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   Autor  Thema: Grenzen der Toleranz  (Gelesen 17216 mal)
metin_oztaskin (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #255 am: 29. Jan. 2010, 22:29 Uhr »

Am 26. Jan. 2010, 01:23 Uhr, schrieb Spicy :


Ein 'Urteil' führt nun mal grundsätzlich zu Objektivierung, egal, wer es nun fällt! Es führt zwangsläufig zur Trennung in zwei unvereinbare Ebenen: Zur Objekt/Subjekt-Spaltung.  
Ein Urteil bedeutet, zu sagen(empfinden), das (dort) IST ...(dies oder das).  
So kann gesagt werden, dass die Angst als Grundemotion eine Wahrnehmungsqualität hervorruft, die grundlegend Objekte schafft. Und alle Gedanken, die auf einer subtilen Form von Angst gründen, ebenfalls!

hallo Spicy,  
was heiß, die Urteile werden Objektivierung? Heißt es vielleicht der Urteiler fühlen sich unabhängig von den Objektiv, den er beurteilte? Das Thema Objekt/subjek-Spaltung ist für mich eine Fremde gebiet, von dem ich keine Ahnung haben. Es ist irgendwie einleuchten, das Angst die Wahrnehmungsqualität ändert. Aber auf welche Weise?
Zitat:

Vermutlich fällt der größte Teil unserer Gedanken darunter.  
Angstfreiheit führt nämlich zu Entschleunigung des Denkens und wer viel meditiert, bemerkt soger eine gewisse Leere im Kopf...

warum führt die Angstfreiheit Entschuldigung des Denken? Ich dachte immer, man kann nicht richtge Denken, wenn man Angst hat..    
 
Zitat:

Der Skeptizismus behandelt genau diese Zusammenhänge und tritt an für eine Transzendenz dieser (scheinbar)dinglichen Welt, die ohnehin eine 'Wahrheit'(die sie behauptet) nicht begründen kann...

Zweifel der Skeptizismus  an der Realität
 
Zitat:

Ja. So lange es einem gut geht(Ausgeglichenheit), bestehen eher kaum Bedingungen, die (durch emotionale Bewertungen) zu 'Urteilen' führen!  
Daher werden sicherlich nur jene den Drang verspüren, andere zu verstehen, die selbst (auch mit sich)im Frieden sind, oder?

Ja, dieser Feststellung ist sehr einleuchte. Menschen, die ausgeglichen  und mit sich selber sind, also mit sich Frieden geschlossen haben, haben keine Motiv an ihre Vorurteil zur klammer und die Urteil emoitonal zur färben, Menschen mit solche Verfassung haben den Wünsch, die Gegebenheit so verstehen, wie sie ist. Ist dieser Punkte eine pychologische Phänomen?
 
 
Mit freundlichen Grüßen
Metin Öztaskin

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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #256 am: 30. Jan. 2010, 00:10 Uhr »

Forsetzung
 
 
Am 26. Jan. 2010, 01:23 Uhr, schrieb Spicy :


Ja! Ich kenne sogar solche und an ihnen ist NICHTS verkehrt, würde ich behaupten.

Ich habe verstanden, was reaktive Urteil ist. Reaktitiv Urteil wenn man etwas sieht, dann assoziieren bestimmte Bilder. Ohne sich zu fragen, ob die Bilder, die man mit den Erscheinung verbindet, zutreffen sind?
 
Zitat:

es ist nachvollziehbar, das Mitgefühl und Mitleid unterschiedliche bewertete wird. Mitleid eine Art von Distanzierung. Man will mit Leid nichts  zu tun habenAlles was einen zur Objektivation bringt, ist eine feine Art von Erregung, eine körperliche Anspannung, eben eine Form von Angst!  
Sobald man aber genauer hinsieht und zur Ruhe und Entspannung kommt, sehen die Dinge wieder anders aus.  
Daher neigen Menschen, die 'Schmerz' in sich tragen, eher zu mitleidsvollen Urteilen und Aktionen, als solche, die ausgeglichen und angstfrei herausfordernden Situationen gegenüberstehen.

ich habe mir überlegt, warum die Objektivation eine Art Angst ist. Der Grund für die Objektivation eine Phänomen ist Angst . Man distanzieren von Phänomen, weil man Angst hat. Objektivation ist Eine Art vom Distanzierung. Man will mit den Phänomen nichts  zu tun habe.  
 
Zitat:

'Abgrenzung' wird in diesem Zusammenhang beispielsweise unterschiedlich verstanden: Während der eine darunter ein von-sich-weg-halten, gewissermassen eine Art von Abweisung versteht, handabt der andere Abgrenzung als bewussten Umgang mit seinen eigenen Gefühlen - dadurch kann er am anderen dran bleiben und mitfühlen, OHNE mitLEIDEN zu müssen.  
 
Verstehst Du, wie ich meine?

Ja ich verstehen, wie du meinst!
Es ist nachvollziehbar, das Mitgefühl und Mitleid unterschiedliche bewertete wird. Mitleid eine Art von Distanzierung. Man will mit Leid nichts  zu tun haben. Während Mitgefühl nicht vom sich weg distanzieren, sondern bewusster Umgang mit den Gefühle. Das Mitgefühl ist eine Basis für Solidarität.  

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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #257 am: 30. Jan. 2010, 01:16 Uhr »

Am 26. Jan. 2010, 15:28 Uhr, schrieb Spicy :


Das Nachfühlen ist ein Akt, der den weiteren Zusammenhang, die Umstände und die beteiligten Funktionen mit einbezieht. Insoweit relativiert es also den momentanen 'Schmerzzustand' und hebt die Situation auf eine Ebene, die auch Möglichkeiten zu Veränderung bietet!
Eine Reaktion des Mitleids würde dies gar nicht möglich werden lassen..

Hallo Spicy
wie soll man das verstehen? Hat man bei Mitleid nicht die Möglichkeit, sich in die Lage das anderen, der schmerzen empfinden    
Zitat:

Bei 'Liebe' kommt's drauf an, ob man damit ein Gefühl benennen möchte, oder 'wahre Liebe'!?

Ist Gefühl und Liebe miteinander identisch?
 
Mit freundlichen Grüßen
Metin Öztaskin

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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #258 am: 30. Jan. 2010, 12:10 Uhr »

Am 28. Jan. 2010, 15:38 Uhr, schrieb taunus :


 
Mitgefühl als Wissen? Dann könnte ich auch einen Hund eine Katze nennen.  
Gruß,taunus

 
Versuch`s doch mal.  
 
Die Tatsache der Wesensidentität ist tatsächlich Wissen.
Nicht gewusst?

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Alles nichts oder!?
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #259 am: 30. Jan. 2010, 22:04 Uhr »

Hallo metin!
 
Am 29. Jan. 2010, 22:29 Uhr, schrieb metin_oztaskin :


was heiß, die Urteile werden Objektivierung? Heißt es vielleicht der Urteiler fühlen sich unabhängig von den Objektiv, den er beurteilte? Das Thema Objekt/subjek-Spaltung ist für mich eine Fremde gebiet, von dem ich keine Ahnung haben. Es ist irgendwie einleuchten, das Angst die Wahrnehmungsqualität ändert. Aber auf welche Weise?

Es ist so gemeint:
Ein Urteil ist immer eine 'Setzung' und die trägt einen (vermeintlichen) Wahrheitsanspruch in sich. Das Selbe ist auch der Fall bei allen REAKTIONEN, weil sie sich auf 'objektiven' Reizen aufbauen. Innerhalb dieser Reaktionskette kommt es natürlicherweise zur Attribution(Urteilsfällung), das heisst, entsprechend der Emotion entstehen automatisch bewertende Gedanken, die für die weitere Handlungsbildung die Basis bieten.  
Im Falle von Angstsituationen werden automatisch Notverfahren aktiviert, die über eine Beeinflussung der Bewertungsschaltkreise  im limbischen System zur entsprechenden Wahrnehmung führen. Wie gesagt, das sind Automatismen, die sich allerdings auch abtrainieren lassen können! Die Überwindung der Angst war von jeher Hauptbestandteil im spirituellen Wachstum, wenn es darum ging, den Weg der Erleuchtung zu gehen...
 
 
Zitat:


warum führt die Angstfreiheit Entschuldigung des Denken? Ich dachte immer, man kann nicht richtge Denken, wenn man Angst hat..  

Ich schrieb ja Entschleunigung, nicht Entschuldigung!
Meinte also die Verlangsamung der Gedanken...
 
 
Zitat:


Zweifel der Skeptizismus  an der Realität?

Dort wird ja bewiesen, dass es eine 'Realität' im üblichen Sinne nicht geben kann! Real sind hier lediglich noch logische Schlussfolgerungen wie 'Unentscheidbarkeit' usw...
 
 
Zitat:


Ja, dieser Feststellung ist sehr einleuchte. Menschen, die ausgeglichen  und mit sich selber sind, also mit sich Frieden geschlossen haben, haben keine Motiv an ihre Vorurteil zur klammer und die Urteil emoitonal zur färben, Menschen mit solche Verfassung haben den Wünsch, die Gegebenheit so verstehen, wie sie ist. Ist dieser Punkte eine pychologische Phänomen?

An diesem Punkt lassen sich wohl alle Ansätze zusammenfassen, wie ich denke. Allein nur nach psychologischen Erklärungen zu suchen, würde dieser Frage nicht gerecht werden, da man selbst sich ja mit einbeziehen können sollte. Ansonsten wäre es nur eine Plauderei ÜBER 'etwas'...
Philosophie wie ich sie meine hat jedoch mit mir(einem selbst) zu tun!
 
 
Zitat:

Ich habe verstanden, was reaktive Urteil ist. Reaktitiv Urteil wenn man etwas sieht, dann assoziieren bestimmte Bilder. Ohne sich zu fragen, ob die Bilder, die man mit den Erscheinung verbindet, zutreffen sind?

Genau!  
 
Zitat:

ich habe mir überlegt, warum die Objektivation eine Art Angst ist. Der Grund für die Objektivation eine Phänomen ist Angst . Man distanzieren von Phänomen, weil man Angst hat. Objektivation ist Eine Art vom Distanzierung. Man will mit den Phänomen nichts  zu tun habe.  

Ja. Es geht dann sehr schnell um Vermeidung und um Strategien, wie 'das Unangenehme' oder 'Gefährliche' umgangen werden kann.
 
Zitat:


Es ist nachvollziehbar, das Mitgefühl und Mitleid unterschiedliche bewertete wird. Mitleid eine Art von Distanzierung. Man will mit Leid nichts  zu tun haben. Während Mitgefühl nicht vom sich weg distanzieren, sondern bewusster Umgang mit den Gefühle. Das Mitgefühl ist eine Basis für Solidarität.  

So sehe ich das auch!
 
Zitat:


>Das Nachfühlen ist ein Akt, der den weiteren Zusammenhang, die Umstände und die beteiligten Funktionen mit einbezieht. Insoweit relativiert es also den momentanen 'Schmerzzustand' und hebt die Situation auf eine Ebene, die auch Möglichkeiten zu Veränderung bietet!
Eine Reaktion des Mitleids würde dies gar nicht möglich werden lassen...<
 
Hallo Spicy
wie soll man das verstehen? Hat man bei Mitleid nicht die Möglichkeit, sich in die Lage das anderen, der schmerzen empfinden?  

Nicht so gut jedenfalls. Mitleid lähmt!
 
 
Zitat:


>Bei 'Liebe' kommt's drauf an, ob man damit ein Gefühl benennen möchte, oder 'wahre Liebe'!?<
 
Ist Gefühl und Liebe miteinander identisch?

Ich wollte damit ausdrücken, dass der Begriff von 'Liebe' eben völlig unterschiedlich aufgefasst wird!
Wenn Du mich frägst, wirst Du MEINE Definition bekommen, andere wiederum sehen es ganz anders.
Für mich sind Liebe und Gefühl zweierlei.  
 
LG!

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Kaudermann
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #260 am: 31. Jan. 2010, 00:24 Uhr »
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"Im Falle von Angstsituationen werden automatisch Notverfahren aktiviert, die über eine Beeinflussung der Bewertungsschaltkreise  im limbischen System zur entsprechenden Wahrnehmung führen."  
 
 
"Dort wird ja bewiesen, dass es eine 'Realität' im üblichen Sinne nicht geben kann!" (Hervorhebung von mir)
 
Auch wenn sogenannte ‘Angstsituationen’ nicht objektivierbar, sondern stets abhängig von individueller Bewertung sind, so lassen sich doch ‘Massen’ derart gleichförmig in ‘Angstsituationen’ kollektiv einbahnen (als sowohl selbstbe(miss)wertete wie körperlich gefühlte Zustände, die den ‘Trend’ aller öffentlichen Kommunikation bestimmen), dass ‘man’ Welt insgesamt und sich selbst infolge dieser Gleichschaltung sowohl als gesetzmässig wie gesetzesnachrangig interpretiert.
Siehe z.B. den heute weit verbreiteten ‘Hirnglauben’, der eine erwünschte und dann auch herausgelesene Gesetzlichkeit der Korrelationen von Hirnmessungen mit beobachtetem Verhalten als Erklärungsmonopol für einen selbst und die Mitmenschen setzt und dabei vergisst oder unter den Tisch fallen lässt, dass das bloss eine Beobachtung einer Korrelation unter bestimmten reduktionistischen und eliteinteressenabhängigen – sogenannt ‘wissenschaftlichen’ – Voraussetzungen war.
‘Ich’ bin aber keine Korrelation, sondern Korrelationen erscheinen im Geiste. Schon nur dieser letzte Satz widerlegt diese ‘Glaubensrichtung’, da er zeigt, dass der Korrelation keine Erstinstanz zukommen kann.
 
Wie man Menschen in diese unnötige Art von Angststimmung bringt, lässt sich mit dem Prinzip Gesetzgebung schlüssig erklären.
Der wissenschaftliche Ansatz hingegen kann nicht sagen, was ‘Angst’ ist, respektive unterscheidet diese nicht von der körpernatürlichen Furchtreaktion oder siedelt sie nur im Individuum als ‘Gefühl’ oder ‘Körperzustand’ an, ohne deren Herkunft zu untersuchen, die im Bestrafungsprinzip (und nicht im sogenannten ‘Trauma’ als Primäres) liegt, das wiederum auf der Gesetzgebung logisch beruht.
Klar dann, dass ‘Angst’ nicht anderes als das Schuldgefühl ist (wie hier in anderen Artikeln besprochen), und dieses mitsamt all seinen Konsequenzen schon seit Generationen tradiert wurde als soziale Währung.
Dieses sozial-verstrickte Schuldgefühl, das die Angst ist, ist nicht individualpsychologisch oder sonst gemäss einer objektivierenden Methode (=artifizielle Selbstausklammerung) erfassbar, sondern kann auch ohne höhere Bildung und elitäre gesellschaftliche Position durch Introspektion, mitfühlende Aufmerksamkeit und sachlichem Nachdenken über die aktuellen Zusammenhänge erkannt werden. Wissenschaftlichkeit allein reicht nicht, deswegen sind der Forschungsalleinanspruch und der Kniefall vor der Wissenschaft unsachlich und Ausdruck des Desinteresses am Thema ‘Angst’, zugunsten anderer Interessen (gemäss meiner Erfahrung zeigt es sich sogar, dass Akademiker mit diesem ‘gesamthaften’ Herangehensweise mehr Mühe haben als Menschen, die sich in ‘unteren’ gesellschaftlichen Positionen befinden).
 
Da aber die Autorität der Wissenschaft in der öffentlichen Meinung und machtpolitisch (als je nach Interessen so oder so verwendbares Instrument) bis dato nicht oder kaum in Frage gestellt ist, wird dem psychologischen individualisierten oder evolutionsgeschichtlich gewendeten Angstbegriff weiterhin den Boden geebnet und eine Auflösung der tatsächlichen und erklärbaren Angst (als kollektive Folgeemotion ‘Schuldgefühl’ des Gesetzgebungsprinzips) zum Wohle der globalen Menschheit verhindert. Dies gipfelt in psychologischen Theorien, die Angst sogar als ‘gesund’ oder ‘natürlich’ oder als ‘Instinkt’ beschönigen und nur im Individuum thematisieren (siehe auch die ‘Gier’ als vermeintliche Erklärung in individualisierender Sichtweise für die ‘Finanzkrise’).
Auch der aktuelle Wikipediaartikel kann die Vagheit der Begriffsvarianten nicht verhehlen und kann trotz der Bezugnahme auf Etymologie, Physiologie, Hirnforschung, Psychoanalyse, Philosophie und Religionen keinen Kern der Angst ausmachen. Der Begriff bleibt letztlich unbestimmt oder dient als vage aufgesplittetes Gespenst innerhalb eines schon gegebenen theoretischen Zusammenhangs, der diesen scheinbar verifizieren soll (Freud z.B. mit der Zuteilung von zwei Angsttypen auf sein ‘Über-Ich’ und ‘Es’).
 
Dass sich die heutige Weltlage in einem sich-zuspitzenden leidverursachenden und ressourcenvernichtenden Zustand befindet, müsste ja keine Angst auslösen (= kein Schuldzuweisen auslösen), sondern könnte zu einem zielgenauen gemeinschaftlichen sachlichen Angang an die Probleme führen. Dass aber ‘Angst’ kulminierend langsam aber sicher jede ‘Gesellschaftsklasse’ bis zur eingefrorenen Karikatur entstellt und gleichzeitig gar keine erfolgszeitigenden Lösungsideen umgesetzt werden, zeigt auf’s offenkundigste, dass ‘Angst’ kein geeigneter Problemlösungszustand ist – weder auf der individuellen noch auf der kollektiven Ebene -, sondern Ausdruck gegenseitiger Hemmung, die je nach sozialer Positionierung eher in Depression oder in Aggression ausbricht; als äussere Parallele bzgl. Nationen dazu könnte man ‘Hunger im eigenen Land’ und ‘Waffeneinsatz gegen das fremde Land’ nennen. Und dass die gesetzesbasierten Schuldzuweisungen hier die Schlüsselrolle spielen, dürfte in jeder ‘Tagesschau’ oder jedem ‘Ehezwist’ deutlich werden.
Damit ist die ins Positive gewendete Bestimmung der Angst als ‘Evolutiv-Sinnvolles’ im Grunde schon längst widerlegt durch den täglichen Gang der Dinge und deren ‘heillose’ Tendenz, die nicht zu spüren ein gewaltiges Mass an Ideologisierung und Schönfärbung bestehender Verhältnisse voraussetzt.
 
Wer das Obige jetzt gelesen und verstanden hat, danach aber weiterhin nur die gewohnten Theorien und individualratgeberischen Rezepte zur ‘Angst’ und deren Überwindung unverändert öffentlich aufsagt – im jetzigen Wissen von deren Verschleierungsmacht und Lösungsinkompetenz – stellt sich auf die Seite ebenjenes gewalterzeugenden Prinzips und wirkt damit implizit an dessen Schadensausbreitung mit.  
 
 
Viele Grüsse
 
Kaudi
« Zuletzt bearbeitet: 31. Jan. 2010, 11:48 Uhr von Kaudermann »  IP-Icon gespeichert
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #261 am: 31. Jan. 2010, 04:18 Uhr »

Hallo Spicy, hallo Kaudermann,
 
ihr habt beide sehr interessante im Prinzip einander ergänzende Argumentationen. Ich verfolge das immer wieder mit Interesse.  
 
Liebe Grüße
 
Samantha
 
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #262 am: 02. Feb. 2010, 23:46 Uhr »

Am 28. Jan. 2010, 08:08 Uhr, schrieb Samantha_Ebner :


Ich würde es "sensibles Sehen" nennen. Es läuft in der Tat über den Sehsinn ab, dieses "Erkennen" von Schmerz und zugleich dieses "Erkennen der Efinnerung" daran. Es läuft über das kollektive Unbewusste ab. Gleich und Gleich erkennt sich und weiß das es zusammengehört, aber es verschmilzt nicht miteinander weil da ein Puffer dazwischen  liegt un diesen Puffer würde ich die Zeit nennen die da räumlich dazwischenliegt im Augenblick des Erkennens der beiden "Bilder".

Hallo samantha,
deine Sätze hören sich interessantes an. Wenn ich richtig liegen, dann läuft das Erkenntnisprozess folgendmass ab. Man sieht ein Erscheinung und Vergleich mit Erfahrung. Wenn man eine Zusammenhang mit Erfahrung/Erinnerung sieht, dann entsteht  Erkenntnis. Diese Prozess läuft natürlich unbewusst ab. Aber was meinst mit sensiblen Sehen? Warum liegt zwischen gleichen Dingen ein Puffer?
Ich währe dir dankbar, wenn du mir dieser Sätze erläutern könntest-
mit lieben Grüßen
Metin Öztaskin

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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #263 am: 04. Feb. 2010, 03:34 Uhr »

Am 02. Feb. 2010, 23:46 Uhr, schrieb metin_oztaskin :


Hallo samantha,
deine Sätze hören sich interessantes an. Wenn ich richtig liegen, dann läuft das Erkenntnisprozess folgendmass ab. Man sieht ein Erscheinung und Vergleich mit Erfahrung. Wenn man eine Zusammenhang mit Erfahrung/Erinnerung sieht, dann entsteht  Erkenntnis. Diese Prozess läuft natürlich unbewusst ab. Aber was meinst mit sensiblen Sehen? Warum liegt zwischen gleichen Dingen ein Puffer?
Ich währe dir dankbar, wenn du mir dieser Sätze erläutern könntest-
mit lieben Grüßen
Metin Öztaskin  

 
Hallo Metin,
 
ich sprach davon was bei MitGEFÜHL/MITLEID entsteht, Die Erfahrung/Erinnerung erkennt in einem Du die selbe Erfahrung/Erinnerung. Bei mir - ich habe mich da selbst diagnostiziert, kann etweder die Grundtendenz "Angst" (Schuldreflex) oder eine Grundtendenz "Sympathie" (ich nenne es "Fütterreflex") als Puffer zwischen mir und diesem Du liegen.  
 
Nun ist es so, dass bei Angst eine distanziertere Emotion und eine größere Distanz - damit auch eine größere Hilfepotenz - entsteht. Bei "Sympathie" entsteht dagegen MitLEID - eine komische Art Verschmelzung von ich und du - und damit eine geringere Hilfepotenz.
 
Das meinte ich.
 
Liebe Grüße
 
Samantha
 
PS: @ Spicy
 
Das Angst objektiviert und zwar nicht objektiv objektiviert sondern eben ausschließlich aus der eigenen Erinnerung/Erfahrung habe ich auch an mir diagnostiziert. Es lässt sich aber auch trainieren, dieses Verhaltensmuster nicht mehr anzuwenden bzw. von Lernstoff und Theorien die man einmal gehört hat, zu objektivieren (natürlich auch letzendlich subjektiv aber durch das Fachwissen eben objektiver als aus der eigenen Erinnerung)
 

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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #264 am: 06. Feb. 2010, 12:51 Uhr »

Am 30. Jan. 2010, 22:04 Uhr, schrieb Spicy :

Hallo metin!
 
 
Es ist so gemeint:  
Ein Urteil ist immer eine 'Setzung' und die trägt einen (vermeintlichen) Wahrheitsanspruch in sich. Das Selbe ist auch der Fall bei allen REAKTIONEN, weil sie sich auf 'objektiven' Reizen aufbauen. Innerhalb dieser Reaktionskette kommt es natürlicherweise zur Attribution(Urteilsfällung), das heisst, entsprechend der Emotion entstehen automatisch bewertende Gedanken, die für die weitere Handlungsbildung die Basis bieten.

 hallo spicy
es klingt für befremdliche, das urteil mit Setzung gleich zu setzt. Die Setzung gibt es, wenn eine Verein zusammen kommt in der Setzung stehe, welch Verpflichtungen und Rechte er einzelne Mitglied hat. Oder habe ich hier etwas  verwechselt? Was ist mit der Reaktionskette genau? Bei jeder Beurteilung entsteht ein Gefühl. Wenn die Gefühle positiv ausfällt, dann sind die Handlungen konstruktiv. Wenn die Gefühle negativen sind, dann sind die Handlungen destruktiv. Ist eine solche interpretation berechtigt? Dass jeder urteilt eine angeblichen Wahrheitsanspruche stellt, als objektiv ist, kann mich gut vorstellen.  
IST es wirklich gut, wenn man die Automatismus, die für Gefahrensituation vorgesehen sind, ab zu traininieren. Die Automatismus haben dich Sinn. Sie sollen helfen die Gefahrensituation zu meistern und das überleben garantieren.  
Spiritualität soll helfen, die Angst zu überwinden? Wie soll das geschieden? Spiritualität bedeute doch das mit überirdisch Wesen. Wenn ich  Spiritualität hören, dann kommen bei mir automatische Abwehrmechanismus. Denn ich weiß, das man mit den spirituellen Kräfte die Leute gut manipulieren kann.
Aber auf Seite kann ahnen, warum Spiritualität hilft die Angst zu überwinden, die licht und hell bedeutet Sicherheit. In der Helligkeit kann sichere Schritte machen.   .    
zur Denken und Entschleunigung  
jetzt verstehen ich. Angstzustand verlangsamt das denken. für mich stellte die Frage, ob man in Angst und Bedrohung überhaupt denken kann. Um dieser Frage zu beantwortet, müssen man die Frage, was ist denken erörtert. Ich meine, in bedrohten Situation kann man nicht denken. Denken heiß für mich Situation analysieren und das beste aus der Situation machen. Doch in bedrohten Situation keine Zeit für ausführlich Analyse.    
Welch Frage wird man nicht gerecht? Meinst du die Frage, wann eine Urteil Objekt ist und wann nicht? An den Aspekt, das man sich und seine Gefühle, die man in bestimmten Situationen empfindet, in die Überlegung/Beurteilung mit einbeziehen, nach meiner Auffassung wahre daran. Ich mein auch, dass die Philosophie mir selber zu tun hat. Ich habe irgendwann gelesen, das es soviel Philosophien gibt es Philosophen. Wenn ich solche Feststellung lesen, dann kommen mir vieler Gedanken in den Sinn, die ich nicht mit Wörtern beschreiben  kann.
Jetzt weiß ich, was reaktive Urteil ist. Bei reaktiven Urteil werden  bestimmte Bilder assoziieren, ohne sich zu fragen, ob die Bilder zutreffen sind.  
Ja so könnte es sein, man distanzieren sich vom Phänomen und Objektivität es, weil man Strategie entwickele will, wie man  das Unangenehmen vermeiden kann bzw. überwinden
Durch deine Schilderung ist klar geworden, warum Mitgefühl und Mitleid unterschiedlich bewertet Mitgefühle ist ein wichtige Basis Solidarität, deshalb gut. Mitleid wird nicht positive bewertet, weil es lähmt, also man kann Ursache für das Leid erkennen  
Die Fragen, die ich stellen, gehen in  Detail gehen. Ich hoffe sehr, dass meine Fragen nicht penetrant.. ich will mit diesen Fragen meine Interesse zeigen.    
 
Mit freundlichen Grüßen  
Metin Öztaskin

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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #265 am: 06. Feb. 2010, 15:06 Uhr »

Am 06. Feb. 2010, 12:51 Uhr, schrieb metin_oztaskin :


 
 Spiritualität soll helfen, die Angst zu überwinden? Wie soll das geschieden? Spiritualität bedeute doch das mit überirdisch Wesen.  
 
 Mit freundlichen Grüßen  
Metin Öztaskin

 
Es geht um den Sprung ins gewöhnliche Hier.
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wokarb
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #266 am: 06. Feb. 2010, 16:49 Uhr »
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #267 am: 06. Feb. 2010, 21:54 Uhr »

Am 04. Feb. 2010, 03:34 Uhr, schrieb Samantha_Ebner :


 
Hallo Metin,
 
ich sprach davon was bei MitGEFÜHL/MITLEID entsteht, Die Erfahrung/Erinnerung erkennt in einem Du die selbe Erfahrung/Erinnerung. Bei mir - ich habe mich da selbst diagnostiziert, kann etweder die Grundtendenz "Angst" (Schuldreflex) oder eine Grundtendenz "Sympathie" (ich nenne es "Fütterreflex") als Puffer zwischen mir und diesem Du liegen.

Hallo Samantha,
vielen Dank für deine Antworte, aber ich habe die Zeilen nicht ganz. Du meinst Angst und Sympathie bildet zwischen ich und Du eine Puffer? Das verstehe ich irgendwie nicht.  
Zitat:

Nun ist es so, dass bei Angst eine distanziertere Emotion und eine größere Distanz - damit auch eine größere Hilfepotenz - entsteht. Bei "Sympathie" entsteht dagegen MitLEID - eine komische Art Verschmelzung von ich und du - und damit eine geringere Hilfepotenz.
 
wie bei Angst ist Hilfepotenz größere, weil die Distanz größer ist und Sympathie ist Hilfepotenz kleiner, weil es zur Verschmelzung von ich und du führte?  
Mit freundlichen Grüßen  
Metin Öztaskin

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taunus (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #268 am: 09. Feb. 2010, 11:24 Uhr »

Hallo Samantha
[quote author=Samantha_Ebner link=board=ethik;num=1136969244;start=255#263 date=02/04/10 um 03:34:59]
 
[/i]Nun ist es so, dass bei Angst eine distanziertere Emotion und eine größere Distanz - damit auch eine größere Hilfepotenz - entsteht.[i]
 
Das kann ich (noch) nicht nachvolziehen. Warum sollte eine distanziertere Emotion zu mehr Hilfepotenz führen?
 
 [/i]Bei "Sympathie" entsteht dagegen MitLEID - eine komische Art Verschmelzung von ich und du - und damit eine geringere Hilfepotenz.[i]
 
und warum sollte Sympathie Hilfepotenz mindern?
Gruß,taunus
 
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Samantha_Ebner (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #269 am: 10. Feb. 2010, 12:39 Uhr »

Taunus schrieb
Hallo Samantha[/i]Nun ist es so, dass bei Angst eine distanziertere Emotion und eine größere Distanz - damit auch eine größere Hilfepotenz - entsteht.[i]
Das kann ich (noch) nicht nachvolziehen. Warum sollte eine distanziertere Emotion zu mehr Hilfepotenz führen?
 
Nun ich meine damit "Hilfsbereitschaft", das heißt das Bedürfnis an der Ursache des Problemes zu arbeiten ist größer. Du hast allerdings dahingehend recht, dass bei reinem Mitgefühl wahrscheinlich die Möglichkeit die emotiona richtige Hiflestellung zu geben geringer ist. Das heißt die Bereitschaft zu helfen ist größer die emotional Richtige Hife zu geben aber unwahrscheinlicher.  
Taunus schrieb:
 [/i]Bei "Sympathie" entsteht dagegen MitLEID - eine komische Art Verschmelzung von ich und du - und damit eine geringere Hilfepotenz.[i]
und warum sollte Sympathie Hilfepotenz mindern?
Gruß,taunus
 
Nun ich meine, hier ist es genau umgekehrt, die emotionale Hilfsbesbereitschaft löst sich durch die Verschmelzung relativ auf, aber die Möglichkeit der richtigen Hilfestellung nimmt zu. und wenn diese Hilfestellung auch nur in der Erkenntnis beruht, dass man die fachmännische Ausübung von Hilfe anderen überlassen muss.
 
Liebe Grüße
 
Samantha
 
PS: Metin, ich glaube, das beantwortet auch diene Fragen.
« Zuletzt bearbeitet: 10. Feb. 2010, 12:43 Uhr von Samantha_Ebner »  IP-Icon gespeichert

"Es gibt nichts Neues unter der Sonne" aber "Man lernt nie aus" und "Nur wer sich ändert, bleibt sich selber treu."
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