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Thema: Metaethik (Gelesen 1231 mal) |
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Abrazo (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #15 am: 25. Feb. 2008, 23:19 Uhr » |
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Ich habe es hier und da schon mal gesagt: gerade wegen des Problems Ethik habe ich mich 5 Jahre lang recht intensiv mit Teilen dieser Subkultur befasst; es handelt sich um eine Subkultur und nicht um Gangs. Als Ergebnis grob gesagt: die humane Ethik ist die gleiche; nicht selten ist es so, dass diese humane Ethik unter den Mitgliedern der Subkultur tatsächlich wacher ist als in verbreiteten Teilen der Mainstream-Kultur. Aber die Verwirklichung der Ethik ist moralisches Handeln. Und da stimme ich nun Brecht zu: das muss man sich leisten können, denn "erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral". Oder auch: "Doch die Verhältnisse, die sind nicht so," nämlich so, dass man mit moralischem Handeln in Freiheit überlebt.
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Wolfgang_Horn (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #16 am: 26. Feb. 2008, 01:40 Uhr » |
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Salve, Abrazo, Du: gerade wegen des Problems Ethik habe ich mich 5 Jahre lang recht intensiv mit Teilen dieser Subkultur befasst; es handelt sich um eine Subkultur und nicht um Gangs. "Salve", weil die alten Römer eine Kultur phantastisch hoher Qualität geschaffen hatten. Zu Subkultur und Gangs, zurück auf den Boden der Tatsachen. Was beobachten wir? Ein Junge klaut, bekommt Beifall von anderen Jungs., die Gruppe bezeichnet sich mit "Wir". Am nächsten Morgen gehen die einen davon zur Schule, andere zur Arbeit. Die Bezeichnung "Gang" ist zwar einprägend, deutlich und eine Spitze, die eine Verwahrlosung andeutet. Und sie war eine Notlösung, denn die Bezeichnung suggeriert, diese Personen seien 24h/Tag nur unter sich. Das mag es geben, hier aber nicht, weil ich die einen in die Schule schicke und die anderen in die Arbeit - und dort ordnen sie sich sichtbar der Gemeinschaft "wir Schüler" zu und "wir Malocher". Die Bezeichnung "Subkultur" trifft auch nur solange zu, wie diese Gruppe sich mit "Wir" bezeichnet und deutlich abgrenzt von anderen, insbesondere von denen, die sie ablehnen. Du: ...die humane Ethik ist die gleiche; nicht selten ist es so, dass diese humane Ethik unter den Mitgliedern der Subkultur tatsächlich wacher ist als in verbreiteten Teilen der Mainstream-Kultur. Ui, "Mainstream-Kultur". Schwer zu fassen. Die Menge der Meinungen aller Personen, die sich nicht als Minderheit auffassen? Will ich nicht vertiefen, Verzettelung droht. Sondern Deine unausgesprochene Behauptung relativieren, nicht selten würden die Mitglieder einer Subkultur "wacher" sein - und das läge an der Kleinheit der Gruppe. Sondern: Es ist wohl eine Korrelation, eine Übereinstimmung zu beobachten mit der Kleinheit einer Gruppe und der Qualität ihrer Kultur. Aber die Kleinheit ist nicht die Ursache, sondern das "gemeinsame höchste Ziel". Richtig ist wiederum: Je klener eine Gruppe, desto größer ihre chancen auf Einigung auf solch ein Ziel. Dazu Definition "Qualität einer Kultur": "Einer für alle, alle für einen" nenne ich das Merkmal einer Kultur höchster Qualität. Die Qualität definiere ich so: Je mehr Widersprüche, Unrichtigkeiten, Tabus und unnötige Vorschriften in der Kultur einer Gruppe, desto geringer die Qualität dieser Kultur. Zum "gemeinsamen höchsten Ziel": Nachdem ich es durchdacht hatte mit sehr viel Ach und Krach, las ich Jean-Jacques Rousseau und fand es in seinem "Gemeinwille" wieder, eben nicht im "Gesamtwille". Definition gemeinsames höchstes Ziel: Der höchste Zweck eines Teams, wofür es seinen Einsatz als Mittel versteht. Ein Teamziel mit folgenden Merkmalen: 1. Das ghZ ist für jedes Mitglied im Team ein Zwischenziel auf seinem Weg zur Verwirklichung seiner persönlichen Zwecke. 2. Für jedes Teammitglied ist Weg über das ghZ der kürzeste Weg zu seinen Zwecken. Es dient der Verwirklichung seiner persönlichen Ziele mehr, wenn es sich zuvor für das ghZ engagiert. Bei den legendären drei Musketieren war das wohl die Zukunft ihres Königs, Nebenziele werden auch zu finden gewesen sein. Der für die Qualität der Kultur entscheidende Prozeß ist die Fähigkeit der Gruppe, Differenzen austragen und einen Konsens finden zu können, den alle als den beste für ihr ghZ bewerten können. Das geht nur, wenn die Gruppe ein einziges ghZ erkoren hat. Schon zwei höchste Ziele unklarer Rangordnung sind gemeinsam ein Garant für Dauerstreit - und dann leidet die Qualität der Kultur. Eine wesentliche Zutat in diesem Konfliktlöseprozeß ist die Akzeptanz der "Lebertran"- oder "saure Apfel"-Werte. Die Tugenden gehören solange dazu, bis der Einzelne ihren Wert für sich erkannt hat. das Regelwerk einer Gemeinschaft kann nur stabil sein, wenn Rechte und Pflichten sich gegenseitig die Balance halten - ein Recht für eine Person kann nur dann eines sein, wenn gleichzeitig eine andere Person eine entsprechende Pflcht hat. "Wer es einem Vorgesetzten gleichtun will, beginnt mit den schlechten Eigenschaften." (Aus Japan) In Gemeinschaften, in denen diese Weisheit wahr ist, sind Lebertran-Werte und Pflichten nur durch Vorbild zu verbreiten. Je größer eine Organisation, desto wahrscheinlicher ist die Kette der vorbildhafen, tugendhaften Führungskräfte unterbrochen durch einen Untugendhaften. Der versaut als negatives Vorbild leider den ganzen Laden wie ein fauler Apfel in der Speisekammer alle anderen Äpfel. Deshalb haben kleine Gemeinschaften oftmals eine Kultur höherer Qualität als große Gemeinschaften. Das aber ist kein Gesetz, Perikles, Alexander der Große, Cäsar und Jeanne d'Arc konnten das "einer für alle, alle für einen" in ganzen Armeen entstehen lassen. Die Fähigkeiten dazu sind jedem gesund geborenen Menschen angeboren - aber die wenigstens finden die Voraussetzungen zur Entfaltung dieser Fähigkeiten. Fazit: Deine Beobachtung ist richtig, und das warum der Richtigkeit läßt sich logisch begründen. Ciao Wolfgang Horn
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Abrazo (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #17 am: 26. Feb. 2008, 16:04 Uhr » |
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Deine Überlegung geht von falschen Voraussetzungen aus. Wenn ich von Subkultur rede, meine ich keine Kleingruppe. Ich meine eine Untergesellschaft mit eigener Wirtschaft (die m.E. von zentraler Bedeutung für eine Subkultur ist) und eigenen Normen, deren Mitglieder sich nicht kennen, wohl aber, wenn sie sich begegnen, erkennen, an der Kleidung, an der Sprache, am Verhalten.
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Meisterdieb (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #18 am: 26. Feb. 2008, 18:29 Uhr » |
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Zitat:| "Salve", weil die alten Römer eine Kultur phantastisch hoher Qualität geschaffen hatten. |
| Danke Wolfgang für die Bestätigung meines Beitrages. Wie war die römische Hochkultur möglich? Durch die Schaffung des Sklavenstandes. Durch Werkzeuge, die es dem Adel ermöglichten sich in Waffenspielen, der Jagd und Wettkämpfen aller Art auszubilden. Durch ständige Bedrohung des Reiches war man in anhaltender körperlicher und geistiger Hochspannung. Kultur in der Demokratie? Wesentlich Erschlaffung, Langeweile, Mittelmaß. Heil euch brave Karrenschieber, Stets "je länger, desto lieber", Steifer stets an Kopf und Knie, Unbegeistert, ungespässig, Unverwüstlich-mittelmäßig, Sans genie et sans esprit!
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Wolfgang_Horn (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #19 am: 26. Feb. 2008, 19:07 Uhr » |
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Hi, Abrazo, Du: Wenn ich von Subkultur rede, meine ich keine Kleingruppe. Ich meine eine Untergesellschaft mit eigener Wirtschaft (die m.E. von zentraler Bedeutung für eine Subkultur ist) und eigenen Normen, deren Mitglieder sich nicht kennen, wohl aber, wenn sie sich begegnen, erkennen, an der Kleidung, an der Sprache, am Verhalten. O.K. ich hatte tatsächlich nur die kleine Gruppe gesehen, die Du bildhaft beschrieben hast. Nach Deiner Ergänzung ist diese Gruppe a) größer und b) nicht homogen. Sondern viele lokale Gruppen teilen ein gemeinsames Wertersystem, das eben ein anderes ist als das übliche. Gelegentlich wird es Anlässe geben, in denen diese lokalen Gruppen gemeinsam auftreten wie in den Krawallen von Hamburg, Berlin und Paris-Vorstadt. Und ich vermute - wenn diesen lokalen Gruppen die Einkiommensquelle ausgeht, dann fallen sie auch übereinander her. Und was ändert Deine Ergänzung? Ciao Wolfgang Horn
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Abrazo (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #20 am: 26. Feb. 2008, 21:05 Uhr » |
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Hi Wolfgang, Zitat:| Die Bezeichnung "Subkultur" trifft auch nur solange zu, wie diese Gruppe sich mit "Wir" bezeichnet und deutlich abgrenzt von anderen, insbesondere von denen, die sie ablehnen. |
| Tun sie. Zitat:| "Mainstream-Kultur". Schwer zu fassen. Die Menge der Meinungen aller Personen, die sich nicht als Minderheit auffassen? |
| "Mainstream" ist die Gesellschaft, die den Staat bestimmt und organisiert bzw. dem zumindest nicht ablehnend gegenüber steht. Mainstream ist die Gesellschaft, die d die Achtung seiner Gesetze von jedem einfordert (ungeachtet der Tatsache, dass nicht wenige meinen, selbst Sonderfälle zu sein, jedoch nach dem Grundsatz, wonach Ausnahmen die Regel bestätigen). Zitat:| Dazu Definition "Qualität einer Kultur": "Einer für alle, alle für einen" nenne ich das Merkmal einer Kultur höchster Qualität. |
| Dann hat die Subkultur die höhere Qualität. Zitat:| Die Qualität definiere ich so: Je mehr Widersprüche, Unrichtigkeiten, Tabus und unnötige Vorschriften in der Kultur einer Gruppe, desto geringer die Qualität dieser Kultur. |
| Widersprüche werden dort mehrheitlich aufgelöst durch das Verständnis für die realen Lebensbedingungen. Kameradendiebstahl ist schändlich und der Dieb nicht mehr vertrauenswürdig, doch führt er nicht zum Ausschluss: das arme Schwein war eben in Not. Auf jeden Fall kein Grund, ihn bei der Polizei anzuzeigen. Das machen nur - Kriminelle, aus Sicht dieser Subkultur Kriminelle, nämlich die, die die eigenen Leute an die Hauptgesellschaft verraten. Zitat:| Definition gemeinsames höchstes Ziel: Der höchste Zweck eines Teams, wofür es seinen Einsatz als Mittel versteht. |
| An diesem Ziel sind sowohl Nazis als auch Kommunisten gescheitert, und vor ihnen noch etliche mehr. Zitat:| Der für die Qualität der Kultur entscheidende Prozeß ist die Fähigkeit der Gruppe, Differenzen austragen und einen Konsens finden zu können, den alle als den beste für ihr ghZ bewerten können. |
| Die tragen ihre Differenzen mit Fäusten und Messern aus, und das funktioniert tatsächlich hervorragend. Lebertran und Apfel brauchen die nicht. Der Wert dieser Subkultur liegt darin begründet, dass sie jedem, der es nicht zu bunt treibt, das Überleben sichert, dazu das Gefühl von menschlicher Wärme und Geborgenheit (denn die ist es tatsächlich, die die Drogenabhängigen nach Entgiftung und Therapie immer wieder in die Szene treibt: in der Hauptgesellschaft sind sie einsam und fühlen sich unverstanden, verraten und verkauft). Die Pflicht? Sich an die Normen zu halten. Widrigenfalls droht Rausschmiss (eben, Kriminelle, die steckt man zur Not ins Gefängnis, indem man sie verpfeift). Das weiß jeder, also achtet jeder die Normen. Zitat:| Und ich vermute - wenn diesen lokalen Gruppen die Einkiommensquelle ausgeht, dann fallen sie auch übereinander her. |
| So leicht gehen denen die Einkommensquellen nicht aus. Einkommen aufgrund eines marktwirtschaftlichen Austausches mit der Hauptgesellschaft sind im Wesentlichen Dealen, Prostitution, Hehlerei und hier und da Gelegenheitsarbeiten. Demgegenüber das nicht-marktwirtschaftliche Einkommen, das der Hauptgesellschaft schmarotzend (das ist nicht wertend, sondern rein sachlich gemeint) durch Transferleistungen (Sozialhilfe, Hartz IV, Spenden) und Eigentumsdelikte entzogen wird. Nur ein kleiner Teil davon wandert in Form von Einkäufen im Supermarkt und Miete in die Hauptgesellschaft zurück. Der größte Teil verbleibt im Wirtschaftskreislauf der Szene; größere Einkäufe macht man beim Hehler (falls man nicht selber klaut), Drogen sowieso. Wenn man bedenkt, dass ein Alki mindestens 1000 Euro netto im Monat benötigt, ein Junkie ohne weiteres 4000 EUR im Monat, aber auch Nichtabhängige Szeneangehörige an diesem Kreislauf teilnehmen und so ihr Einkommen aufbessern, magst Du die wirtschaftlichen Dimensionen der Subkultur ermessen.
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Wolfgang_Horn (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #21 am: 27. Feb. 2008, 00:21 Uhr » |
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Hi, Abrazo, Du: "Mainstream" ist die Gesellschaft, die den Staat bestimmt und organisiert bzw. dem zumindest nicht ablehnend gegenüber steht.... Naja, akzeptiert mangels besserer Alternative. Du: Mainstream ist die Gesellschaft, die die Achtung seiner Gesetze von jedem einfordert (ungeachtet der Tatsache, dass nicht wenige meinen, selbst Sonderfälle zu sein, jedoch nach dem Grundsatz, wonach Ausnahmen die Regel bestätigen). Solche Verhaltensweise ist sehr häufig zu beobachten in Gesellschaften, in denen das Gegeneinander schon dominiert, die der Scheidung näher sind als dem Wir. Diese Verhaltensweise ist aber kein Erkennungsmerkmal für "Mainstream-Kultur", sondern nur für "Mainstream-Kultur in der Phase der Selbstauflösung". Du: Dann hat die Subkultur die höhere Qualität. Das ist durchaus wahrscheinlicher, weil der "Kampf gegen den Mainstream" eine einigende Wirkung hat. Du: Widersprüche werden dort mehrheitlich aufgelöst durch das Verständnis für die realen Lebensbedingungen....die die eigenen Leute an die Hauptgesellschaft verraten. Plausibel. Du zu meinem ghZ: An diesem Ziel sind sowohl Nazis als auch Kommunisten gescheitert, und vor ihnen noch etliche mehr. Das Scheitern darin ist genauso die Regel, wie das Umfallen von Bleistiften, die man senkrecht stellt. Das macht diejenigen, die es geschafft haben, so herausragend. So herausragend, daß die alten Griechen meinten, Charisma sei eine Gabe der Götter an ihre Lieblinge. Du. Die tragen ihre Differenzen mit Fäusten und Messern aus, und das funktioniert tatsächlich hervorragend. Nur scheinbar. Auch unter Hitler galt das Recht des Stärkeren. Seine klare "Weltordnung für Herrenmenschen" ermöglichte seinen Armeen eine weit überdurchschnittliche Kampfkraft. Von zwei Divisionen ist diejenige stärker, die nicht diskutiert, sondern handelt - wenn die Divisionskommandeure ansonsten gleich fähig sind. Dies "hervorragend" gilt aber nur für Fragen und Probleme, die mit Gewalt zu lösen sind. Bei komplizierteren Aufgaben versagt diese Gewaltgesellschaft. Du: Lebertran und Apfel brauchen die nicht. Aber klar doch. Du hast ja selbst Verstöße gegen die Kultur beschrieben und ihre Ahndung. Du: Der Wert dieser Subkultur liegt darin begründet, dass sie jedem, der es nicht zu bunt treibt, das Überleben sichert.. Den hat wohl jede menschliche Kultur - wobei das "zu bunt" unterschiedlich gedeutet wird. Du: Demgegenüber das nicht-marktwirtschaftliche Einkommen, das der Hauptgesellschaft schmarotzend (das ist nicht wertend, sondern rein sachlich gemeint) durch Transferleistungen (Sozialhilfe, Hartz IV, Spenden) und Eigentumsdelikte entzogen wird. Einspruch gegen das "schmarotzend" - die Gesellschaft läßt es ja zu. Du: ...magst Du die wirtschaftlichen Dimensionen der Subkultur ermessen. Kein Einwand. Ciao Wolfgang Horn
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Think-Thank (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #23 am: 02. Okt. 2009, 15:06 Uhr » |
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Metaethik als planetarisch-zeitlose Ethik widerspricht der Evolution.
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Das Denken für sich allein bewegt nichts, sondern nur das auf einen Zweck gerichtete und praktische Denken. _____________________________ A R I S T O T E L E S _____________________________
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metin_oztaskin (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #24 am: 17. Nov. 2009, 21:06 Uhr » |
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Am 22. Feb. 2008, 09:59 Uhr, schrieb Wolfgang_Horn : "Ach wozu denn", wird fragen, wer "mein Spaß sofort!" auf seinem Wappen stehen hat, und er wird sofort diskutieren. Natürlich hast Du recht, wer insgesamt unnötige Mühen scheut, und wer weitblickend genug ist, der nimmt sich die Zeit und schafft die Grundlagen, um die Ausgangsfrage möglichst zügig zu beantworten. Wenden wir dieses vernünftige Verhalten auf Metaethik an und schauen in phillex: "Metaethik. Derjenige Zweig der Ethik, der die Abgrenzung der moralischen von den nicht-moralischen Phänomenen und die erkenntnistheoretischen, sprachphilosophischen und ontologischen Grundlage moralischer Urteile untersucht. Die fundamentalste Frage der Metaethik lautet, ob ein moralisches Urteil überhaupt objektive Gültigkeit besitzen kann. Dass dies der Fall ist, behaupten die Kognitivisten, das Gegenteil dieNonkognitivisten ." |
| hallo wolfgang, zur nächst finde ich gut, das über Frage der Metaethik diskutieren wird. Diese Frage beschäftigt mich schon einige Zeit. Ich finde auch richtig, dass man die Grundfrage klärt. Wenn man die Grundfrage nicht klärt, hat man keine Freude an der Diskussion. Doch die Klärung der Frage erscheint mir schwieriger, als ich mir vorstellt habe. Was verstehe man unter moralische Phänomen? Wie grenzt man moralische von nicht moralische Phänomen ab? Wann besitzt moralische Urteil überhaupt objektiv Gültigkeit? Zitat:| Ich bekenne: Diese Definition hat für zu viele Unklarheiten, um eine sein zu können. Was heißt "moralisches / nicht-moralisches Phänomen"? "Erkenntnistheorie" ist eine scheinbar simple Bezeichnung, aber das, was sie bezeichnet, ist wiederum viel zu unklar. |
| genau gleiche habe ich gedacht, als ich obigen Abschnitt gelesen habe. Die Definition wirft viel Fragen auf, als das sie Antwort gibt, Zitat:Aber die fundamentale Frage, ob ein moralisches Urteil überhaupt objektive Gültigkeit besitzen kann, beantworte ich wie folgt: 1. Die Frage ist in dieser Formulierung menschenverachtend und diktatorisch. Denn sie untersucht eine Gültigkeit, ohne die Menschen zu fragen, ob sie diese Gültigkeit anerkennen wollen. Nehme ich die Menschenverachtung und den Wunsch des Fragestellers nach Dikatur über die Menschen heraus, lautet die Fragestellung so: Sind moralische Urteile denkbar, die von allen Menschen bejaht werden, von jedem? Oder zumindest von einer deutlichen Mehrheit? Weitere Umformulierung hin zu einem Ergebnis: Welche Eigenschaften muß ein moralisches Urteil aufweisen, damit es von allen Menschen / deutliche Mehrheit bejaht werden kann? Ich behaupte: Nein. |
| wie kommst du zur dieser Behauptung? Ich meine, wenn die moralische Urteile einsichtig sind, dann werden die Urteil vom meisten bejaht bzw. unterstützen. Oder habe ich deine Ausführung interpretieren? Zitat:Wissen nenne ich eine Information, die ein Sprecher für eher wahr als unwahr hält und deren Wahrheit er begründen kann. Meinung heiße eine Information, die ein Sprecher auch für eher wahr als unwahr hält, deren Wahrheit er aber eben nicht begründen kann. Ob Wissen oder Meinung, darüber urteilt jeder Zuhörer für sich. |
| wir hätte in einer andere Thread über den Unterschied zwischen Wissen und Meinung gesprochen. Wissen begründetes Meinung. Aber wie der zuhöre darüber urteilen soll, ob das Wissen oder Meinung ist, das verstehe ich nicht. Zitat:1. Schritt: Jede Information, die ein Sprecher spricht, ist entweder Meinung oder Wissen. 2.Schritt: Alle Meinungen sind willkürlich. Jedes Individuum stimmt nur seinen persönlichen Meinungen stets zu und lehnt Meinungen eher ab, wenn sie nicht seine eigene sind 3.Schritt: Deswegen ist keine Meinung denkbar, welche die Chance auf Zustimmung aller Menschen hat. |
| keine Meinung findet vom allen Menschen, weil die Menschen niemals derselben Meinung sein können. Meinung sind etwas subjektives. Zitat:Ist eine Meinung denkbar, die zeitlos Aussicht hat auf Zustimmung einer Mehrheit? Vermutung: Nein, weil wir Kinder von heute die Dinge immer anders machen wollen als wir Kinder der Generation zuvor. |
| ich meine, dieser Vermutung ist berechtige. Die Interesse und damit auch die Meinungen wandelt sich vom Generation zu Generation, deshalb kann keine Meinung existieren, die ewige vom der Mehrheit zustimmung finden. Mit freundlichen Grüßen Metin Öztaskin
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Re: Metaethik
« Antworten #27 am: 28. Jan. 2010, 00:02 Uhr » |
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Am 26. Feb. 2008, 01:40 Uhr, schrieb Wolfgang_Horn : "Salve", weil die alten Römer eine Kultur phantastisch hoher Qualität geschaffen hatten. |
| Hallo Wolfgang. Heiß es dass die Römer eine hohe kultur geschaffen, die dann wieder verfallen ist? Zitat:Die Bezeichnung "Gang" ist zwar einprägend, deutlich und eine Spitze, die eine Verwahrlosung andeutet. Und sie war eine Notlösung, denn die Bezeichnung suggeriert, diese Personen seien 24h/Tag nur unter sich. Das mag es geben, hier aber nicht, weil ich die einen in die Schule schicke und die anderen in die Arbeit - und dort ordnen sie sich sichtbar der Gemeinschaft "wir Schüler" zu und "wir Malocher". |
| Wieso erweckt die Bezeichnung „Gang“ den Eindrücke, als ob die Personen 24h/tag unter sich sind? Normalweises gehen die Personen morgen auseinander und kommen Abend wie wieder zusammen. Zitat:| Die Bezeichnung "Subkultur" trifft auch nur solange zu, wie diese Gruppe sich mit "Wir" bezeichnet und deutlich abgrenzt von anderen, insbesondere von denen, die sie ablehnen. |
| Dieser Satz ist zum teil sehr verständlich. Die Subkultur existieren nur solange dier Personen in der Mehrzahler, die sich mit „Wir“ bezeichnet, und deutliche von den anderen unterscheidet, doch was heiß Subkultur? Zitat:Ui, "Mainstream-Kultur". Schwer zu fassen. Die Menge der Meinungen aller Personen, die sich nicht als Minderheit auffassen? Will ich nicht vertiefen, Verzettelung droht. |
| Heiß Mainstream die Meinung, die vom der Mehrheit getragen? Zitat:Sondern: Es ist wohl eine Korrelation, eine Übereinstimmung zu beobachten mit der Kleinheit einer Gruppe und der Qualität ihrer Kultur. Aber die Kleinheit ist nicht die Ursache, sondern das "gemeinsame höchste Ziel". Richtig ist wiederum: Je klener eine Gruppe, desto größer ihre chancen auf Einigung auf solch ein Ziel. |
| Es ist irgendwie sehr einleuchten, dass die Gruppe kleine bleiben wollen- wenn die Gruppe klein ist, dann kommt eher zu Gemeinschftsgefühle. Dann kann man leichter aufeinander Rücksicht nehmen, weil zwischen den Mitglieder eine natürliche Beziehung vorhanden ist. In so eine Fall kann man auch leichter einigen, weil die Meinungen sich überdecken und weniger Meinungsverschiedenheit nicht größ sind. Wenn in Gemeinschaft das Zusammengehörigkeitsgefühl groß ist, dann ist die Qualität der Gemeinschaft besser. In so eine Gesellschaft ist die Qualität höhere, weil man nicht viele Vorschriften, die die Freiheit das Einzelne unnötige einschränken. Wenn man zusammenlebt, dann muss sich einschränken. Ansonsten ist friedliches Zusammenleben nicht möglich. Doch die Einschränkung kommt von Innen aufgrund der starken Zusammengehörigkeitsgefühl. Deshalb ist die Feststellung, dass die Qualität einer Kultur vom der Anzahl der (unnötig) Vorschriften abhängig ist, ist sehr evident. Wenn es wenigern Vorschriften gibt, dann ist Qualität der kultur höher. Wenn die Anzahl der unnötigen Vorschriften hoch, dann Qualität der Kultur gering. Die Menschen werden solche Kultur, wo die Vorschriften viel sind, unnötig eingeschränkt. Mit freundlichen Grüßen Metin Öztaskin
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metin_oztaskin (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #28 am: 29. Jan. 2010, 00:43 Uhr » |
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Hallo Wolfgang, geht es in dder metaethischen Forschung um die Frage, ob es Normen gibt, die vom den meisten Menschen bejaht werden? Ist so schwere eine Antwort zu finden? Ist die Antwort, die Normen werden vom Menschen bejaht, wenn die Normen einsichtig ist, nicht ausreichend? Können wir uns über den inhalt dieser Links. www.uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/.../Metaethik.pdf In diesem links geht um Metaethik, das mich sehr interessiert. Aber es ist schwierig diesen Text zu verstehen Mit freundlichen Grüßen Metin Öztaskin
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Wolfgang_Horn (Offline)
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Re: Metaethik
« Antworten #29 am: 12. Feb. 2010, 17:13 Uhr » |
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Hi, metin, Du: Doch die Klärung der Frage erscheint mir schwieriger, als ich mir vorstellt habe. Was verstehe man unter moralische Phänomen? Wie grenzt man moralische von nicht moralische Phänomen ab? Wann besitzt moralische Urteil überhaupt objektiv Gültigkeit? Ich scheue Antworten dazu. Weil sich zum Thema Metaethik eine Gemeinschaft von Philosophen gefunden haben wird, die nach dem Artikel "Metaethik" in wikipedia nach sich sehr uneins sind. Aber wenn ich mich da einmische, dann fallen sie wahrscheinlichin hoher Einigkeit über mich her. Die Diskussionen um Realismus und Antirealismus sind Diskussionen um Bezeichnungen und Vorstellungen, die sich Menschen gemacht haben. Ich interessiere mich dagegen für die Natur - und weniger für Theorien über diese. Ich: " 1. Die Frage ist in dieser Formulierung menschenverachtend und diktatorisch. Denn sie untersucht eine Gültigkeit, ohne die Menschen zu fragen, ob sie diese Gültigkeit anerkennen wollen. Nehme ich die Menschenverachtung und den Wunsch des Fragestellers nach Dikatur über die Menschen heraus, lautet die Fragestellung so: Sind moralische Urteile denkbar, die von allen Menschen bejaht werden, von jedem? Oder zumindest von einer deutlichen Mehrheit? Weitere Umformulierung hin zu einem Ergebnis: Welche Eigenschaften muß ein moralisches Urteil aufweisen, damit es von allen Menschen / deutliche Mehrheit bejaht werden kann? Ich behaupte: Nein." Du: wie kommst du zur dieser Behauptung?" Ich denke bevorzugt naturwissenschaftlich - danach beobachten wir die Phänomene wie das Fallen von Regentropfen, und beschreiben das Verhalten mit Naturgesetzen wie dem Fallgesetz. Im Verhalten von Menschen finde ich beispielsweise das, was die Goldene Regel ausdrückt, und bei den Tieren die Beißhemmung gegenüber Mitgliedern derselben Familie, und vermute, dies Verhalten liesse sich mit einem Natürgesetz beschreiben. Wo ich aber "Ethik" lese, da lese ich häufig auch die Absicht, die Menschen zu einer bestimmten Ethik zu verpflichten. Ihnen also ihren persönichen Willen zu nehmen und ihnen den eigenen aufzudrücken. Das ist diktatorisch. Auch im Namen der Ethik. Du: [i]Aber wie der zuhöre darüber urteilen soll, ob das Wissen oder Meinung ist, das verstehe ich nicht. In einer Gemeinschaft kann nur solch eine Information X als "Wissen" gelten, die von allen gemeinsam als eher wahr anerkannt ist. Du. Meinung sind etwas subjektives. Exakt. Deshalb ist das Diskutieren darüber sinnlos. Du: ..deshalb kann keine Meinung existieren, die ewige vom der Mehrheit zustimmung finden. Das vermute ich. Ciao Wolfgang Horn
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