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(Moderator: Uwe)
   Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuerung
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   Autor  Thema: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuerung  (Gelesen 4361 mal)
Joy (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #45 am: 30. Apr. 2006, 06:22 Uhr »

Am 29. Apr. 2006, 22:35 Uhr, schrieb Hanspeter :


Entweder man will die Demokratie = Herrschaft des Volkes oder die Diktatur der Gutmenschen oder sonstigen Ideologen. Das kann zuweilen zum gleichen Ergebnis führen, muss aber nicht.

 
 
Über wem oder was könnte denn das Volk real "herrschen"? Über sich selbst etwa? Demokratie IST Ideologie - noch immer nicht geschnallt?
 
Wird's aber langsam Zeit...
 
 
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Gordon (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #46 am: 30. Apr. 2006, 06:34 Uhr »

Es gibt Leute, die sehen offenbar keinen Unterschied zwischen einem Leben in einer Demokratie sehen und sagen wir dem Faschismus. Selbst wenn beides eine "Ideologie" ist, ist der Unterschied gewaltig. Erklärt man dann die Freiheit auch nur zu einer Ideologie, ist es egal, ob man in Nordkorea lebt oder hier.
 
Es gibt Gesellschaften, in denen ein gutes Leben trotz aller Widersprüche möglich ist und andere, in denen man so sehr in Ketten leben muss, dass man nicht einmal esoterische Ergüsse von sich geben darf.
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #47 am: 30. Apr. 2006, 06:40 Uhr »

Am 30. Apr. 2006, 06:34 Uhr, schrieb Gordon :

Es gibt Leute, die sehen offenbar keinen Unterschied zwischen einem Leben in einer Demokratie sehen und sagen wir dem Faschismus. Selbst wenn beides eine "Ideologie" ist, ist der Unterschied gewaltig. Erklärt man dann die Freiheit auch nur zu einer Ideologie, ist es egal, ob man in Nordkorea lebt oder hier.
 
Es gibt Gesellschaften, in denen ein gutes Leben trotz aller Widersprüche möglich ist und andere, in denen man so sehr in Ketten leben muss, dass man nicht einmal esoterische Ergüsse von sich geben darf.

 
 
Wo bitte spielt sich denn das alles ab, wo "existieren" denn all die Leute, ausser in dem wahrnehmenden Geist der Du selbst hier und jetzt bist? In einer Wirklichkeit jenseits Deiner selbst? Was lässt Dich das denn annehmen? Und falls Du an eine Wirklichkeit jenseits Deiner eigenen geistigen Wahrnehmung nicht glauben solltest, worüber regst Du Dich denn dann bitte anderes auf, als über Dich selbst?  
 
 
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hedgi (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #48 am: 30. Apr. 2006, 07:53 Uhr »

Maulwurf schrieb: Zitat:

Mit anderen Worten: Es wäre unmenschlich Vorteile von Solidarsystemen durch den Markt wert zu schätzen. Sie sind deshalb um jeden Preis gegebene Konstante staatlicher Gewaltstrukturen.

 
Ganz richtig erkannt, die Geschichte der menschlichen Evolution ist eine Geschichte von Kämpfen um die Fleischtöpfe. Warum sollte sich das plötzlich bessern?  
 
Es ist Gewalt gegen Gewalt.  Gewalt der besitzenden Schicht gegen die, die den Reichtum erarbeiten. Gewalt gegen die Arbeitsplätze der Arbeitnehmer mit anschließender Disziplinierung der Arbeiter.  
 
 
An Oontogen
 
Eine Gesetzmäßigkeit könnte durch die Gene im Menschen gegeben sein. Es sind Anlagen im Menschen, die  in der Urgesellschaft für das überleben unabdingbar waren, wie den Sammlertrieb um Vorräte anzulegen. Dabei hat man sich an der Beute des Nachbarstammes vergriffen. Dass man sehr schnell dazu übergehen musste, das Eigentum  der eigenen Stammesmitglieder zu achten, ist auch klar. Diese Triebe werden heute in dieser Form nicht mehr gebraucht, im Gegenteil heute wirken sie sich schädlich aus. Dass diese ursprünglich nützlichen Triebe noch ihre Wirkung haben, sehen wir an heutigen internationalen Konflikten.  
 
Der nicht lineare Ablauf in unserer Geschichte des Homo Sapiens, so nennen wir uns, ob berechtigt oder nicht mag ich jetzt nicht zu beurteilen. So gibt es in der Geschichte der BRD eine kurze kontinuierliche gleich bleibende Entwicklung, in dem wir ein gleich bleibendes Ansteigen  des  Bruttosozialproduktes verfolgen können. Damit verbunden kann auch der  Wohlstand der Gesellschaft und sonstige dazu verlaufende Entwicklungskurven in einem Diagramm abgelesen werden. Nun gab es im Voraus nicht erwartete Ereignisse, die Einfluss auf den weiteren Verlauf nahmen. Trotzt allem ist, wenn wir den Arbeitslosenanstieg uns betrachten, dieser durchaus noch linear. Zu beachten ist, dass mit der regelmäßigen Zunahme, der Arbeitslosenzahlen, auch der Wohlstand des Mittelstandes abnimmt, dagegen steigt der Gewinn einiger weniger schon fast inflationär. Wir können auch weiterhin ein Lineal an die Steigerungen des Negativeinkommens der Bevölkerung und den Anstieg der Zahl der aus dem System Herhausfallenden anlegen, aber wie die Kurven weiterhin nach dem bevorstehenden Irankrieg verlaufen werden, lässt sich beim besten Willen nicht vorhersagen. Dass es uns danach nicht besser gehen wird, sollte sich jeder denken können. Beachtenswert ist, dass trotz Anstieg des Schuldenberges, die USA sowie Deutschland als kreditwürdig angesehen werden, um ihr weiterhin zusätzliche Kredite zu gewähren. Es muss also andere Gründe für die Gläubiger geben, nicht unverzüglich die Schulden zurückzuverlangen. Es scheint die Fähigkeit zu sein, einen Krieg siegreich zu führen, der reiche Beute als Kompensation für die Stundung der Rückzahlungen an die Gläubiger verspricht.
 
hedgi
       

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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #49 am: 30. Apr. 2006, 09:26 Uhr »

Gordon schreibt: "Es gibt Leute, die sehen offenbar keinen Unterschied zwischen einem Leben in einer Demokratie sehen und sagen wir dem Faschismus."
 
Es gibt Leute, für die ist die eine Ideologie gleich der anderen.  
 
Wenn man den Faschismus als nationalistische Diktatur definiert, steht er zwangsläufig im Widerspruch zur Demokratie.
Wenn man aber alles was antikommunistisch, antisozialistisch und nationalistisch ist, faschistisch nennt und wenn der Führer eines solchen Staatswesens sich regelmäßig in einer freien Wahl dem Votum des Volkes stellt, so wäre dieses Staatsgebilde mindestens so demokratisch wie das der BRD.
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Maulwurf (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #50 am: 30. Apr. 2006, 10:52 Uhr »

Am 30. Apr. 2006, 07:53 Uhr, schrieb hedgi :


Ganz richtig erkannt, die Geschichte der menschlichen Evolution ist eine Geschichte von Kämpfen um die Fleischtöpfe. Warum sollte sich das plötzlich bessern?  
 
 
 
Es ist Gewalt gegen Gewalt.  Gewalt der besitzenden Schicht gegen die, die den Reichtum erarbeiten. Gewalt gegen die Arbeitsplätze der Arbeitnehmer mit anschließender Disziplinierung der Arbeiter.  

 
 
Ganz richtig erkannt, es geht immer nur mit Gewalt um die Fleischtöpfe, auch gerade bei Sozialsystemen. Und jeder der Gewalt befürwortet, definiert seine eigene Gewalt um als menschlich richtig und die Notwehr des anderen an unsozial menschenunwürdig. Du machst da keine Ausnahme.

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Gordon (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #51 am: 30. Apr. 2006, 12:52 Uhr »

@ Hanspeter
 
Faschistisch ist, wenn man Menschen auf Grund ihrer "Rasse", also eine Eigenschaft an der sie, um es salopp zu formulieren, ganz unschuldig waren, ermordet. (Man war nämlich Jude, wenn man jüdische Eltern oder Großeltern hatte, auch wenn man oder sie getauft waren.) Faschistisch ist, wenn man politische Gegner ungestraft umbringen darf. Wenn man sich selbst das Recht zuspricht, anderen das Lebensrecht abzusprechen. Wenn man sich selbst zum Herren über Leben und Tod macht.  
 
Wenn etwas nationalistisch, antikommunistisch oder antisozialistisch ist, kann man das zwar kritisieren, es aber als faschistisch zu bezeichnen, ist nicht möglich oder man tut es, um den Faschismus zu verharmlosen.  
 
Eigentlich wollte ich mich nicht um Definitionen streiten, sondern darüber, dass man nicht alles gleichsetzen kann, nur weil man es mit dem Begriff Ideologie versieht. Auch Vegetarier haben eine Ideologie.
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #52 am: 30. Apr. 2006, 15:33 Uhr »

Am 24. Apr. 2006, 13:18 Uhr, schrieb hedgi :

Ich glaube ich schreibe nichts neues, wenn ich schreibe nichts besteht ewig. Das trifft auch auf unsere Werte zu. Aber wenn jemand behauptet, die Linken sind diejenigen, die die Werte der Gesellschaft zerstören, dann weise ich diesen Vorwurf strikt zurück.  

 
 
Hallo hedgi
ich denke, eine Wertedebatte ist wichtig. An solchen Wertedebatten sollten möglichst vieler beteiligen. Man kann aber niemand zum Glück oder zum Unglück zwingen Es ist außerdem fraglich, ob es im Interesse des Staates ist, wenn sich vielen Bürgern an der Wertedebatte beteiligen, denn die Bürgern, die nicht einfach leben, sondern sich fragen stellen, ob das alles so sein muss, sind unbequem. Sie bringen vieler Unruhe in das Zusammenleben und bereiten Schwierigkeit, vor allem für die Menschen, an der Macht sind. Solch Menschen, alles hinterfragen sind schwierig zu lenken, als die Menschen, die ihre Pflichten ohne Nachzudenken erfüllen. Ich denke, das war der Grund, warum der alte Sakrates zum Tod verurteilte würde. Denn er die Bürger dazu motiviert, dass sie vom ihren Verstanden gebrauchen. Indem er die Bürgern auf den Plätze zur nachdenklichen Gespräche anregt.  
Aber ich denke, so eine Debatte ist wichtige, weil durch die Diskussion über Werte die Bedeutung der Werte für das Zusammenleben bewusst wird. Die Bedeutung der Werte wird man dann bewusst, wenn man sich ständig mit dem Werte auseinandersetzt, als man die Werte selbstverständlich betrachtet.  Ich denke, manche Werte sind Gold. Das Gold kann verstauben, wenn man sie poliert, dann bekommt das Gold ihre alten glanz und Werte.
  Das auch der Grund, warum ich eine Werte wichtig halten. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, der Vorwurf an die Linken, sie würde die Werte zerstören, nicht berechtigt, und deshalb muss man dieser Vorwurf zurückgewiesen wird.
Hier stellt für mich Frage, welcher historische Anlass hat dazu geführt, dass man Erneuern Linken genannt hat? Hat es mit der Oktoberevolution tun, die Anfang der vorigen Jahrhundert stattgefunden hat?    
 
 Am 24. Apr. 2006, 13:18 Uhr, schrieb hedgi :


 
Unsere Gesellschaft lässt sich in die Rollen der Knechte und Herren aufteilen. Dabei sind die vielen abhängig Beschäftigten in die Knechtsrolle gedrängt. Die Herren, unsere Großaktionäre und Großunternehmer sind daran interessiert, die Knechte unter ihrer Herrschaft zu halten und wie Vampire Werte aus der Arbeitskraft abzusaugen. Die fleißigen Arbeiter wissen, dass die Herren von der Arbeitskraft ihrer Arbeiter abhängig sind, und selbst ohne fremde Unterstützung nicht zum eigenen Lebenserhalt fähig wären, so sind sie daran interessiert die gegenseitige Abhängigkeit zu erhalten.

 
Ich hatte immer gedacht, dass die Knechtschaft gehörte der vergangen Jahrhundert an, aber nach diesen Sätzen ist mir klar geworden, dass die jetzige Gesellschaft auch in dieser  Rolle aufgeteilt ist. Die Arbeitnehmer müssen nicht unbedingt das tun, was das Arbeitgeben verlangt, aber sie haben keine andere Wahl, als sich Willen zufügen. Wenn sie sich nicht fügen, dann ist die Gefahr große, das ihre Arbeitsplätze verlieren. Da können Streiks auch nicht viel helfen. Deshalb finden ich die Aussage, das die Beschäftigen in die Rolle gedrängt, sehr zu treffen und gut.
Ich stellen mir die Fragen, warum wird der Großunternehmer seine Pflichte nicht bewusst? Der Großunternehmer sollte sich bewusst sein, dass es seiner Arbeiter gut geht. Wenn die Arbeiter im Unternehmer wohl fühlen, dann wird die Produktivität erhöht. In eine solche Atmosphäre der Solidarität kann man besser arbeiten. Dieser Tatsache ist wahrscheinlich den Arbeitgeben bewusst, aber der Unternehmer muss gut kalkulieren, um konkurrenzfähig bleiben zu können. Wenn der Unternehmer keine schwarzen Zahl schreiben, dann ist ihre Existenz gefährdet. Das ist auch wahrscheinliche der Grund, warum das menschliche zu kurze kommt.  
Aber würde mich sehr interessieren, wie groß die Gewinnspanne ist.  
Am 24. Apr. 2006, 13:18 Uhr, schrieb hedgi :


Im Moment hat es aber den Anschein, dass die Herren über das Damoklesschwert, die Globalisierung, das Ende der Knechte herbei beschwören. Sollte es den Herren gelingen, sich die Dienste der preiswerteren Knechte aus Asien und Afrika  dienstbar zu machen, wäre den Knechten der alten Welt die Lebensgrundlage entzogen. Damit befinden wir uns in einer kritischen Phase, sodass die dialektische Entwicklung in der industrialisierten Welt ihr Ende und in der dritten Welt mit neuen Knechten ihre Fortsetzung finden könnte.
 

Wie sollte man dieser Sätze verstehen. Hat die Globalisierungswelle die Aktionäre mehr Macht geliehen, um den Staat und der Gesellschaft zu erpressen und nach ihre Wille zu gestalten. Dass heiß der Aktionär kann sagen, wenn die Gesellschaft mich kein Raum gibt, dann werde ich den Unternehmen ins Ausland umsiedelt. Ist der Staat erpressbar n,  
auf der anderen Seite stellen sich für mich die Fragen, ob der Wille der Aktionär für die Allgemeinheit unbedingt schlecht ist. Es ist klar, dass der Aktionär hauptsächliche daran interessier ist, seine Gewinnspanne zur vergrößert. Es ist aber auch eine Tatsache, dass der Aktionär nur dann schwarze Zahlen schreiben kann, wenn sich seiner Mitarbeiter wohl fühlen, wie ich schon oben geschilderten habe.
Ich wollte hier noch die Tatsache unterstreichen. Das man nicht viele Bücher lesen muss, um auf die Feststellung, dass die Menschen besser motiviert sind zusammen zu arbeiten, wenn sie sich wohl fühlen. Dass so sein muss, sagt mir meine gesunden Menschenverstand. Wenn sich die Menschen wohl fühlen(gerechten Lohn), dann sind sie bestrebt die Situation zu erhalten. Die Situation können sie behalten, wenn sie fleißig mitarbeiten.
Mit freundlichen Grüßen  
Metin Öztaskin    .

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ontogen (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #53 am: 30. Apr. 2006, 16:29 Uhr »

Hallo hedgi,  
Das mit den Genen scheint ein möglicher Ansatz zu sein. Unsere Steinzeit-Gene sind immer noch aktiv.
Der Mann als Jäger und Sammler (Steuerfahnder, Verfassungsschützer, „Heuschrecke“ oder was auch immer dafür herhalten muss) passt in das Schema und ist heute noch so lebendig und aktiv wie beim Neandertaler. Das ist zugegebenermaßen eine sehr einseitige Sicht, weil sie sich nur auf patriarchalische Systeme beschränkt. Diese sind in der Tat nicht überlebensfähig, aber dennoch vorherrschend: Wir sind Kanzler, wir sind Papst, oder wir sind Al-Queida, etc.    
Das Gegengewicht dazu ist der Weiblichkeitskult, der Vorläufer aller derzeitigen Weltreligionen, mit seinen erzeugenden, schützenden und pflegenden Tugenden und Werten. Scheint auch keine Chance zu haben. Irgendwo in der Mitte ist wohl ein System, was überlebensfähig sein kann.
Überhaupt scheint die Werte- Diskussion sehr finanziell fokussiert zu sein: Stellen Schulden, Banken oder Kredite Werte dar? Aus Sicht der Banken ist ein Arbeitsloser, oder noch schlimmer ein Sozialhilfeempfänger, nicht kreditwürdig und damit banktechnisch kein Kunde. Er gehört nicht in diese Geld-Orientierte Gesellschaft.  
Das ist doch wohl nicht der Maßstab für Werte oder deren Veränderung????  
 
Banken finanzieren keine Haushalte von Staaten, in denen das Analphabetentum grassiert (Benin, Senegal, Somalia, etc), sonder nur Staaten, deren Bevölkerung einen hohen Bildungsstandard hat (USA, Deutschland, Italien etc.).  
 
Die Finanzierung von Kriegen ist seit dem Mittelkalter eine gängige Praxis, weil es nach dem Krieg entweder Beute gibt, oder einen Wiederaufbau mit lohnenden Investitionen.
 
Ob ein Mensch materiell reich oder arm ist, kann doch kein Maßstab für seine Einzigartigkeit sein.
Vielmehr ist wichtig ob er seine Fähigkeiten entfalten und ein aktiver Bestandteil in der Gemeinschaft sein kann.
Oder hab ich irgendeine Abzweigung übersehen?
Gruß  
ontogene
 
 
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #54 am: 30. Apr. 2006, 20:27 Uhr »

@gordon
 
schreibt: "Faschistisch ist, wenn man Menschen auf Grund ihrer "Rasse", also eine Eigenschaft an der sie, um es salopp zu formulieren, ganz unschuldig waren, ermordet."
 
Das ist sowohl historisch falsch als auch heute nicht die übliche Definition. Die entscheidenden Charakteristika sind
1. extrem nationalistisch, 2. Führerprinzip, 3. antimarxistisch und antiliberal.  
Faschistisch ist nicht identisch mit rassistisch.  
Wers nicht glaubt, muss in den entsprechenden Lexika nachsehen.  
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hedgi (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #55 am: 30. Apr. 2006, 20:28 Uhr »

Leider haben wir keine schriftlichen Zeugnisse aus der Zeit, als Gott noch eine Frau war. Aus Skulpturen lässt sich nicht genug über die Gedankenwelt unserer Vorgängervölker sagen. Aus Funden lässt sich vermuten, dass die Kelten friedlich miteinander in Mitteleuropa, dem heutigen Deutschland lebten.  In der Vergangenheit muss es ein Unglück geschehen sein, dass diese Kultur aus der Bahn warf. Jedenfalls vagabundierten sie plötzlich durch das südliche Europa und waren der Schrecken der dort lebenden Völker. Die Skulpturen, die aus der späteren Zeit gefunden wurden, sahen mehr wie Dämonen aus. Für die zu einer bestimmten Zeit herrschenden Werte sind mit Sicherheit die gerade vorhandenen Lebensumständen verantwortlich.  
 
Ich bezweifele es, dass wir das bewusst steuern können, wie viel männliche und weibliche Eigenschaften unsere Werte bestimmen können. Wir sollten uns am besten auf demokratische Prinzipien und auf eine strikte Arbeitsteilung zwischen der Wirtschaft und dem Staat als Steuerungsorgan unseres Gesellschaftssystems verständigen.  
 
Damit ist bestimmt, ein Unternehmen muss gewinnorientiert geführt werden. Wie weit die Führung eines Unternehmens gehen kann, muss vom Staat als Schiedsrichter zwischen den sich gegenüberstehenden Interessengruppen überwacht werden und ggf. muss er eingreifen können. Dieses Prinzip funktioniert aber nicht mehr, wenn die Lobbyisten Regierungsvertreter mit Scheinarbeitsverträgen unter Vertrag nehmen können.
 
Das ursprünglich bei der Staatsgründung der BRD noch herrschende Gleichgewicht stimmt schon lange nicht mehr, weil das Verhältnis des Reichtums zwischen Aktionären und dem Staat nicht mehr ausgeglichen ist. Dadurch ist der Staat erpressbar und unfähig notwendige Entscheidungen zu fällen. Es ist müßig weibliche  Eigenschaften mobilisieren zu wollen, wenn es  nicht möglich ist, dafür die Kosten aufzubringen. Freiwillig bezahlt niemand die Steuern die hierfür gebraucht würden.  Zu solchen Einsichten waren die Menschen nach Ende des 2. WK’s fähig, und sie sind es wahrscheinlich erst wieder nach der nächsten Katastrophe.
 
Woher kommt die Einteilung in links und rechts? jededenfalls liegt das bereits länger zurück als Oktober 1918, der franz. Revolution.  
 
hedgi
 
 
   
     
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #56 am: 30. Apr. 2006, 21:12 Uhr »

Hallo hedgi,
Die Vorläufer der jüdischen, christlichen und islamischen Religionen waren Natur- und Fruchtbarkeitsgottheiten.
Das mit den Werten und Lebensumständen kann nur unterstrichen werden.
Ich glaube allerdings, dass wir in der Lage sind, unsere Werte zu steuern, als Beispiel aus der jüngeren Zeit möchte ich die nicht beabsichtigte, aber dennoch nicht zu übersehende Emanzipation der Frauen nach den Unruhen der 68er, bzw. die vorübergehende Wertverschiebung in Richtung der antiautoritären Erziehung anführen.
Damit hast Du ein Beispiel für die weibliche Komponente.
Zum Thema Demokratie möchte ich anmerken, dass uns ein ganz wesentliches, demokratisches Instrument seit der Staatsgründung fehlt, nämlich der freie Volksentscheid.
Dies ist für mich das beste Beispiel dafür, dass der Staat uns für unmündige Bürger hält und sich dementsprechend aufführt.
Gruß
ontogen
 
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #57 am: 01. Mai 2006, 07:44 Uhr »

Der Volksentscheid soll es jetzt bringen. Aber der wird so ausgehen, wie die Werte aussehen, an denen sich auch diese Entscheidung ausrichte. Siegen Ressentiments, was durchaus möglich ist, würden die Toderstarfe eingeführt werden müsssen. Nicht nur die großen Wirtschaftsunternehmen müssten reguliert werden im Interesse des sozialen Ausgleichs, der Erhaltung der Umwelt etc, auch das Staatsvolk muss gemeinsame Werte als verpflichtend empfinden, gerade in einer Krise. Die sind nicht von selbst vorhanden. Menschen sind zwar zum Guten fähig, aber nicht gut an sich.
 
 1. extrem nationalistisch, 2. Führerprinzip, 3. antimarxistisch und antiliberal. Das sei der Faschismus schreibt hanspeter. Wenn Lexika das schreiben, dann vielleicht weil sie sich am viel "harmloseren" italienischen ausrichten, um beide Faschismen unter einen Hut zu bringen. Jedenfalls wenn das auch deine Definition ist, die alles abdeckt, dann erklär mir bitte auf dieser Grundlage den Judenmord und den mörderischen Rassismus (Polen, Russen, Zigeuner).
 
Übrigens: Hätte man übrigens im Jahre 1939 nach den Siegen Hitlers in Polen und Frankreich eine Volksabstimmung durchgeführt, wäre sie sicher zugunsten Hitlers und des Krieges ausgefallen, befürchte ich.
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #58 am: 01. Mai 2006, 10:22 Uhr »

@ Gordon
Ethnien werden auch in s.g. Demokratieen z.B. Ureinwohner Amerikas unterdrückt und ermordet. Rassismus und Fremdenhass sind wohl leider in jeder Gesellschaft latent vorhanden. Dem Fremden wird am leichtsten die Schuld für eigene Probleme (Rechtsradikalismus!) gegeben und er ist der wehrloseste in einer Gesellschaft.
Dafür den Faschismus als Voraussetzung zu sehen, geht am Problem vorbei. Grausamkeiten bis hin zum Völkermord werden im Faschismus leichter begangen, möglich sind sie aber auch in anderen Systemen.  
 
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #59 am: 01. Mai 2006, 11:03 Uhr »

Wir können nicht alle Risiken ausschalten, so ist es auch bei einem Volksentscheid, wir können nicht sicher sein wie das Volk entscheidet. Wenn wir uns von unserer Angst leiten lassen wollten,  müssten wir uns von der Demokratie verabschieden und unser Schicksal vertrauensvoll in die Hände eines Diktators legen.  
 
Mut zur Demokratie heißt auch an die eigenen Wertvorstellungen glauben und für diese zu werben. Das ist in der heutigen Zeit nicht einfach, in einer Zeit in der fast die gesamte Medienlandschaft gleichgeschaltet ist. Wir sollten unsere Urteilsfähigkeit nicht überschätzen, wenn wir in allen Medien, von denen wir meinen sie seien unabhängig von einander, alle das gleiche schreiben. Ein wirklich objektives Urteil können wir uns erst bilden, wenn uns Vergleichsmöglichkeiten in die Hand gegeben werden.
 
Ein Volksentscheid würde zumindest sicherstellen, dass Interessengruppen ihre Argumente anderen Vorstellungen gegenüberstellen müssten.      
 
Über gewisse Punkte sollten wir uns im Klaren sein, unsere soziale Welt ist ein Resultat menschliches Handelns. Unsere Vorstellungen über unsere Wertevorstellungen können wir nur mittels eines Werkzeuges Sprache vermitteln. Deshalb sollte  es keine Beeinträchtigung durch Medienkonzentrationen geben, die heute jede nicht der uns beherrschenden Oligarchie genehmen Meinung mit Geld ersticken kann. Oligarchie deshalb, weil wir über Marionetten im Parlament von Wirtschaftlern aus dem Hintergrund heraus regiert werden.  
 
Um uns zu lenken, reicht es zum einem die Medien zu beherrschen, denn wer die Macht über das Wort hat, beherrscht die Volksmeinung und ist damit im Besitz der Macht.  
 
Verhindern ließe sich das durch Gesetze, die Fusionen von Medienkonzernen mit anderen kapitalträchtigen Unternehmen nicht gestatten würden. Ein eigentlich selbstverständliches Verbot für einen Parlamentarier zwei Herren zu dienen, muss ich nicht extra erwähnen.  
 
hedgi
       
 
 
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