nie gegen Drohungen wehren oder Nutzen aus Fehlern ziehen, wenn er sich nicht zuerst selbst fragt: "Was plant mein Gegner damit?"
Bruce A. Moon  
 
"Schach ist vor allem ein Kampf!"
Dr. Emanuel Lasker, dt. Schachweltmeister
 
"Schach ist wie ein Gewächshaus, in dem die Früchte eines Charakters besser reifen als im normalen Leben."
Edward Morgan Foster
 
"Bauern werden frei geboren und sind doch überall in Ketten."
Rick Kennedy
 
"Das Wesen des Schachs ist darüber nachzudenken, was Schach ist."
David Bronstein
 
"Wenn wir in den Kopf eines Schachspielers schauen könnten, würden wir eine ganze Welt aus Gefühlen, Bildern, Emotionen und Leidenschaften sehen."
Alfred Binet, frz. Psychologe
 
"Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs."
Dr. Siegbert Tarrasch, dt. Großmeister
 
"Wie die Liebe und die Musik hat Schach die Kraft, Leute glück zu machen."
Dr. Siegbert Tarrasch
 
"Vom Schach wird gesagt, dass das Leben nicht lang genug dafür ist. Doch das ist ein Fehler des Lebens und nicht des Schachs."
William Ewart Napier
 
"Kombinationen waren schon immer der fesselndste Aspekt des Schachs. Die Meister suchen nach ihnen, die Allgemeinheit applaudiert ihnen, die Kritiker loben sie. Kombinationen sind nur möglich, weil Schach mehr ist als eine leblose mathematische Übung. Sie sind die Poesie des Spiels; sie sind für das Schach das, was die Melodie für die Musik ist. Sie repräsentieren den Triumph des Geistes über die Materie."
Reuben Fine, amerik. Großmeister
 
"Das Schachbrett ist die Welt, die Figuren sind die Phänomene des Universums, die Regeln des Spiels sind das was wir als Naturgesetze bezeichnen und der Spieler auf der anderen Seite ist vor uns verborgen."
Thomas Huxley, engl. Naturforscher, Mediziner, Biologe und Philosoph
 
"Das Schachspiel steht der Violine in keinster Weise nach, und wir haben eine Vielzahl professioneller Violinisten."
Michail Botwinnik, russ. Schachweltmeister
 
"Alles ist in Bewegung, die Schachwelt eingeschlossen."
Michail Botwinnik
 
"Schach ist ein Teil der Kultur und wenn die Kultur untergeht, wird auch das Schach untergehen."
Michail Botwinnik
 
"Schach ist die Kunst der Analyse."
Michail Botwinnik
 
"Im Schachspiel denken wir, weil es uns Freude macht, unsere Denkfähigkeit zu üben, und nicht, um durch das Denken einen außerhalb des Spiels liegenden Zweck zu erreichen. Hier ist das Denken Selbstzweck geworden, weil es einen lustbetonten Charakter angenommen hat."
L. Neymeyer
 
"Im Schachspiel offenbart sich durchaus, ob jemand Fantasie und Initiative hat oder nicht."
Christian Morgenstern, dt. Schriftsteller
 
"Auf dem Schachbrett der Meister gilt Lüge und Heuchelei nicht lange. Sie werden vom Wetterstrahl der schöpferischen Kombination getroffen, irgendwann einmal, und können die Tatsache nicht wegdeuteln, wenigstens nicht für lange, und die Sonne der Gerechtigkeit leuchtet hell in den Kämpfen der Schachmeister."
Jean Paul, dt. Schriftsteller
 
"Die Schachfiguren sind wie Drucklettern, die Gedanken in eine Form bringen; und obwohl diese Gedanken einen visuellen Eindruck auf dem Schachbrett hinterlassen, äußert sich ihre Schönheit abstrakt, wie in einem Gedicht."
Marcel Duchamp, frz. Maler und Schriftsteller
 
"Ich halte jeden gegen den ich spiele für einen Meister, bis er mir das Gegenteil bewiesen hat."
Wassili Panow
 
"Schach überragt alle Spiele wie der Chimborasso einen Misthaufen."
Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph
 
"Schach ist ein Reich wo sich die menschliche Phantasie frei entfalten kann."
David Bronstein
 
"Schach ist ein Spiel des Verstandes und nicht des Gedächtnisses."
Eugene Snosko-Borowski
 
"In zehn Mordfällen gibt es nicht so viele Geheimnisse wie in einer Partie Schach."
Sir Arthur Conan Doyle, engl. Kriminalschriftsteller
 
"Die Natur hat uns das Schachbrett gegeben, aus dem wir nicht hinauswirken können, noch wollen, sie hat uns die Steine geschnitzt, deren Wert, Bewegung und Vermögen nach und nach bekannt werden; nun ist es an uns, Züge zu tun, von denen wir uns Gewinn versprechen."
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter
 
"Außer der Philosophie weiß ich kein so gutes Treibmittel des Gehirns, als höchstens Schach und Kaffee."
Jean Paul, dt. Schriftsteller
 
"Die erstaunliche Logik und die mathematische Exaktheit stellen das Schachspiel auf eine Stufe mit jeder exakten Wissenschaft, während Schönheit und Bildhaftigkeit seiner Ausdrucksform im Verein mit künstlerischer Phantasie es in eine Reihe mit allen anderen Künsten rücken lässt."
Gottfried Wilhelm Leibniz, dt. Philosoph und Mathematiker
 
"Schach ist, wie die Liebe, ein Konflikt zwischen Reflexen und Reflexionen."
D. J. Morgan
 
"Das Schachspiel ist nicht bloß eine müßige Unterhaltung. Verschiedene schätzbare und im Laufe des menschlichen Lebens nützliche Eigenschaften des Geistes können dadurch erworben oder gekräftigt werden, so dass sie Gewohnheiten werden, die uns nie im Stich lassen."
Benjamin Franklin, US-amerik. Politiker, Erfinder des Blitzableiters
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #8 am: 05. Mai 2007, 21:28 Uhr »

Das Leben ein Spiel!
Die Regeln kennen wir nicht wirklich, sie bleiben prinzipiell unserem Menschengeist verborgen ---
wir nennen diese Regeln "Natur" oder "Gott".
 
Multi 2007 ...  
ganz im Sinne von Thomas Huxley, engl. Naturforscher, Mediziner, Biologe und Philosoph:
 
"Das Schachbrett ist die Welt, die Figuren sind die Phänomene des Universums, die Regeln des Spiels sind das was wir als Naturgesetze bezeichnen und der Spieler auf der anderen Seite ist vor uns verborgen."
« Zuletzt bearbeitet: 05. Mai 2007, 21:36 Uhr von MultiVista »  IP-Icon gespeichert

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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #9 am: 25. Mai 2007, 14:11 Uhr »

"Die Natur hat uns das Schachbrett gegeben,  
aus dem wir nicht hinauswirken können, noch wollen,  
sie hat uns die Steine geschnitzt, deren Wert, Bewegung und Vermögen nach und nach bekannt werden;  
nun ist es an uns, Züge zu tun, von denen wir uns Gewinn versprechen." (Johann Wolfgang von Goethe)
 
Aber Herr Goethe!
Seit wann ziehen sich denn Figuren auf dem Schachbrettt "Welt" selbst?
Sie werden gezogen.
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #10 am: 26. Mai 2007, 08:13 Uhr »

Hallo Multi
Das Leben betrachtet als ein Spiel.
Allerdings das einzige Spiel, das man nicht zweimal spielen kann. Die Welt ist das einzige "Experiment", das nicht wiederholt werden kann.  
Analogien wie Schachfiguren und Spielkarten greifen nur bedingt, denn im Lebensspiel beinhaltet jede ausgeteilte Karte unendlich viel Information und der Empfänger der Karte ist gezwungen, einzelne Elemente der Karten bei seiner Analyse zu vernachlässigen. Die einzelnen Schachfiguren morphen undentwegt, der Bauer wird zur Dame, diese wird plötzlich schwarz, es tauchen unbekannte Figuren auf.
Das Leben ist ein Spiel das zu beschreiben mehr als unendlich viele Regeln benötigte.
 
Gruss
 
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #11 am: 12. Juni 2007, 08:02 Uhr »

"Die Welt eine Bühne,  
das Leben ein Spiel"
 
Shakespeares Gedanke trifft doch immer zu!
 
Wir spielen immer... und wer es weiss, der ist klug!  
 
A.Schnitzler, "Paracelus":
 
Es fließen ineinander Traum und Wachen  
Wahrheit und Lüge. Sicherheit ist nirgends
 
Wir wissen nichts von andern
nichts von uns
 
Wir spielen immer
wer es weiß, ist klug.  
 
Multi konstatierte ja schon vor Jahren, dass das Leben ein Spiel sei:
 
Das Spiel des Lebens mag vielleicht Fussball sein
 
Doch draengt sich der Verdacht auf, dass das Leben sehr gut mit einem Kartenspiel (Pokern) zu vergleichen ist.
 
Die Verteilung der Karten fuer das Spiel des Lebens sind nicht "gerecht" verteilt - sonst waere es ja auch kein Spiel sondern ein langweiliges Paradies. Die Karten werden gemischt! Jede/r kriegt SEIN Blatt. Jeder bekommt mehr oder weniger gute assets (Karten)- als da waeren:  
 
Gesundheit, Intelligenz, Schoenheit, Reichtum etc etc ...
 
Jeder, auch der mit dem schlechten Blatt kann pokern und so gelingt es manchmal dem einen oder der anderen, das Spiel zu machen, auch wenn er/sie schlechte Karten hat.
 
Trotzdem bleibt es dabei: Die Verteilung ist ungerecht.  
Auch Macht ist entsprechend asymmetrisch verteilt.  
 
Aber jedes Spiel ist mal zu Ende.  
Wichtig ist , dass man/frau den Spass dabei nicht ganz verloren hat.
 
Das Spiel des Lebens ist irgendwann AUS.
oder aber am Schluss wird ggf. wieder NEU gemischt!  
A new deal! Ein neuse Blatt.
 
Die Gewißheit ist kein Grundpfeiler des Dramas Leben, d.h. lediglich die "Als-Ob" Gewissheit. Zufall, Zweifel und Mehrdeutigkeiten machen die Unwägbarkeiten des Lebens unberechenbar, dafür spannend - aber eben auch mit echten Verlierern und grosse Verlusten.... in diesem "Welt-Spiel".
 
Ist das Spiel also nicht die richtige Metapher für das Leben?
 
Aus einem Spiel kann man aussteigen, man kann falsch spielen u.s.w.,
wie im Leben auch, bspw. durch Selbstmord.
 
Ein ernstes Spiel, nicht wahr?
 
Game Over?
Not Yet
 
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #12 am: 12. Juni 2007, 10:07 Uhr »

"Sein und Werden" bilden keinen Gegensatz, sondern eine Einheit. Ich nenne sie Spiel.
Für "Sein und Schein" gilt dasselbe.
 
Don Qu.
« Zuletzt bearbeitet: 12. Juni 2007, 10:21 Uhr von Don_Quichote »  IP-Icon gespeichert
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #13 am: 12. Juni 2007, 12:37 Uhr »

Friedrich Nietzsche deutet in seiner Heraklit Interpretation die Welt als „göttliches Spiel“.  
 
 Nietzsche sieht im Spiel spielerische Unschuld und Freiheit, ganz im Gegensatz zu Wittgenstein dessen Sprachspiel eine Sammlung von Regeln darstellt, die sinnvoll oder eben sinnlos sein können.  
 
Nietzsche findet seine "Spieltheorie" bereits bei Heraklit vorgebildet.  
 
„Ein Werden und Vergehen, ein Bauen und Zerstören, ohne jede moralische Zurechnung, in ewig gleicher Unschuld, hat in dieser Welt allein das Spiel des Künstlers und des Kindes. Und so, wie das Kind und der Künstler spielt, spielt das ewig lebendige Feuer, baut auf und zerstört, in Unschuld – und dieses Spiel spielt der Aeon mit sich.“  (KSA I, 830)  
 
Heraklit verkündete eine Lehre des Gegensätzlichen: Jedes Ding beinhaltet seine eigene Negation, ja der gesamte Kosmos ist der ewige Widerstreit aneinandergebundener Gegensätze, der sich in stetem Werden und Vergehen äußert. Die Welt ist also nicht wie im Volksglauben stabil und unveränderlich, sondern ein steter Prozess und ein ewiges Fließen.
siehe auch meine Beiträge zum <unterwegs seyn>.
 
 Als Metapher für die ganze Welt als unsteten Prozess und Übergang wählt Heraklit das Feuer. Und irgendwann, prophezeite er, vergeht jede Welt als Ganzes im reinen Feuer, im Weltenbrand, aus dem dann eine neue Welt des Gegensätzlichen hervorgeht.
 
Darauf aufbauend deutet Nietzsche die (brennende) Welt als Spiel des Zeus, als Spiel des Feuers mit sich selbst.
 
 Die Welt ist göttliches Spiel und als solches ein Werden und Vergehen, ein Bauen und Zerstören, ein Schaffen und Vernichten ohne jede moralische Zurechnung in ewiger Unschuld. Diese Unschuld vergleicht er eben mit dem „Spiel des Künstlers und des Kindes“. In dieser spielerischen und ästhetischen Unschuld „spielt das ewig lebendige Feuer“. Es spielt mit sich selbst.
 
Der Äon, so Nietzsche, baut wie ein Kind Sandhaufen und zertrümmert sie wieder, um von Zeit zu Zeit nach einigen Augenblicken der Sättigung das Spiel von Neuem zu beginnen. Sobald er baut, formt er aber nach inneren Ordnungen. Es ist also der „immer neu erwachende Spieltrieb“, der immer neue Welten erzeugt. Die Welt in ihrem Werden und Vergehen ist Spiel.
 
Denen, die fragen, warum denn die Welt jetzt diese Form annimmt und bald darauf schon eine andere, lässt Nietzsche Heraklit entgegnen: „Es ist ein Spiel, nehmt's nicht zu pathetisch, und vor allem nicht moralisch.“ Der „ästhetische Mensch“ schließlich, so Nietzsche, erkennt, dass sich Notwendigkeit und Spiel zur Zeugung des Kunstwerks paaren müssen und dass die Welt als Ganze insofern ein Kunstwerk ist. Wer nicht die beste aller Welten will, sondern sich damit zufrieden gibt, dass sie „das schöne unschuldige Spiel des Äon“ ist, hat sie in seiner ästhetischen Wahrnehmung richtig verstanden.  
 
Was bedeutet für Nietzsche hier also das Spiel als Weltprinzip? Hauptsächlich eine kindliche Ungebundenheit und Freiheit. Der Spielende bleibt für Nietzsche in seinem Bauen und Zerstören in spielerischer Unschuld. Er untersteht keinem moralischen Gesetz und schafft und vernichtet ganz nach der Willkür des eigenen Spieltriebs. Interessant ist, dass sich nach Nietzsche auch der Künstler auf derselben Ebene bewegt wie das spielende Kind. Die ästhetische Unschuld und Freiheit des schaffenden Künstlers ist dieselbe wie die spielerische Unschuld und Freiheit des Kindes, sagt einer (nämlich Nietzsche), der sich selbst auch als Dichter und Komponist ausgezeichnet hat. Eines kann man in Weiterführung von Nietzsches Gedanken sicherlich sagen:  Im Spiel ist jeder Spielende in seiner spielbedingten freien Ungebundenheit göttlich.  
 
Das Spiel enthält sowohl aufbauende als auch zerstörende Momente.(siehe auch Heraklit) Die Zerstörung ist also keine spielfremde, von außen eingreifende Macht, sondern sie kommt aus dem Spielen selbst.  
Das Spiel ist grundlos und in diesem Sinne frei, es beruht auf keinem Grunde außer ihm, sondern ist, was es ist, durch selbsteigene Entfaltung. Der Anfang des Spiels ist arbiträr (besser: spontan"), wie die Laune des spielenden Kindes; aus dem arbiträren (spontanen) Anfang aber entsteht aufbauend Ordnung: das Kind „knüpft und fügt und formt ... gesetzmäßig.“ (KSA I, 831)  
Das Spiel ist selbstgenügsam. Die Lust, die es gewährt, liegt nicht in der Erreichung eines dem Spiel jenseitigen Ziels, sondern im Spielen selbst.  
Der Mensch fungiert im ästhetischen Spiel nicht nur als Spielender, als Subjekt des Spiels, sondern als Gespieltes, als ein im umgreifenden Spiel des Daseins und der Welt aufgenommenes Element.  
 
 
Don Qu.
 
« Zuletzt bearbeitet: 12. Juni 2007, 14:43 Uhr von Don_Quichote »  IP-Icon gespeichert
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Re: Leben? Ein SPIEL nur..
« Antworten #14 am: 12. Juni 2007, 14:28 Uhr »

Am 12. Juni 2007, 06:12 Uhr, schrieb Don_Quichote :


 
"Sein und Werden" bilden keinen Gegensatz, sondern eine Einheit. Ich nenne sie Spiel.....
 

 
Sein, Werden  u n d   Zerstörung!
 
Und Du zitierts ja auch:
 
Nietzsche findet seine "Spieltheorie" bereits bei Heraklit vorgebildet...  „Ein Werden und Vergehen, ein Bauen und Zerstören, ohne jede moralische Zurechnung.."
"Heraklit vertritt eine Lehre des Gegensätzlichen:
Jedes Ding beinhaltet seine eigene Negation..."
 
Das werte ich allerdings nicht als GEGENsatz, sondern als Systemimmanez.
 
Und Du zitierst ja dan auch:
"Darauf aufbauend deutet Nietzsche die (brennende) Welt als Spiel des Zeus, als S p i e l  des Feuers  
m i t  s i ch  s e l b s t."
 
und:
 
"Das Spiel ist eine Bewegung, die sowohl aufbauende als auch zerstörende Momente enthält.(siehe auch Heraklit)....dem  Spiel kommt die Zerstörung nicht von außen, sondern sie ist ein Moment des spielenden Vollzugs s e l b s t..."
 
und:
 
"Das Spiel ist grundlos,  
es beruht auf keinem Grunde außer ihm...."
 
"Der Äon, so Nietzsche, baut wie ein Kind Sandhaufen und zertrümmert sie wieder, um von Zeit zu Zeit nach einigen Augenblicken der Sättigung das Spiel von Neuem zu beginnen"
 
Hier würde ich es so deuten, dass eben sein - werden - vergehen am Werke des Spiels sind.... und wichtiger: Es ist eigentlich nichts wirklich neues entstanden, sondern nur etwas anderes, im Sinne von Nietzsches "Wiederkehr des ewig gleichen"
 
"Sobald er baut, formt er aber nach inneren (!) Ordnungen.  
Es ist also der „immer neu erwachende Spieltrieb“, der immer neue Welten ins Leben ruft. Die Welt ist in ihrem Werden und Vergehen Spiel."
 
Hier gefällt mir am besten, das dieses Spiel (Leben) nach seinen INNEREN Ordnungen (Gert würde sagen "Gesetzen" abläuft...und ich sehe es als Bestätigung meiner Philosophie des "Nicht sich selbst -  bestimmenden" Wesens...
 
und :
 
"... das Kind knüpft und fügt und formt...gesetzmäßig.“
 
"Es ist ein Spiel, nehmt's nicht zu pathetisch,  
und vor allem nicht moralisch“
 
Multi fügt hinzu:
Nehnt das Spiel des Lebens nicht zu ernst,  
es nimmt Euch auch nicht ernst...  
es spielt nur...  
 
wenngleich auch für manchem mit gutem Ausgang, für die meisten aber mit einem bösen Ausgang (zumal nur wenige das Himmelreich sehen werden )
 
"Die Lust, die es gewährt, liegt  
n i c h t  in der Erreichung eines dem Spiel  
j e n s e i t i g e n  Z i e l s,  sondern inhäriert der  
Durch- und Vollführung der spielenden Tätigkeit.  
 
Der Mensch fungiert im Spiel nicht nur als Spielender,  
als Subjekt des Spiels, s o n d e r n  a l s    
G e s p i e l t e s (!),  als ein im umgreifenden Spiel des Daseins und der Welt aufgenommenes Element"
 
Siehe Themen "Freier Wille" oder "Selbstbestimmung"
 
Don Q., habe Dank  
für Deinen inspirierenden Beitrag!
 
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