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Thema: Grenzen der Toleranz (Gelesen 16181 mal) |
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schulz
Ehemaliges Mitglied
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #31 am: 28. Aug. 2002, 19:48 Uhr » |
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hallo sheelina, wie wir etwas anschauen so ist es auch (für uns). sind wir aber vollumfänglich verantwortlich und frei in der art wie wir etwas anschauen? unsere ansichten sind geprägte ansichten und davon können wir uns kaum je frei machen. ja, es ist schon richtig, wir können diesen umstand akzeptieren, eine einsicht erlangen und in diesem rahmen dann ein stückchen freiheit auch erfahren und davon reden wir doch oder nicht? tolerieren bedeutet im menschlichen sinne auch anderen das recht zur einsicht zuzugestehen. doch ich fürchte, von diesem menschlichen sinne sind wir oft meilenweit entfernt. die manipulative art mit solchen begriffsgrössen bzw. deren bedeutung umzugehen scheint weit verbreitet zu sein und bei aller menschlichkeit sollte diese doch keinesfalls zur leichtgläubigkeit werden ansonsten kann sie nicht menschlichkeit bleiben. ethik und wettbewerb vertragen sich einfach schlecht. darf man aushandeln ab wann wettbewerb zum betrug wird? kann man denn überhaupt noch anders als die flut von manipulationen gleichmütig zu erdulden? gruss von schulz
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Sheelina (Offline)
Moderator V.I.P.
    

Der Wille ist ein überschwenglich Maß an Hoffnung.
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #32 am: 29. Aug. 2002, 18:21 Uhr » |
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schulz, Fragen über Fragen. Man nimmt die Fragen wahr, versucht sie zu ignorien, weil klar, es sind zu viele, nicht mehr zu bewältigen. Aber nur durch das wahrnehmen und ignorieren verschwinden diese Fragen aber nicht. Nur für den Moment, sie tauchen wieder auf, immer und immer wieder. Bis sie beantwortet sind. Geduld ist mehr als nur ein Dulden, in der Geduld duldet es sich leichter, mit einem sicheren Ziel nicht vor Augen, sondern im Verborgenen.. Die Frage ist, was erwartet die Tolerante Gesellschaft? Was liegt da im Verborgenen, wovon wir nie sicher sein können, daß dieses nicht plötzlich auftaucht. Lina
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"Die Zeit ist die Seele der Welt" (griech. Weisheit) Der Geist ist der Raum der Welt.
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schulz
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #33 am: 29. Aug. 2002, 21:45 Uhr » |
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man nimmt meistens die fragen nicht wahr, sondern erfindet sie aus den antworten. schulz
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Sheelina (Offline)
Moderator V.I.P.
    

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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #34 am: 29. Aug. 2002, 22:17 Uhr » |
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schulz Wenn das so ist wie Du sagst, kann ich Deine letzte Frage von vorgestern nur so beantworten, daß man nie sicher sein kann, ob spezielle Antworten derart vorgegeben sind, daß sich unweigerlich die entsprechenden Fragen gestellt werden und diese die gewünschten Antworten hervorbringen. Da die letztgenannten Antworten andere sind als die vorgegebenen, könnte eine bewußte Täuschung der freien Entscheidung gegeben sein. Aber wer sollte in der Lage sein soetwas zu tun? Dafür gibt es zuviele Unabwägbarkeiten. Oder nicht oder doch? Lina
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| « Zuletzt bearbeitet: 29. Aug. 2002, 22:18 Uhr von Sheelina » |
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"Die Zeit ist die Seele der Welt" (griech. Weisheit) Der Geist ist der Raum der Welt.
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tabaluga (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #35 am: 02. Jan. 2003, 11:01 Uhr » |
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hallo Ich bin noch niemandem begegnet, der sich selber für engherzig und intolerant hält. aber ich bin schon vielen begegnet die toleranz gegen über anders denkender,behinderter , anderer kulturen usw. nicht verstehen konnten indem man dann einem zum vorwurf macht man sei eine heilige/r ,zu humanistisch usw. jedoch glaube ich wäre es noch wichtiger wenn man stattdessen mit Akzeptanz oder sogar Respekt vor dem Andersartigen sich begegnen würde . ich denke fast das wäre noch wichtiger als einfach nur tolerant zu sein . tabaluga
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tabaluga
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Bernd (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #36 am: 03. Jan. 2003, 12:50 Uhr » |
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Hallo Zusammen, in der Praxis heisst Toleranz : - ich lasse andere Meinungen zu - ich lasse etwas mit mir machen ohne einzugreifen - ich lasse es zu, dass andere etwas tun/denken was ich nicht so sehe. damit würde Toleranz zur Arroganz. wer sind wir, dass wir andere etwas "lassen" können ? Die Toleranz hört spätestens dort auf, wo der Mensch wirklich bedroht ist, physisch oder psychisch. Das was gemeinhin unter Toleranz verstanden wird sollte ohne Arroganz selbstverständlich sein ebenso wie ihre Grenzen. Nicht selten ist Toleranz eine Art der Selbstzerstörung. Intolerant heisst nicht notwendigerweise egoistisch im negativen Sinn, sondern mehr überleben wollen. Gruß Bernd
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esther (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #38 am: 29. Mai 2003, 14:45 Uhr » |
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Hallo zusammen Ich habe einen Text zu dem Thema verfasst. Im Zusammenhang mit einer fremdenfeidlichen Initiative der rechten SVP (Schweizerische Volkspartei) machte ich mir Gedanken, wie tolerant wir gegenüber Intoleranz, Lügen, Doppelmoral, etc. sein sollten: http://www.eyedea.ch/archiv/meinung/die_grenzen_der_toleranz.html Herzliche Grüsse -- esther
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Handle so, dass die am negativsten betroffene Person am ehesten eine positive Einstellung zu den Gründen einnehmen wird, aus denen du handelst.
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Verfallener (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #39 am: 09. Juni 2003, 12:21 Uhr » |
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ich äußere mich ausnahmsweise mal zu einem ethischen problem. und das gilt für mich auf jede ethische frage. Mir ist alles scheißegal, solange ich keinen schaden davontrage und tolleranz hört da auf, wo ich mir einen nutzen aus intolleranz verspreche
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Muss Menschheit vernichten
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Verfallener (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #41 am: 10. Juni 2003, 03:49 Uhr » |
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eine selten dumme antwort für einen "philosophen".
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Muss Menschheit vernichten
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Narina (Offline)
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 Der Mensch ist dazu verurteilt frei zu sein!
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #42 am: 10. Juni 2003, 10:44 Uhr » |
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Hallo Paul, hallo Verfallener, also ich verstehe das so: was Verfallener schreibt glaube ich richtig zu verstehen - in anderen (eigentlich mehr Worten als nötig ) Worten ausgedrückt: wenn man zu sich selbst so intolerant ist, Intoleranz bei sich zuzulassen, dann ist es einem mit grosser Sicherheit nicht möglich selbst anderen gegenüber tolerant zu sein. Soll heissen, erst mal seine eigenen Grenzen kennen und bewahren können. Wenn ich "Dinge" zulasse, die ich eigentlich nicht will "nur um dem Anderen einen Gefallen zu tun oder ihm zu gefallen (brauchen)" dann bin ich mir gegenüber absolut nicht tolerant und werde zum "Ja-sager". Wenn ich überhaupt nichts zulasse, "nur um dem Anderen zu beweisen, dass ich es absolut nicht nötig habe ihm zu gefallen oder ihm einen Gefallen zu tun (nichts brauchen)" dann bin ich dem Anderen gegenüber absolut nicht tolerant und werde zum "Nein-sager". Also erst mal rausfinden, was man selbst will um dann abwägen zu können, was man "sich gefallen lassen" oder "anderen gefallen lassen" kann und will. Immer erst an sich "arbeiten" um dann auch andere miteinbeziehen zu können. Ich persönlich finde den Weg richtig und ich bin ihn auch so gegangen. Die letzten beiden Postings von Euch beiden zeugen absolut und eindeutig von "Nichttoleranz". "Schön" all das gleich am praktischen Beispiel aufgezeigt zu bekommen... Tja, man könnte sich ja jetzt mal Gedanken darüber machen, woran dass denn wohl liegen könnte... Viele liebe Grüsse Agnes
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Eine Diskussion mit jemandem der seine Wahrheit nicht mehr sucht, sondern sie gefunden hat ist unmöglich.
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polymatheia (Offline)
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Re: Grenzen der Toleranz
« Antworten #44 am: 11. Juni 2003, 04:00 Uhr » |
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Hallo Kann mir leider ein paar Kommentare nicht verkneifen ( sehr zum Leidwesen des ein oder anderen denke ich, weil ich mir nicht sicher bin ob ich ein 'degree' in Toleranz habe .... aber das gehoert in einen anderen thread ): 'Mir ist alles scheißegal, solange ich keinen schaden davontrage und tolleranz hört da auf, wo ich mir einen nutzen aus intolleranz verspreche' Zum einen bin ich mir nicht sicher, das man nach solcher Bierzeltpolemik sich noch ueber Kommentare wie die von Paul beschweren kann - weil das Praedikat 'selten dumm' passt sicher hier besser als beim Addressaten. Zum anderen ist es schon wirklich heiter Narina's essayistische Interpretation des ganzen zu lesen - ziemlich am Thema vorbei bedauerlicherweise, denn 'verfallener' macht es unmissverstaendlich klar das es fuer ihn keine Tolleranz gibt: 'tolleranz hört da auf, wo ich mir einen nutzen aus intolleranz verspreche' - das heisst, im Klartext, das wenn er Deinen Besitz uebernehmen kann, zum Beispiel weil irgendein Gesetz ihn dazu ermaechtigt.. sagen wir mal weil selbiges Gesetz Dich als Minderheit ausgrenzt, dann wird er das auch tun (wobei ich Ihm nicht unterstellen moechte das er sich dieser Konsequenz bewusst war). Ich moechte das hier gar nicht weiter beurteilen - dazu bilde sich denke ich jeder seine eigene Meinung. Interressanter ist die Anspielung auf ein Toleranz-Paradox. 'Die letzten beiden Postings von Euch beiden zeugen absolut und eindeutig von "Nichttoleranz" (Agnes)' - 'ich tolleriere Intolleranz nicht'(Paul). Um nicht in eine lange Paradoxa Ausfuehrung zu geraten (auch wenn ich das mal ein interressantes Thema faende), hierzu nur dies in Kuerze. Die Frage ist nicht welchen Zustand man gerne moechte, sondern die, welchen Zustand man auf jeden Fall vermeiden will. So zum Beispiel will ich auf jeden Fall eine Tyrannei vermeiden, und ohne dies nun hier argumentativ zu begruenden ( noch ein durchaus gutes Thema fuer ein andermal! ), kann ich daraus schliessen das ich immer fuer eine Demokratie ueber eine Tyrannei kaempfen werde, was mein Handeln nie unschluessig (oder besser, fehl-schluessig) macht - und das trotz des moeglichen Paradoxes, das die Mehrheit der Mitbuerger einen Tyrannen waehlen moechte (wenn ich mich recht erinnere ist das sogar, in der einen oder anderen Form, Teil etlicher Europaeischer Nationalverfassungen, nicht zuletzt der Deutschen ). Aehnlich verhaelt es sich mit der Toleranz - weshalb auch Paul durchaus richtig liegt in seiner intolleranz vis-a-vis der Intolleranz - zB. wenn er als Praemisse seines Handels die Vermeidung unnoetigen Leides setzt, die Minimalisierung des 'Leidens'. In diesem Sinne, Shalom
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T.K.
'Where all think alike, no one thinks very much.'
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