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Thema: Grenzen der Toleranz (Gelesen 17213 mal) |
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Samantha_Ebner (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #137 am: 25. Jan. 2009, 09:40 Uhr » |
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Hallo allerseits, Zitat aus Precht "Wer bin ich, und wenn ja wieviele?" Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass manche Hirnschäden, die zu schwerwiegenden Verhaltensstörungen führen in naher Zukunft operativ behoben werden können. Wäre es nicht besser für den Täter wie dür die Gesellschaft, den hirngeschädigten Verbrecher - vielleicht sogar zwangsweise? - einer Hirnoperation zu unterziehen, statt ihn lebenslänglich einzusperren oder gar hinzurichten? - Schön und gut, aber welcher (Gewalt-)verbrecher ist schon wirklich gesund? - Ist nicht Kriminalität generell "ein psychischer Defekt"? Wollen wir nur mehr zwangsheilen und nicht strafen? - Entschuldigt Krankheit wirklich alles? Wo führt das hin? Grüße Samantha
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MultiVista (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #138 am: 28. Jan. 2009, 10:25 Uhr » |
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Ganz einfach: Krankheit entschuldigt moralisch. Aber nicht strafrechtlich. Weil sonst das System nicht stabil gehalten würde.. P.S. Für Akyol ist es "richtig, Integration nach ethnischen Kriterien zu beurteilen. Es ist streitbar, es ist immer noch ein Tabu, aber es ist nicht falsch. http://www.philtalk.de/msg/1192953593.htm Wer glaubt, dass Bildungsarmut stets soziale Ursachen und keine kulturellen hat, sieht sich durch das vietnamesische Beispiel widerlegt. ... Deswegen haftet den Worten der Kritiker etwas seltsam Gestriges an. Denn einen Mangel an Erkenntnissen gibt es schon lange nicht mehr, sondern einen Mangel an Handlungen. Deswegen sollte die Studie als Anstoß zum Handeln verstanden werden - nicht nur für die Politik, vor allem für die Migranten. Die Schuld der Politik zuzuschieben ist einfach und nachvollziehbar. Der Rassismusvorwurf verliert irgendwann seine Wirksamkeit. Sich selbst aus der Außenseiterrolle zu befreien ist schwierig, aber wichtig." http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ress ort=tz&dig=2009%2F01%2F28%2Fa0084&cHash=e36c10f637 http://www.zeit.de/2009/05/B-Vietnamesen
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Samantha_Ebner (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #139 am: 28. Jan. 2009, 17:54 Uhr » |
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Das gilt mE auch für gewisse afrikanische Volksgruppen. Treffend formuliert das letzte Post und auch irgendwie beruhigend, dass man sich der Thematik endlich einmal annimmt. Gruß Samantha
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Think-Thank (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #140 am: 08. Feb. 2009, 10:26 Uhr » |
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Was sind die Grenzen der Toleranz? Die theoretisch gestellte Frage kann allgemein beantwortet werden. Die Grenze ist die nicht duldbare Überschreitung der Nutzwerttoleranz
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| « Zuletzt bearbeitet: 08. Feb. 2009, 10:34 Uhr von Think-Thank » |
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Das Denken für sich allein bewegt nichts, sondern nur das auf einen Zweck gerichtete und praktische Denken. _____________________________ A R I S T O T E L E S _____________________________
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delfi (Online)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #141 am: 11. Feb. 2009, 11:45 Uhr » |
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Am 28. Jan. 2009, 10:25 Uhr, schrieb MultiVista :Ganz einfach: Krankheit entschuldigt moralisch. Aber nicht strafrechtlich. Weil sonst das System nicht stabil gehalten würde.. P.S. Für Akyol ist es "richtig, Integration nach ethnischen Kriterien zu beurteilen. Es ist streitbar, es ist immer noch ein Tabu, aber es ist nicht falsch. http://www.philtalk.de/msg/1192953593.htm Wer glaubt, dass Bildungsarmut stets soziale Ursachen und keine kulturellen hat, sieht sich durch das vietnamesische Beispiel widerlegt. ... Deswegen haftet den Worten der Kritiker etwas seltsam Gestriges an. Denn einen Mangel an Erkenntnissen gibt es schon lange nicht mehr, sondern einen Mangel an Handlungen. Deswegen sollte die Studie als Anstoß zum Handeln verstanden werden - nicht nur für die Politik, vor allem für die Migranten. Die Schuld der Politik zuzuschieben ist einfach und nachvollziehbar. Der Rassismusvorwurf verliert irgendwann seine Wirksamkeit. Sich selbst aus der Außenseiterrolle zu befreien ist schwierig, aber wichtig." http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ress ort=tz&dig=2009%2F01%2F28%2Fa0084&cHash=e36c10f637 http://www.zeit.de/2009/05/B-Vietnamesen |
| hallo multi, für mich schon erstaunlich, dass du hier unter dem Thema Grenzen der Toleranz, die Ausländerproblematik anführst. Deutschland hat hier zweifellos Defizite, andere Länder machen das besser. Der Ausdruck Migranten ist bereits stigmatisierend, wie dein Beispiel mit den Vietnamesen zeigt. Auch ein Franzose in Deutschland ist ein Migrant. Das Wort lässt Assoziationen aller Ausländer mit Türken entstehen, was einfach diskriminierend ist bezüglich der Fähigkeit sich zu integrieren. Die Worte Migranten und Rassen sind daher eher zu meiden, weil sie Vorurteile beinhalten. Deshalb muss man Integrations-unwillige (Türken) nicht mit Samthandschuhen anfassen Salve
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gnôthi seautón, medèn ágan, eî
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metin_oztaskin (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #142 am: 27. Feb. 2009, 19:03 Uhr » |
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Am 28. Okt. 2001, 20:17 Uhr, schrieb Einstein[?] : Nur das ist es doch gerade, was den Menschen ausmacht - die menschliche Grundmotivation: Jeder Mensch ist egoistisch - selbst Fortpflanzung macht "Spaß" und ist somit wieder daran rückgekoppelt. Das sich daran irgendetwas geändert haben sollte sehe ich nicht. Trotzdem ist zu bemerken, dass wir in einem wirtschaftlichen System leben, das genau diese Grundmotivation ausnutzt - egoistisches Denken wird deshalb praktisch auch von staatlicher Seite her gefördert, und versucht in allgemeinen Nutzen zu transformieren. |
| Hallo freunde, ich denke, der Staat muss egoistisches denken fördert und kontrollieren, .ansonsten funktionieren. Wer viel arbeitet, hat eine Rechte. Wenn der Staat daher kommt, ihnen diese Rechte beschneiden, dann sind die Menschen aus nachvollziehbar Gründe zufrieden. Sie fühlen sich ungerecht behandelt. Der Staat sich also gefallen, wenn es egoistisches Interesse des einzelnen Menschen fördert. Der Staat dann kontrolliert, wenn durch das egoistische Denken die Freiheit der schwachen Bürger beraubt wird. Hat die Planwirtschaft nicht gezeigt, das es nicht funktionieren, wenn man egoistisches Denken zu bremsen versuch. Das Zusammenleben kann dann funktionieren, wenn auf die Natur die einzelne Rücksicht genommen wird. Mit freundlichen Grüßen Metin Öztaskin
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MultiVista (Offline)
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Re: Grenzen der In - Toleranz
« Antworten #143 am: 14. Mai 2009, 15:23 Uhr » |
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Der Hessische Kulturpreis, der den interreligiösen Dialog würdigt, s o l l t e in diesem Jahr an den Katholiken Kardinal Lehmann, den Protestanten Peter Steinacker, den Juden Salomon Korn und den Muslim Navid Kermani verliehen werden. Doch nach Lektüre eines Artikels von Navid Kermani in der N Z Z über Guido Renis Bild "Kreuzigung", haben Lehmann und Steinacker es abgelehnt, den Preis mit ihm in Empfang zu nehmen: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/muslime_bleiben_aussen_vor_ 1.2552306.html Kermani schrieb damals http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/warum_hast_du_u ns_verlassen__guido_renis_kreuzigung_1.2195409.html "Für mich aber ist das Kreuz ein Symbol, das ich theologisch nicht akzeptieren kann, akzeptieren für mich, meine ich, für die Erziehung meiner Kinder. Andere mögen glauben, was immer sie wollen; ich weiß es ja nicht besser. Ich jedoch, wenn ich in der Kirche bete, was ich tue, gebe acht, niemals zum Kreuz zu beten. Und nun saß ich vor dem Altarbild Guido Renis in der Kirche San Lorenzo in Lucina und fand den Anblick so berückend, so voller Segen, dass ich am liebsten nicht mehr aufgestanden wäre. Erstmals dachte ich: Ich – nicht nur: man –, ich könnte an ein Kreuz glauben. So viel interreligiöse Toleranz müssen Lehmann und Steinacker erst mal aufbringen. Sollte man nicht i h n e n den Preis aberkennen?
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TIEF durchatmen nicht vergessen! Weil was wirklich wirklich ist, weiss der Mensch nun wirklich nicht... (c) Multi 2003
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MultiVista (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #145 am: 24. Sept. 2009, 15:59 Uhr » |
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Die meisten von uns stehen heute derart unter Toleranz- und Akzeptanz-Zwang, dass sie es angesichts dümmster Meinungen, verwerflichster Handlungen und ekelhaftester Manieren bloß zu einem verkrampften Grinsen bringen. "Der gebildete Mensch hat die Pflicht, intolerant zu sein." http://www.wienerzeitung.at/default.aspx?tabID=4152&alias=wzo&co b=438097
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| « Zuletzt bearbeitet: 24. Sept. 2009, 16:01 Uhr von MultiVista » |
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TIEF durchatmen nicht vergessen! Weil was wirklich wirklich ist, weiss der Mensch nun wirklich nicht... (c) Multi 2003
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wokarb
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #146 am: 24. Sept. 2009, 16:38 Uhr » |
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Auch Herbert MARCUSE hatte vor Jahrzehnten im Begriff der repressiven Toleranz eine zutreffende soziologische Analyse im Kontext seines "Der eindimensionale Mensch" formuliert ... Es ist höchste Zeit für eine Renaissance kritischer sozialphilosophischer Reflexionen, nachdem J. HABERMAS in Pension gegangen ist und nur noch für's altlinke Feuilleton punktuell was taugt ... Und das "verkrampfte Grinsen" ist lediglich ohmächtiger Ausdruck der theoretischen und praktischen Hilflosigkeit...bzw. als zynische Variante Ausdruck des "unglücklichen Bewusstseins" (P. Sloterdijk).
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| « Zuletzt bearbeitet: 24. Sept. 2009, 16:41 Uhr von wokarb » |
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Samantha_Ebner (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #147 am: 24. Sept. 2009, 16:55 Uhr » |
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Hallo wiedereinmal, Toleranz heißt für mich "Duldung" und das "So Sein Lassen" des Anderen auch wenn ich es nicht gerade für den besten Weg halte. Aber: Diese "Duldung" endet genau dort, wo das "So Sein" des anderen mein "So Sein" beeinträchtigt, behindert oder nicht mehr ermöglicht. Für mich ist Toleranz ohne Gegentoleranz und einem gewissen Konsens im Zusammenleben nicht machbar. Das ist für mich die Grenze der Toleranz. Liebe Grüße Samantha
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"Es gibt nichts Neues unter der Sonne" aber "Man lernt nie aus" und "Nur wer sich ändert, bleibt sich selber treu."
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Volker.Alzey
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #149 am: 25. Sept. 2009, 13:08 Uhr » |
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Genau das ist der Punkt. Das Wesentliche. Dort, wo das Wesen (die Essenz, die Seele) eines Menschen bedroht wird (z.B. durch Hartz-IV) ist die Grenze der Toleranz überschritten. Nun seht weiter weg und gebt euch eurer Ohnmacht hin, ihr Schafe. Der böse Wolf
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