PhilTalk Philosophieforen

Guten Abend Gast. Bitte Login oder Registrieren.
02. Sept. 2010, 22:47 Uhr


   PhilTalk Philosophieforen
   Praktische Philosophie
   Ethik
(Moderator: Uwe)
   Grenzen der Toleranz
Board-Icon Forum
ÜbersichtÜbersicht
Neueste BeiträgeNeueste Beiträge
QuizQuiz
HilfeHilfe
SucheSuche
Login-Icon Login (Passwort vergessen?)
Benutzername
Passwort

Nicht angemeldet? Kostenlos registrieren!

Buch-Icon Lexika
Buch-Iconphilosophenlexikon.de
Buch-IconPhilLex - Lexikon der Philosophie
Buch-IconLexikon der griechischen Mythologie
Buch-Icon PhiloThek
Buch-IconBibliothek der Klassiker
Buch-IconZeitschriftenlesesaal
Buch-IconNachschlagewerke
Info-IconAllgemeine Information
Info-IconDokumentenlieferdienste
Spiele-Icon Spiele
 Philosophisches Galgenraten
WWW-Search-Icon PhilSearch.de
Einkaufswagen-Icon Shops
Einkaufswagen-IconPhiloShop
Einkaufswagen-IconPhiloShirt
Board-Icon Service
Philosophie-Zitate für Ihre HomePage
Board-Icon Kontakt
Impressum
eMail
« Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Seiten: 1 2 3 4  ...  19 | Thema versenden | Drucken
   Autor  Thema: Grenzen der Toleranz  (Gelesen 17202 mal)
Burkard_Kircher (Offline)
Einsteiger
*




"Der Hintern des Teufels ist die Unruhe, die Langeweile ist der Hintern Gottes" Ernst Bloch an Georg Lukács, 12.7.1911

   
Profil anzeigen |

Beiträge: 32
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #15 am: 28. Nov. 2001, 17:39 Uhr »

Zur Toleranz immer noch lesenswert:
Herbert Marcuse, Repressive Toleranz, (enthalten in dem kleinen Bändchen Kritik der reinen Toleranz, Herbert Marcuse u.a., Suhrkamp)
"Da man sie (die Revoltierenden, bk) schlagen wird, kennen sie das Risiko, und wenn sie gewillt sind, es auf sich zu nehmen, hat kein Dritter, und am allerwenigsten der Erzieher und Intellektuelle, das Recht, ihnen Enthaltung zu predigen." (Schluß des Aufsatzes über "Repressive Toleranz". Dieser Aufsatz hat dem Marcuse einiges an Ärger eingebracht, lassen wir ihn einfach mal so stehen.)
Siehe auch in diesem Forum Buchempfehlungen
Gruß
Burkard Kircher
  IP-Icon gespeichert

ZU JEDEM MENSCHLICHEN PROBLEM GIBT ES EINE LÖSUNG, DIE EINFACH, SAUBER UND FALSCH IST.
W. LIPPMANN
Zarathustra82 (Offline)
Mitglied
***





122034536 122034536    
Profil anzeigen |

Beiträge: 101
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #16 am: 07. Dez. 2001, 19:31 Uhr »

Hi Sonja!
 
Homosexualität, oder Atheismus des Nachbarn schränken dich doch weder in deinen Rechten, noch in deiner Freiheit, die in diesen Rechten verankert ist ein. Das "Recht" muß so konzipiert sein, dass es eine maximale Freiheitsgarantie für jeden erschafft und Überschneidungen vermeidet.
 
MfG
Markus
  IP-Icon gespeichert

Gott kümmert sich nicht um unsere mathematischen Schwierigkeiten. Er integriert empirisch.
-Albert Einstein
xy (Offline)
Einsteiger
*





   
Profil anzeigen |

Beiträge: 4
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #17 am: 14. Dez. 2001, 15:26 Uhr »

Hallo.
 
ICh will nun nicht weiter auf die anderen Beiträge, die hier schon veröffentlicht sind eingehen und das Problem nur einmal allgemein erfassen.
Wenn man die Grenze der Toleranz sucht, dann muss ich Wissen, was zu tollerieren ist. Wenn es darum geht einen Menschen zu tollerieren, dann ist das etwas anderes als wenn ich es tollerieren soll, dass ich z.B. von einem zeiten geschlagen werde. Der Ansatz muss beim Gegenstand der Betrachtung liegen, der Begriff Tolleranz und die Farge nach der Grenze der selbigen ist zuweit gefasst.
 
Grundsätzlich kann man jedoch eine gewissen Tolleranz aus Achtung vor dem Nächtsen verlangen, wenn man davon ausgeht dass der Nächste Auchtung verdient.
  IP-Icon gespeichert
Sheelina (Offline)
Moderator
V.I.P.
*****




Der Wille ist ein überschwenglich Maß an Hoffnung.

   
Profil anzeigen |

Beiträge: 7889
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #18 am: 16. Dez. 2001, 23:38 Uhr »

, da hat sich bei mir doch glatt ein Rechtschreibfehler eingeschlichen.  
Tolle tolerannte Gesellschaft, in der man nur geduldet wird?
 
Schöne Grüße  :)
Lina
  IP-Icon gespeichert

"Die Zeit ist die Seele der Welt" (griech. Weisheit)
Der Geist ist der Raum der Welt.

Von ´01-´09 schrieb ich hier. Seit 06 als Mod. eingetr. Inaktiv seit 2009. Ich wünsche dem Forum alles Gute
Sheelina (Offline)
Moderator
V.I.P.
*****




Der Wille ist ein überschwenglich Maß an Hoffnung.

   
Profil anzeigen |

Beiträge: 7889
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #19 am: 23. Aug. 2002, 09:20 Uhr »

Am 20. Nov. 2001, 11:54 Uhr, schrieb underworld :

"Aber wir sprechen alle so unterschiedliche Sprachen, so unterschiedlich wie unsere Ziele sind. Dabei gehen wir alle den gleichen Weg und der Weg ist das Ziel und das Ziel ist die größtmögliche Einigkeit zu finden (Ich glaub es wird bereits an einer Weltsprache gearbeitet)."
 
Wenn ich das richtig mitbekommen habe sprichst du von
allen,das alles den gleichen Weg gehen und das alle
die gleichen Ziele verfolgen!
woher willst du das wissen??

 
Hallo Sandra,
 
Ich glaube nicht, daß alle die gleichen Ziele verfolgen. Ich denke, daß letztendlich alle Ziele auf ein gemeinsames Ziel hinauslaufen.
 
Wenn dem nicht so wäre, müsste ich davon ausgehen, daß jeder Einzelne der ein eigenes Ziel verfolgt in einer eigenen Welt lebt. Das dies nicht so ist, sehe ich daran, daß jede Begegnung und sei sie noch so winzig, Einfluß hat.
 
Wobei die Toleranz aber eher Ausdruck dessen ist, daß man sich im Grunde gar nicht begegnen will oder kann. Aus was für Gründen auch immer. Toleranz ist demnach eine Möglichkeit sich auf sich selbst zu besinnen.
 
Aber sobald etwas toleriert wird, hat man sich, wenn auch geringfügig damit beschäftigt. Dieses sich beschäftigen führt, hier auf dem Wege der Toleranz (ein Dulden, unabhängig vom Verständnis) zwangsläufig wieder zu einem Weg.  
 
Ich gehe davon aus, daß wir alle den gleichen Ursprung haben. Zumindest aber trafen sich unsere Ursprünge irgendwann. Diese Verbundenheit läßt mich schließen, daß es nur ein Ziel geben kann.  
 
Der Wunsch diese Verbundenheit aufzulösen ist ein Wunsch zum eigenen Ursprung zurückzukehren. Aber wo sollte ich hier trennen? Du gegenüber Ich, Tiere gegenüber Menschen, Frauen gegenüber Männern, Gott gegenüber Satan, Muslime gegenüber Christen, Leben gegenüber Tod, Materie gegenüber Seele?
 
Ich persönlich bevorzuge meist letzteres für meine Überlegungen, denn ich will wissen was noch nicht gewußt ist.  
 
Was meinst Du Sandra, kann man wissen was noch nicht gewußt ist
 
Lina
 
 
 
 
 
 
 
 

« Zuletzt bearbeitet: 23. Aug. 2002, 09:47 Uhr von Sheelina »  IP-Icon gespeichert

"Die Zeit ist die Seele der Welt" (griech. Weisheit)
Der Geist ist der Raum der Welt.

Von ´01-´09 schrieb ich hier. Seit 06 als Mod. eingetr. Inaktiv seit 2009. Ich wünsche dem Forum alles Gute
underworld (Offline)
Mitglied
***



Ignorieren ist noch keine Toleranz. (Theodor Fontane)

   
Profil anzeigen |

Beiträge: 159
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #20 am: 23. Aug. 2002, 13:35 Uhr »

Hallo Lina!
 
im großen und ganzen stimme ich dir zu
aber ich glaube nicht das alle wege gleich enden.
die wahrscheinlichkeit das man sich irgendwie
und irgendwo trifft ist da aber nicht garantiert.
 
und hm..zu deiner letzten frage.
 
wissen was noch nicht gewusst ist.
ja lina das glaube ich kann man..
wenn ich deine frage richtig verstanden habe so werde
ich es dir begründen fals es aber total in eine andere
richtung geht habe ich dich wohl missverstanden.
 
ich glaube man kann wissen was noch nicht gewusst
ist in dem man es im unterbewusstsein aufnimmt.
und später lernt es wahrzunehmen.
 
liebe grüße!
  IP-Icon gespeichert

Der Pessimist beklagt sich über den Wind.
Der Optimist hofft, daß er dreht.
Der Realist stellt die Segel neu.
Sheelina (Offline)
Moderator
V.I.P.
*****




Der Wille ist ein überschwenglich Maß an Hoffnung.

   
Profil anzeigen |

Beiträge: 7889
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #21 am: 23. Aug. 2002, 15:17 Uhr »

Hallo Sandra,
 
ja je weiter die Toleranzgrenze ist, desto unwahrscheinlicher wird es daß man sich begegnet oder mit Deinen Worten gesagt gar trifft, meint man.
Deswegen laufen die Menschen wahrscheinlich auch alle anonym kreuz und quer durch die Stadt. Na gut nicht alle, manchen scheint das Verständnis nur so aus den Augen.
 
Zu Deinem letzten Absatz:
Und wenn es etwas im Unterbußtsein gibt, daß noch nicht gewußt und wir es irgendwann aber wahrnehmen (so denke ich das jetzt auch!), und dieses Etwas das wir als etwas von außen kommendes wahrnehmen, als das Unterbewußtsein erkennen, liegt doch der Verdacht nahe, daß es gar kein individuelles Unterbewußtsein gibt. Wenn es aber nur ein Unterbewußtsein gibt gehen wir alle den gleichen Weg und alles ist bereits gewußt bevor wir es wahrnehmen.
 
Aber keine Sorge, zu Marionetten werden wir deswegen noch lange nicht. Können wir das Ganze (oder wenigstens jeder ein bisschen) immerhin noch im Möglichen unserer Wahrnehmungsfähigkeit gestalten. Kommt halt immer darauf an, was wir als >wahr< anerkennen. Und dies könnte grenzenlos sein, wenn nicht diese Dinge wären, die man tolerieren muß.
 
Tschühüß  
  IP-Icon gespeichert

"Die Zeit ist die Seele der Welt" (griech. Weisheit)
Der Geist ist der Raum der Welt.

Von ´01-´09 schrieb ich hier. Seit 06 als Mod. eingetr. Inaktiv seit 2009. Ich wünsche dem Forum alles Gute
Epimetheus (Offline)
Einsteiger
*





101555185 101555185    
Profil anzeigen |

Beiträge: 22
Keine Toleranz der Toleranz
« Antworten #22 am: 23. Aug. 2002, 17:20 Uhr »

Moin,
 
wenn ich tolerant sein will, wem oder was gegenüber muss ich dann tolerant sein? Bzw darf ich jemandem gegenüber tolerant sein und jemand anderem gegenüber nicht?
 
Ich toleriere die Heterosexualität, warum? Weil sie für mich normal ist.
 
Ein Homosexueller toleriert die Homosexualität, warum? Weil es für ihn normal ist.
 
Ich toleriere die Homosexualität, warum? Weil der Homosexuelle ein vernunftbegabter Mensch ist und für ihn die Homosexualität normal (= vernünftig = richtig =...) ist.
 
 
verallgemeinert:
 
Ich toleriere den Menschen, weil er vernunftbegabt ist und seine Lebensweise aus seiner Perspektive normal, vernünftig und richtig scheint.
 
Weiter;
da ich glaube das meine Meinung der Meinung anderer Menschen gleichwertig ist, da Menschen vernunftbegabt sind, toleriere ich alle Menschen.
 
Aus diesem Grunde toleriere ich alle Menschen, dh ich toleriere Menschen die anders denken wie ich,
ich toleriere Sozialdemokraten,
ich toleriere Christdemokraten,
ich toleriere Liberale,
ich toleriere Kommunisten,
ich toleriere Faschisten - nein
 
"Kein Fussbreit dem Faschismus" wurde mir gelehrt.
"Kommunistenschweine", "Juden bestehlen uns", "Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze", "Politiker bescheissen uns".
 
Offenbar gilt:
Vernünftig ist nur wer so denkt wie ich.
 
Also vergessen wir die Toleranz oder schreiben sie besser noch ins grosse Buch der liberalen Illusionen.
 
 
Selbst nur die zu tolerieren die auch mich tolerieren dürfte mir nicht helfen, denn wer wirft mit dem 1. Stein ohne ausgelacht oder in anderen Szenarien verletzt oder gar getötet zu werden? Wer kann überhaupt so bedingungslos Tolerant sein? Wer hat keinen Feind dem er nicht die Hand zu Versöhnung schütteln würde?
 
MfG,
 
Epimetheus
  IP-Icon gespeichert
Sheelina (Offline)
Moderator
V.I.P.
*****




Der Wille ist ein überschwenglich Maß an Hoffnung.

   
Profil anzeigen |

Beiträge: 7889
Re: Keine Toleranz der Toleranz
« Antworten #23 am: 23. Aug. 2002, 18:54 Uhr »

Am 23. Aug. 2002, 17:20 Uhr, schrieb Epimetheus :

Moin,
 
wenn ich tolerant sein will, wem oder was gegenüber muss ich dann tolerant sein?


 
Hi Epimetheus  
 
Toleranz kann man doch nicht erzwingen. Man muß schon genau prüfen was man tolerieren kann oder nicht.
 
Zitat:

Bzw darf ich jemandem gegenüber tolerant sein und jemand anderem gegenüber nicht?

Warum denn nicht? Wenn Du gute Gründe hast.  
 
Zitat:

Ich toleriere die Heterosexualität, warum? Weil sie für mich normal ist.

Was Du als normal empfindest brauchst Du doch nicht tolerieren, das kannst Du leben.
 
Zitat:

Ein Homosexueller toleriert die Homosexualität, warum? Weil es für ihn normal ist.

Es ist für ihn normal, deshalb lebt er sie. Er toleriert Dich.
 
Zitat:

Ich toleriere die Homosexualität, warum? Weil der Homosexuelle ein vernunftbegabter Mensch ist und für ihn die Homosexualität normal (= vernünftig = richtig =...) ist.

Alle sind vernunftbegabt (=Homosapiens), aber nicht alle vernünftig, richtig.
 
verallgemeinert:
 
Zitat:

Ich toleriere den Menschen, weil er vernunftbegabt ist und seine Lebensweise aus seiner Perspektive normal, vernünftig und richtig scheint.

Und trotzdem gibt es etwas, was Du nicht tolerieren kannst? Dann bestätigt sich mein Verdacht, daß nicht alle vernünftig sind weil sie nie darüber nachdenken, ob das Tun denn auch das richtige aus ihrer Sicht ist.
 
Zitat:

Weiter;
da ich glaube das meine Meinung der Meinung anderer Menschen gleichwertig ist, da Menschen vernunftbegabt sind, toleriere ich alle Menschen.


Vernunftbegabt sind alle, gleichwertig auch, toleriere ich auch alle Menschen. Nur nicht alle Verhaltensweisen und da sind dann die anderen dran das zu tolerieren. Ist das unvernünftig?
 
 
Zitat:


Aus diesem Grunde toleriere ich alle Menschen, dh ich toleriere Menschen die anders denken wie ich,
ich toleriere Sozialdemokraten,
ich toleriere Christdemokraten,
ich toleriere Liberale,
ich toleriere Kommunisten,
ich toleriere Faschisten - nein


Wie kommst Du dazu Faschist zu sein?  
Du tolerierst alle Menschen  
Du tolerierst Menschen die anders denken wie Du.
Du tolerierst Dich nicht, weil Du nicht anders denkst wie Du selbst.  
Du tolerierst Faschisten nicht, weil Du alle Menschen tolerierst die anders denken wie Du.  
Du bist Faschist?
 
 
Zitat:


Offenbar gilt:
Vernünftig ist nur wer so denkt wie ich.


Kann nicht sein, ich bin auch vernünftig.
 
Zitat:


Also vergessen wir die Toleranz oder schreiben sie besser noch ins grosse Buch der liberalen Illusionen.


Ein bisschen mehr Verständnis wäre wirklich angesagt. Der Tanz um die Totalitäten zwirbelt zwischen den ganzen Toleranzgrenzen, mitlerweile sehr gequetscht. Begegnen wir uns doch mal und treffen uns. Muß ja nicht weh tun.
 
 
Zitat:


Selbst nur die zu tolerieren die auch mich tolerieren dürfte mir nicht helfen, denn wer wirft mit dem 1. Stein ohne ausgelacht oder in anderen Szenarien verletzt oder gar getötet zu werden?


Solange Du mir die Luft zum Atmen läßt, toleriere ich Dich. D.h. aber nicht, das Du mich gleich erwürgen mußt, wenn wir uns begegnen.  
 
Zitat:


Wer kann überhaupt so bedingungslos Tolerant sein?


Jeder hat seine Grenzen. Manche so weite, daß sie nie überschritten werden können. Und das scheint viele zu stören. Benehmen sie sich doch verletztend um überhaupt einen Draht zu bekommen.  
 
Zitat:

 Wer hat keinen Feind dem er nicht die Hand zu Versöhnung schütteln würde?

Wie sollten tolerante Menschen Feinde haben? Menschen die sich nicht treffen oder begegnen können sind weder Feinde noch Freunde. Tolerant halt. Na, ja, ist ja gar nicht so verkehrt
 
MfG
Lina  

« Zuletzt bearbeitet: 23. Aug. 2002, 18:56 Uhr von Sheelina »  IP-Icon gespeichert

"Die Zeit ist die Seele der Welt" (griech. Weisheit)
Der Geist ist der Raum der Welt.

Von ´01-´09 schrieb ich hier. Seit 06 als Mod. eingetr. Inaktiv seit 2009. Ich wünsche dem Forum alles Gute
underworld (Offline)
Mitglied
***



Ignorieren ist noch keine Toleranz. (Theodor Fontane)

   
Profil anzeigen |

Beiträge: 159
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #24 am: 23. Aug. 2002, 19:17 Uhr »

hallo!
 
also Epimetheus dein beitrag ist wundervoll geschrieben
besser ,denke ich, hätte man das nicht sagen können.
 
und ehm..ich handle immer danach:
 
ich akzeptiere - tolleriere - ODER - ignoriere!
 
danach lebe ich und komme damit gut voran.
 
ich akzeptiere 'jede' meinung auch wenn sie anders
is als meine..
ich tolleriere alles was andere menschen als
normal ansehen(homosexualität,ausländer,glauben..)
ich ignoriere..nazis!
denn auf deren argumente oder meinung will ich
einfach nicht eingehen..weder verstehen noch
hinnehmen!
 
liebe grüße
  IP-Icon gespeichert

Der Pessimist beklagt sich über den Wind.
Der Optimist hofft, daß er dreht.
Der Realist stellt die Segel neu.
Sheelina (Offline)
Moderator
V.I.P.
*****




Der Wille ist ein überschwenglich Maß an Hoffnung.

   
Profil anzeigen |

Beiträge: 7889
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #25 am: 24. Aug. 2002, 10:10 Uhr »

Am 23. Aug. 2002, 19:17 Uhr, schrieb underworld :


 
....
und ehm..ich handle immer danach:
 
ich akzeptiere - tolleriere - ODER - ignoriere!
 
danach lebe ich und komme damit gut voran.
....
ich ignoriere..nazis!
 
 
denn auf deren argumente oder meinung will ich
einfach nicht eingehen..weder verstehen noch
hinnehmen!
 
liebe grüße

 
Hallo underworld,
 
das Ignorieren wäre ja eine gute Sache, ich wünschte ich könnte es auch. Aber geht das wirklich so einfach wie es scheint? Wenn ich etwas ignorieren möchte, dann habe ich es doch zumindest schon zur Kenntnis genommen. Kann ich also nicht mehr behaupten, das ich von der Existenz dessen was zu ignorieren ist, nichts weiß.
 
Wenn ich aber von etwas weiß und schenke diesem keine Beachtung kommt dieses doch der Toleranz schon wieder ziemlich nahe. Tolerranz (wie schreibt man dieses Wort denn nun?)...Toleranz und Ignoranz setzen also beide ein Wissen um das Geschehen voraus. Wie soll ich hier den Unterschied ausmachen?
 
Nach der deutschen Rechtschreibung:
tolerieren=dulden
ignorieren=nicht beachten
 
Ist das Ignorieren doch so eine Grenze der Toleranz. Etwas wird nicht mehr geduldet, also für nicht Gut geheißen und wird aus mangelnder Handlungsfähigkeit oder aus Überzeugung heraus nicht beachtet.  
 
Ignorierst Du aus mangelnder Handlungsfähigkeit (z.B. nicht zu wissen, was gesagt werden kann), oder aus Überzeugung heraus (z.B. was nicht beachtet wird, kann sich nicht vermehren) oder vielleicht einfach nur als Zeichen dafür das etwas von Dir nicht toleriert, geduldet werden will oder kann.  
 
Bei letzterem, der Ignoranz als Zeichen, sehe ich aber die Gefahr, daß dieses Zeichen nicht als solches ankommt, sondern als Toleranz gesehen wird. Du weißt es, ich weiß es, aber wissen es auch die, die es wissen sollten?  
 
Lina  
 
 

  IP-Icon gespeichert

"Die Zeit ist die Seele der Welt" (griech. Weisheit)
Der Geist ist der Raum der Welt.

Von ´01-´09 schrieb ich hier. Seit 06 als Mod. eingetr. Inaktiv seit 2009. Ich wünsche dem Forum alles Gute
Epimetheus (Offline)
Einsteiger
*





101555185 101555185    
Profil anzeigen |

Beiträge: 22
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #26 am: 25. Aug. 2002, 10:51 Uhr »

Moin Lina,
 
Toleranz kann man zwar nicht erzwingen, wenn ich jedoch einen Menschen bzw ein Verhalten toleriere und ein anderes nicht, woran soll ich festmachen wen ich toleriere?
 
Ich halte es für dumm wenn ich nur Menschen toleriere die mir in den kram passen, ein Beispiel:
 
Wir lassen den bösen Diktator an der Macht weil er uns Öl liefert.
Wir führen Krieg gegen denselben bösen Diktator weil sein Regime eine Gruppe von Bürgern angeklagt und in die Todeszelle gesteckt hat. (würden wir nichts tun würden wir am Ende der Legislaturperiode abgewählt werden)
 
Sind diese ökonomischen Gründe etische Gründe um einen Diktator zu dulden?
 
Oder soll die subjektive Meinung darüber entscheiden ob ich jemanden toleriere?
 
Für meine obige Ausführung wählte ich die Vernunft als Kriterium ob ein Habitus zu tolerieren ist oder nicht, allerdings nicht die eigene Vernunft, sondern die Vernunft desjenigen wer zu tolerieren ist oder nicht.
 
Wenn der Mensch dann Vernunftbegabt ist, so muss ich jeden Menschen tolerieren und darf weder Nazi's noch sonst irgendwelche "Denker" angreifen, ausgrenzen oder wegen ihrer Meinung als Unmensch darstellen.  
 
Wenn die Meinung eines Menschen, nach welchen Kriterien auch immer, intolerabel ist, wie sollte ich mich denn dann verhalten? Soll ich ihn dazu zwingen sich in die Grenzen meiner Toleranz zu bewegen? Dieses verhalten halte ich für intolerabel, ich stell es mir in etwa so vor, auf den grossen Plätzen stehen haufen mit Büchern, übergossen mit Benzin...
 
 
Meine Passage:
"ich toleriere [..]
ich toleriere Faschisten - nein"
 
sollte übrigens soviel bedeuten wie ich DARF nach allgemeiner Stimmung der Gesellschaft Faschisten nicht tolerieren.
 
Übrigens ich bin ebenso Faschist, wie ich Demokrat, Kommunist etc bin.
 
MfG,
 
Epimetheus
  IP-Icon gespeichert
schulz
Ehemaliges Mitglied
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #27 am: 25. Aug. 2002, 19:47 Uhr »
| Löschen

wir tolerieren wenig und dulden viel und wenn der geduldsfaden reisst, taucht die vernunft in den dämmerschlaf.
null-toleranz - ein schlagwort das sich in letzter zeit unsere .kanischen freunde oft auf den banner schreiben, bezeugt also einen entschluss zum "durchdachten" kurzschluss und den daraus folgenden handlungen. die warnung ist zugleich moralische wegesebnung und rechtfertigt jeden noch so unvernünftigen schritt mit dem machtanspruch desjenigen, der sich einerseits über ethik und moral erhoben sieht, andererseits der moral des kleinen mannes mut spricht. toleranz ist demnach also auch mehr etwas für den mann auf der strasse. die toleranz des schafes gegenüber dem oberschaf und die duldung der wölfe. toleranz scheint mir etwas mit machtverhältnissen zu tun zu haben, hat es nicht?
 
« Zuletzt bearbeitet: 25. Aug. 2002, 19:48 Uhr von schulz »  IP-Icon gespeichert
Karyon (Offline)
Einsteiger
*





   
Profil anzeigen |

Beiträge: 41
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #28 am: 25. Aug. 2002, 20:32 Uhr »

Toleranz ist gut für nichts!
 
Wenn man die sogenannte Toleranz auf die  
persönliche Ebene bringt, sieht man sofort das Beleidigende daran:
 
Ich finde dich dumm(häßlich,abstoßend), aber ich toleriere dich. Zum Beispiel.
 
Das ist nämlich Toleranz, immer mit einem aber behaftet.
 
Akzeptanz ist weise!
 
Karyon
« Zuletzt bearbeitet: 10. Juni 2003, 13:52 Uhr von Karyon »  IP-Icon gespeichert
Sheelina (Offline)
Moderator
V.I.P.
*****




Der Wille ist ein überschwenglich Maß an Hoffnung.

   
Profil anzeigen |

Beiträge: 7889
Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #29 am: 26. Aug. 2002, 22:23 Uhr »

Hallo Epimetheus
 
Das Tolerieren anhand von Vernunft entscheiden, das ist schlecht möglich. Eine Tolerante Gesellschaft ist auch eine müde Gesellschaft. Wer hat schon die Zeit, Energie und Geduld vernünftig zu entscheiden was toleriert werden kann und was nicht. Siehe auch Schulz sein Beitrag, etwas höher.
 
Tolerieren können wir grundsätzlich immer das, was uns nicht unmittelbar betrifft, das ist leicht. Wenn uns etwas aber tatsächlich betrifft oder berührt, kann man nicht mehr von Toleranz sprechen, denn das Betroffensein führt über das Dulden hinaus. Der Mensch wurde mal eben aus seinem Schlaf erweckt. Meist schläft er wenige Zeit später wieder ein.  
 
Tolerieren macht vielleicht dann wirklich Sinn, wenn erkannt wurde, daß nichts ausgerichtet werden kann, das zu anderen Verhältnissen führen könnte als wie sie sind.
 
Die Akzeptanz (Annahme) setzt da schon mehr voraus. Ein erstes Verstehen.  
 
Das Du alles bist, Faschist, Demokrat, Kommunist kann kaum sein, wenn Du hier in Deutschland lebst. Wer in Deutschland lebt, wird automatisch als Demokrat geboren (richtiger gesagt, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt), da gibt es gar keine Wahlmöglichkeit. Du müsstest schon auswandern um etwas anderes zu sein (deswegen hat Sokrates vielleicht auch lieber seinen eigenen Tod gewählt, als aus seinem Land zu ziehen  
)
 
Sehr bedenklich das Ganze.
 
Gute Nacht
Lina
 
 
« Zuletzt bearbeitet: 26. Aug. 2002, 22:48 Uhr von Sheelina »  IP-Icon gespeichert

"Die Zeit ist die Seele der Welt" (griech. Weisheit)
Der Geist ist der Raum der Welt.

Von ´01-´09 schrieb ich hier. Seit 06 als Mod. eingetr. Inaktiv seit 2009. Ich wünsche dem Forum alles Gute
Seiten: 1 2 3 4  ...  19 | Thema versenden | Drucken


« Vorheriges Thema | Nächstes Thema »




PhilTalk Philosophieforen
Powered by YaBB 1 Gold - SP 1.1
YaBB © 2000-2001,
Xnull. All Rights Reserved.