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Thema: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuerung (Gelesen 4629 mal) |
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Joy (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #76 am: 05. Mai 2006, 15:43 Uhr » |
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Am 05. Mai 2006, 00:49 Uhr, schrieb hedgi :An Joy, die materielle Welt existiert nur einmal, wir können sie auch "Welt an sich" nennen. Wir als Subjekt nehmen diese Welt als Phänomen unter unterschiedlichen Blickwinkeln wahr. Dadurch kann es zu völlig unterschiedlichen Sichten kommen. Einige Mitbewohner unserer Erde schaffen es besser als die Anderen, ihre eigenen Interessen in den Hintergrund zu drängen. Das kann bis zur völligen Selbstaufgabe führen, falls es jemandem gelingt, seine eigene Identität zu verleugnen, um sich als Teil eines Übergeordneten zu sehen. Ein Wirtschaftswissenschaftler der Ernst genommen werden möchte, muss bemüht sein, die Welt so zu beschreiben, dass der größte Teil seiner Leser die von ihm beschriebene Welt als identisch mit der wahrgenommenen Sicht des Lesers erkannt werden kann. |
| Hallo hedgi, alles was Du hier oder wo auch immer reflektierend verbal beschreibst, was bitte ist es anderes als das Beschreiben Deiner eigenen bewertenden Sicht auf Deine eigene geistige Wahrnehmung, Deines eigenen geistigen Erlebens und Deines eigenen geistigen Erkennens? Was sind denn die "einige Mitbewohner 'unserer' Erde" und der "Wirtschaftswissenschaftler der Ernst genommen werden möchte" bitte anderes als Deine eigene geistige Wahrnehmung, Dein eigenes geistiges Erleben und Dein eigenes geistiges Erkennen? Eine etwa unabhängig von Dir existierende materielle raumzeitliche Welt? Welchen faktischen Beleg hast Du für eine solche Annahme denn bitte vorzuweisen? Gruß Joy
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ontogen (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #77 am: 05. Mai 2006, 17:38 Uhr » |
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Hallo hedgi, Der soziale Vertrag (Russeau) hatte in unserem Staat keine Chance, weil die Aufklärung nicht weit genug ging. Der Generationenvertrag starb mit dem Griff unserer Regierung in die Rentenkasse. Wie Du sagst, leben wir in einem vertragslosen Zustand, das heißt ohne die notwendigen Werte. Welche Vertragsart schwebt Dir denn vor, um den Zustand zu ändern? Gruß ontogen
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hedgi (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #78 am: 05. Mai 2006, 20:46 Uhr » |
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Hi Joy, Ich habe doch nie etwas anderes behauptet, dass die Sicht, die jeder als Mensch nun auf diese Welt hat, subjektiv ist. Ich bewege mich damit innerhalb der Lehre Kants, die jedem nur das Ding als Phänomen sichtbar macht. Um aber darüber sich äußern zu können, müssen wir Kenntnis vom Ding an sich, in unserem Fall, von der Welt an sich haben. Im "Ding an sich" sind alle Möglichkeiten enthalten. Der Wirtschaftswissenschaftler beschreibt das Phänomen, das er sieht. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass viele Menschen eine ähnliche Sichtweise haben. Ist dieser Wissenschaftler am Erfolg seiner Publikationen interessiert, müsste er zusehen, zahlreiche Leser zu erreichen, die ebenfalls seiner Sichtweise folgen können. Hi Ontogen, nach Gründung der Bundesrepublik hatten wir einen Zustand erreicht, wenn wir ihn hätten erhalten können, uns für lange zeit Stabilität gegeben hätte. Es gibt jederzeit von außen auf uns einwirkende Kräfte, die auch auf eine Veränderung bestehender Werte hinausläuft. Es liegt an uns, ob es gelingt das, was gut ist, zu erhalten. Ich glaube, wenn wir uns der Mühe unterziehen nach Werten Ausschau zu halten, die dauerhafter Natur sind. Das ist z. B. die Solidarität, die ich in #76 meinte und jahrhundertelang von Personen in verschiedenen Völkern angemahnt wurde. Davon gibt es mehrere Werte, von denen wir nicht nur reden, sondern sie auch einfordern sollten. Außerdem waren wir damals in der Lage viele Ausländer, ohne dass die heutigen Probleme auftraten, zu integrieren. Unsere Zeit ist dadurch gekennzeichnet, da wir merken, dass wir in einer Wertekrise stecken, unterhalten sich unsere Volksvertreter über Pseudowerte. Wenn sie jemandem von Nutzen sind, dann denen, die von unserer eigentlichen Problemlage ablenken wollen. Das Gerede über die Integration von Ausländern, die durch eine Prüfung in Staatsbürgerkunde und Sprachkenntnissen erfolgt, soll nun unsere Gesellschaft retten. Dabei ist es eine Selbstverständlichkeit, wenn jemand in einem fremden Land arbeiten möchte, muss er die Sprache und über das übliche Zusammenleben in diesem Land Kenntnis haben. Den Sprengstoff, den unsere Volksvertreter zu beseitigen hoffen, werden sie nicht entschärfen. Wenn sie den Integrationstest machen müssen, wird dadurch kein einziger Arbeitsplatz geschaffen. Wir brauchen neue Anstöße. Die können nur von der Philosophie her kommen. Nur dort können Ziele und gesellschaftliche Konzepte definiert werden, die in politische Manifestationen münden können. Rousseaus Gesellschaftsvertrag war durchaus eine Basis, auf der hätte aufgebaut werden können. Heute sollten wir uns auf die Philosophie konzentrieren und nach einem Zukunftsmodell suchen. Es wäre gut wenn es mehrere ernstzunehmende gäbe, dann hätten wir Vergleichsmöglichkeiten. Eine Besinnung auf Hegel, könnte eine Ausgangsbasis bieten, damit möchte ich nicht sagen, dass dort nicht Erkenntnisse anderer Philosophen einfließen sollten. Wir haben Aussagen vieler Philosophen, die sich durchaus in andere Modelle einflechten lassen. Nach mehr als 100 Jahren philosophischer Schonkost, könnten wir wieder einen Philosophen brauchen, der die Reihe der Großen, Kant, Hegel und Marx fortsetzt. hedgi
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Joy (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #80 am: 06. Mai 2006, 01:20 Uhr » |
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Am 05. Mai 2006, 20:46 Uhr, schrieb hedgi : Hi Joy, Ich habe doch nie etwas anderes behauptet, dass die Sicht, die jeder als Mensch nun auf diese Welt hat, subjektiv ist. |
| Noch immer nicht verstanden. Dass die Sicht auf die Welt subjektiv ist wird von kaum einem Menschen bestritten. Ich frage Dich aber: Auf welche Welt? Es gibt keine "Welt an-sich" - sondern das geistige Erleben, das geistige Wahrnehmen und das geistige Erkennen IST die Welt selbst und Du bist dieses Erleben, Wahrnehmen und Erkennen und somit die von Dir wahrgenommene Welt selbst - inklusive allem, was in ihr erscheint. Du willst diese Welt verändern? Dann musst Du selbst Dich verändern, denn die Welt ist nur Dein eigener Spiegel. Du rufst nach Werten? Es gibt nur einen einzigen wahrhaftigen Wert und dieser ist die LIEBE. Eine Welt ohne Liebe ist nichts als Angst und Leid. Du selbst bist diese Liebe - schenke Dich selbst Deiner von Dir wahrgenommenen Welt ohne daraus einen Handel zu machen, ohne dafür etwas zu erwarten oder dafür einzufordern. Dann befreist Du Dich und damit die von Dir wahrgenommene Welt von jeglichem Leid und jeglicher Angst, denn Du selbst bist Deine Welt, Deine eigene Erlebenswirklichkeit. Gruß Joy
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #81 am: 06. Mai 2006, 09:58 Uhr » |
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Hi Joy, wie es aussieht schreiben wir aneinander vorbei. Das wird sich zwar auch zukünftig nicht verhindern lassen, vielleicht gibt es Übereinstimmungen, die sich ausweiten lassen könnten. Die Welt über die wir schreiben, ist sehr konkret und materiell, es gibt nur eine. Allenfalls gibt es Differenzen in der Sichtweise auf unsere Welt, die durch äußere Einflüsse bedingt die Wirklichkeit anders erscheinen lassen. Das "Ding an sich" ist seit Kant ein gängiger Begriff. Er wird zwar von anderen Philosophen in einem anderen Kontext gebraucht, die meisten verwenden ihn aber so, wie ihn Kant gebrauchte. Aus Gründen der Verständigung, sollten wir uns auch daran halten. Zu den Dingen gehört ebenfalls die Welt. Das was ein Ding an sich ist, lernen wir bereits in frühester Kindheit. Darin sind alle möglichen Erscheinungsformen enthalten, die ein Ding annehmen kann. Die Anzahl möglicher Erscheinungsformen ist nicht unendlich, sondern seine für uns möglichen Erscheinungen müssen Gesetzen der Logik genügen. Daraus ergibt sich, die Welt an sich, ebenso wie das "Ding an sich" ist nichts Konkretes, sondern nur eine Möglichkeit von vielen. Die Welt über die wir reden, ist aber konkret und materiell, und sie verändert sich bedingt durch äußere Einflüsse. Ein Einflussfaktor sind unsere Handlungen. Das Ding an sich, so wie Kant ihn verwendet, ist ein Platzhalter für alles Konkrete. Die Welt an sich müssen wir uns als Behälter mit all den Eigenschaften denken, die die konkrete Welt annehmen kann. Da wir von unserem Lebensraum abhängig sind, brauchen wir Werte. Wir als Bewahrer der Werte sind verantwortlich dafür, dass unsere Welt so lange wie möglich lebenstauglich bleibt. Da alle Variablen, die unsere Welt steuern, zueinander abgestimmt sein müssen, bleiben gelegentliche Korrekturen an ihnen nicht aus. Liebe schließt Solidarität mit ein, es sei denn man liebt sich nur selbst. Das wäre falsch verstandene Liebe, unsere Welt würde bald an unserem Egoismus ersticken. hedgi
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| « Zuletzt bearbeitet: 06. Mai 2006, 14:39 Uhr von hedgi » |
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Joy (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #85 am: 06. Mai 2006, 19:37 Uhr » |
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Am 06. Mai 2006, 09:58 Uhr, schrieb hedgi : Das "Ding an sich" ist seit Kant ein gängiger Begriff. |
| Das Kant'sche "Ding an-sich" gilt Kant als nicht erkennbar. Nun ist aber die Kant'sche Schrift nicht das Nonplusultra der Erkenntnis. Das Kant'sche "Ding an-sich" ist kein "Ding" im üblich verstandenen Wortsinn, sondern dieses "Ding an-sich" -welches für Kant als unerkennbar gilt- ist der lebendige wahrnehmende Geist selbst, der Du selbst bist und dieser ist sehr wohl erkennbar. Dieses Erkennen wird bezeichnet mit der Sprachmetapher, dem verbalen Begriff "Selbsterkenntnis". Kant gelangt in allen seinen Schriften über den unterscheidenden und analytischen Intellekt noch nicht einmal im Ansatz hinaus und dreht sich daher, wie für den dualistischen intellektuellen Verstand üblich, auch nur im eigenen Gedanken-Kreise wie in einem Hamsterrad. So lange der lebendige Geist (= ICHBIN = wahrnehmen, erleben, erkennen) dem "Irrglauben" erliegt, dass dem was er geistig wahrnimmt, erlebt und erkennt, eine eigenständige ontische Entität zukommt, also das geistig Wahrgenommene auch unabhängig und jenseits seines Wahrgenommenwerdens materiell existiert -der Verstand nennt es "objektiv materiell existierende Welt"- so lange ist der lebendige Geist in Verwirrung, denn er glaubt dann, sich IN einer Welt zu befinden und ist sich nicht mehr dessen selbst gewahr, dass die geistig wahrgenommene "objektiv materiell existierende Welt" nichts anderes als er selbst ist, nämlich seine eigene geistige Wahrnehmung, sein eigenes geistiges Erleben und sein eigenes geistiges Erkennen. Mit anderen Worten: Die wahrgenommene Welt ist der sie erkennende, wahrnehmende und erlebende Geist selbst. Es verhält wie im nächtlichen Traum: Alles was Dir in ihm begegnet, Menschen, Tiere, Landschaften und alles Geschehen bist DU selbst, denn Du "all-ein" bist der gesamte Traum. Erkennen wirst Du es aber immer erst dann, wenn Du aus dem Traum erwachst... Das Erwachen aus dem Traum ist die Apokalypse der Offenbarung, nämlich sein (Welt/Traum)Untergang... (= WelTRAUM ) Im Lichte der ewigen Wahrheit betrachtet, quasi der wirklichen Wirklichkeit, schläft und träumt der lebendige Geist immer dann, wenn er sich für wach glaubt. Diese "Wachheit" ist nichts anderes als eine Trance. Wenn der Mensch am Morgen körperlich in seinem Bett erwacht - ist er, im Lichte der wirklichen Wirklichkeit betrachtet, gerade eingeschlafen und träumt sich selbst in eine scheinbar von ihm getrennt existierende materielle Welt hinein... Das lebendig selbst zu erkennen, das ist Selbsterkenntnis. Die Philosophie, wie auch die Religion, ist noch keine Selbsterkenntnis, sie zeigen nur den Weg zu dieser lebendigen Erkenntnis. Gruß Joy
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ontogen (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #88 am: 07. Mai 2006, 08:42 Uhr » |
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Glaubst Du, dass es wirklich einen Punkt gibt, von dem aus wir die Arbeit unseres Geistes betrachten und beschreiben können? Oder weißt Du es sogar? Wie kann Bewusstsein über sich selbst hinaus wachsen und auf diese Stufe kommen? Selbst Hegel und Husserl sind nicht so weit gegangen. Gruß ontogen
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hedgi (Offline)
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Re: Zwischen Erhaltung unserer Werte u. d. Erneuer
« Antworten #89 am: 08. Mai 2006, 17:09 Uhr » |
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Jeder reflektiert in einer ruhigen Minute über sich nach, und versucht über das eigene Denken und Handeln Verständnis zu erlangen. Insofern liegt der Punkt des sich selbst Verstehens in unserem Sein. Für diese Fähigkeiten entwickeln wir ständig bessere Werkzeuge, die wir allein nicht mehr beherrschen können. (Soziologie, Psychologie). Das muss uns nicht unbedingt zu unserem Vorteil gereichen. Zum Beispiel beschäftigen Regierungen und Polizei Profiler, deren Aufgabe es ist, die Schwächen und Präferenzen eines Regierungschefs eines nicht unbedingt befreundeten Landes herauszuarbeiten, um die Verhandlungen in gewünschte Bahnen zu lenken. Der Manipulation sind damit Tor und Tür geöffnet. Bisher haben sich meines Wissens Philosophen nicht als Wahrsager betätigt, sondern sie versuchten die Welt zu verstehen. Hegel haben wir eine verbesserte Version der Dialektik zu verdanken, die als Methode (Werkzeug) uns nützliche Dienste leisten kann, unsere Gesellschaft zu verstehen. Danach müssen sich Widersprüche durch eine doppelte Negation auflösen. Nach der ersten Negation darf es noch keine Auflösung geben, wäre es so, hätte sich entweder die These oder die Antithese durchgesetzt und es hätte keine Weiterentwicklung gegeben. Erst aus der zweiten Negation kann sich nach Auflösung der Widersprüche die Synthese herausbilden. Hegel hat seine Dialektik dynamisiert, danach ist die Synthese bereits die neue These, seine zu ihm gehörende Antithese entspringt gemeinsam mit der These aus dem alten Widerspruch, siehe auch Herr- Knecht-Gleichnis. Am Ende einer Entwicklung steht nach Hegel die Vollkommenheit, danach geht der Mensch in Gott auf. Das heißt, am Ende muss sich der Kreis schließen. So weit sind wir aber in unserer Entwicklung nicht, und ob wir jemals in die Nähe einer Entwicklung kommen können, die sich als fast vollkommen bezeichnen ließe, steht in den Sternen. Karl Marx hat in seinem historischen Materialismus versucht, die Erkenntnis in der Philosophie voranzubringen. Dort spielt der Produktionsfaktor eine bedeutende Rolle. Die Begrenztheit der Rohstoffe auf unserem Planeten, hat uns an eine unüberwindlich scheinende Barriere geführt. So bleibt es einem zukünftigen Genie vorbehalten, uns in der Erkenntnistheorie weiter voranzuführen. Ich meine, eine weitere Entwicklung in der Philosophie drängt sich nach über 100 Jahren des auf der Stelle treten’s förmlich auf. Erst wenn die Philosophie uns mit neuen Erkenntnissen versorgt, können sich daraus neue politische Ideen und Richtungen entwickeln. Nach einer längeren Zeit der Sinnleere, wäre es an der Zeit für einen überdurchschnittlich begabten Philosophen, der die Reihe der großen Philosophen fortsetzt. Das ist vergleichbar mit einem Garten, der wegen lang anhaltender Trockenheit verödete. Erst bei erneuten Regenfällen, in unserem Fall sind es neue philosophische Theorien, erscheint uns der Garten wieder erneut in all seiner Pracht in neuer Blüte. Ich möchte aber nicht mein ursprüngliches Ziel, die über die jahrtausenden beständigen Werte nicht aus dem Auge verlieren. Eines davon ist die für unsere Existenz erforderliche Solidarität oder Aussagen, wie was alles dir zuwider ist, das tue auch nicht anderen an. Die sich bis heute uns erhalten gebliebenen Werte sollten uns weiterhin als Leitfaden dienen, um Verführungen in Richtung liberale Anarchie, die unter anderem von Milton Friedman propagiert werden, und in Aussagen gipfeln wie, weniger Staat und alle Freiheiten für eine kleine Schicht der Besitzer unseres Planeten, die das Ende der Solidarität bedeuteten, abzuwehren. Mir geht es dabei, um den Einfluss unserer alten Werte auf neuere Werte und der Gefahren, die auf die Zerstörung unserer ursprünglichen Werte hinarbeiten. Heute wird der Begriff sozial mit Solidarität als identisch verstanden. Ohne Sozialismus als Begriff zu bezeichnen, entstanden rudimentäre sozialistische Ideen nicht vor 1500 nach Chr. als Utopien. Um in der hegelschen Dialektik zu verbleiben, steckt bereits in der Idee Solidarität, die dazugehörende untergeordnete Idee des sozialen, als Sozialismus oder als Sozialdemokratie. hedgi
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