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Thema: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei (Gelesen 1244 mal) |
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Macky_Messer (Offline)
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 Wenn die Vernunft nicht regiert, herrschen zwangsläufig Verbrechen und Ehrgeiz Robespierre
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Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« am: 06. Aug. 2009, 21:42 Uhr » |
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Die Zeit des Arbeiters ist vorbei, nur hat dieser es noch nicht kapiert. Die Maschine, die ihn groß gemacht hat, hat ihn auch getötet. Oder nicht? Macky
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kidt
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #1 am: 06. Aug. 2009, 22:18 Uhr » |
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Am 06. Aug. 2009, 21:42 Uhr, schrieb Macky_Messer :Die Zeit des Arbeiters ist vorbei, nur hat dieser es noch nicht kapiert. Die Maschine, die ihn groß gemacht hat, hat ihn auch getötet. Oder nicht? Macky |
| Ach Macky, mein Gutester, was haben Sie denn nicht kapiert? Berichten Sie darüber, aber bitte vernünftig und nachvollziehbar!
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Macky_Messer (Offline)
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #2 am: 07. Aug. 2009, 10:54 Uhr » |
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Am 06. Aug. 2009, 22:18 Uhr, schrieb kidt : Ach Macky, mein Gutester, was haben Sie denn nicht kapiert? Berichten Sie darüber, aber bitte vernünftig und nachvollziehbar! |
| @kidt: Habe ich mich nicht verständlich geäußert? Falls nicht, noch einmal: ich nehme eine "Ära des Arbeiters" an. Diese beginnt mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und endet mit seiner Entbehrlichkeit (eventuell im 21. Jahrhundert). Ursache für seine Substitution ist seltsamerweise genau das, was ihn hervorbrachte: die Maschine. Ernst Jünger hat sich übrigens mit dem Arbeiter schon in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts befaßt. Er sah seine Ära erst noch kommen, nach einer Ära des Kriegers. Welche Ära wird nun kommen? Macky
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wokarb
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #3 am: 07. Aug. 2009, 11:35 Uhr » |
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"Schau' mer mol'!"
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philoschall (Offline)
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #5 am: 07. Aug. 2009, 12:26 Uhr » |
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"Welche Ära wird nun kommen?" Macky Messer Ernst Jünger, wie beispielsweise auch Ernst Niekisch verknüpften, jeweils aus ihren eigenwilligen, vom Ersten Weltkrieg beeinflussten Perspektiven, ihre nicht weniger eigenwilligen Auffassungen der "deutschen Arbeiterschaft" mit dem Stand der Technik ihrer Zeit. (Bei Ernst Niekisch ist diese Verknüpfung nationalbolschewistisch begründet.) Bei Ernst Jünger: "Die Entwicklung der Technik ist nicht grenzenlos; sie ist in dem Augenblick abgeschlossen, in dem sie als Werkzeug dem eigentümlichen Anforderungen entspricht, in denen die Gestalt des Arbeiters sie unterstellt." (Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt. Hanseatische Verlagsanstalt, 2. Auflage 1932, Seite 164.) Jünger seine politische Auffassung und damit auch seine Technikauffassung ist beispielsweise stark von "Führung und Gefolgschaft" (Seite 12) geprägt, in der das bürgerliche Individuum somit auch bürgerliche Gesellschaftstheorie untergegangen. (Seite 94) Jüngers Politik- und Technikverständnis entbehrt nicht der Metaphysik: "Der geheime Sinn jedes Wirtschaftskampfes unserer Zeit läuft daraufhinaus, die Wirtschaft auch in ihrer Totaliät in den Rang einer organischen Konstruktion zu erheben, als welche sie der Initiative sowohl des isolierten, als auch des en masse auftretenden Individuumms entzogen ist. Dies kann aber erst geschehen, wenn der Menschenschlag, der sich in anderen Formen als in diesen gar nicht begreifen kann, ausgestorben oder zum Aussterben gezwungen worden ist." (Seite 115) Wird nun die von der Industrialisierung bedingte menschliche Arbeitskraft nicht mit, z.B. Jüngers Gestalt des Arbeiters beschrieben, fällt auch dessen Metaphysik. Angenommen, diese zur Entfaltung gekommene Arbeitskraft findet sich konfrontiert vom Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) - von dem jene gefaltet. Mit welcher Konfrontation beispielsweise Ernst Jüngers metaphysische Gestalt des Arbeiters entzaubert: Metaphysisches fliesst ab ins Technische. Was auf der Ebene des Bewusstsein, des Geistigen aufgetreten, zeigt sich auf der Ebene des Physischen. Wenn Ära favorisiert wird, müsste dann nicht z.B. Gotthard Günther Auslegung der Logik Hegels berücksichtigt werden? Dass Logik auf eine operative Grundlage zu stellen ist, die von einer ersten Reflexion, "das Denken des Seins" sowie von einer zweiten Reflexion, "das Denken des Denkens" ausgeht, mit welcher Reflexion festzustellen ist: "Diese Doppelthematik des Denkens könne aber innerhalb einer zweiwertigen Logik nicht formalisiert werden. Denn - so Günther - Logik ist formalisierte Ontologie. Und eine zweiwertige Logik entspricht daher einer Ontologie, die nur zwischen Sein und Nichts unterscheidet, das heißt, sich auf die erste Reflexionsstufe beschränkt." (Kurt Klagenfurt: Technologische Zivilisation und transklassische Logik. Eine Einführung in die Technikphilosophie Gotthard Günthers. Suhrkamp 1995, Seite 77.) Gruß philoschall
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| « Zuletzt bearbeitet: 07. Aug. 2009, 13:21 Uhr von philoschall » |
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Denker aus Leidenschaft. Wenn Denken gründet in Liebe, ist an Geist reiches Leben. Es lebe die Weisheit!
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Macky_Messer (Offline)
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #6 am: 07. Aug. 2009, 13:22 Uhr » |
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Am 07. Aug. 2009, 12:26 Uhr, schrieb philoschall :"Welche Ära wird nun kommen?" Macky Messer Ernst Jünger, wie beispielsweise auch Ernst Niekisch verknüpften, jeweils aus ihren eigenwilligen, vom Ersten Weltkrieg beeinflussten Perspektiven, ihre nicht weniger eigenwilligen Auffassungen der "deutschen Arbeiterschaft" mit dem Stand der Technik ihrer Zeit. (Bei Ernst Niekisch wird diese Verknüpfung von einer nationalbolschewistischen Sichtweise getragen.) Bei Ernst Jünger: "Die Entwicklung der Technik ist nicht grenzenlos; sie ist in dem Augenblick abgeschlossen, in dem sie als Werkzeug dem eigentümlichen Anforderungen entspricht, in denen die Gestalt des Arbeiters sie unterstellt." (Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt. Hanseatische Verlagsanstalt, 2. Auflage 1932, Seite 164.) |
| @philoschall: Danke für Deine qualifizierte Antwort erst einmal! Aus obiger Äußerung Jüngers entnehme ich: selbst die Entwicklung der Technik erfolgt aus "Anforderungen" heraus, die denen des Arbeiters sind. Hier unterstellt Jünger aber anscheinend eine gesellschaftlich beherrschende Stellung des Arbeiters?! Heute ist das nur noch aus der damaligen frühstalinistischen Zeit zu verstehen. Am 07. Aug. 2009, 12:26 Uhr, schrieb philoschall :" Jünger seine politische Auffassung und damit auch seine Technikauffassung ist beispielsweise stark von "Führung und Gefolgschaft" (Seite 12) geprägt, in der das bürgerliche Individuum somit auch bürgerliche Gesellschaftstheorie untergegangen. (Seite 94) |
| Der Liberalismus tritt bei Jünger kurz, dafür ist der Sozialismus (und Nationalismus) herrschend. Der Duce dürfte hier auch seine Wirkung auf Jünger gehabt haben. Am 07. Aug. 2009, 12:26 Uhr, schrieb philoschall : Jüngers Politik- und Technikverständnis entbehrt nicht der Metaphysik: "Der geheime Sinn jedes Wirtschaftskampfes unserer Zeit läuft daraufhinaus, die Wirtschaft auch in ihrer Totaliät in den Rang einer organischen Konstruktion zu erheben, als welche sie der Initiative sowohl des isolierten, als auch des en masse auftretenden Individuumms entzogen ist. Dies kann aber erst geschehen, wenn der Menschenschlag, der sich in anderen Formen als in diesen gar nicht begreifen kann, ausgestorben oder zum Aussterben gezwungen worden ist." (Seite 115) |
| Nun ja, da besteht die "Metaphysik" in einer Entindividualisierung und Sozialisierung. Am 07. Aug. 2009, 12:26 Uhr, schrieb philoschall : Wird nun die von der Industrialisierung bedingte menschliche Arbeitskraft nicht mit, z.B. Jüngers Gestalt des Arbeiters beschrieben, fällt auch dessen Metaphysik. Angenommen, diese zur Entfaltung gekommene Arbeitskraft findet sich konfrontiert vom Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) - von dem jene gefaltet. Mit welcher Konfrontation beispielsweise Ernst Jüngers metaphysische Gestalt des Arbeiters entzaubert: Metaphysisches fliesst ab ins Technische. Was auf der Ebene des Bewusstsein aufgetreten, zeigt sich auf der Ebene des Physischen. Muss, wer Ära favorisiert, nicht z.B. Gotthard Günther Auslegung der Logik Hegels berücksichtigen. Dass Logik auf eine operative Grundlage zu stellen ist, die von einer ersten Reflexion "das Denken des Seins" sowie von einer zweiten Reflexion, "das Denken des Denkens" ausgeht, mit welchen Reflexionen festzustellen ist: "Diese Doppelthematik des Denkens könne aber innerhalb einer zweiwertigen Logik nicht formalisiert werden. Denn - so Günther - Logik ist formalisierte Ontologie. Und eine zweiwertige Logik entspricht daher einer Ontologie, die nur zwischen Sein und Nichts unterscheidet, das heißt, sich auf die erste Reflexionsstufe beschränkt." (Kurt Klagenfurt: Technologische Zivilisation und transklassische Logik. Eine Einführung in die Technikphilosophie Gotthard Günthers. Suhrkamp 1995, Seite 77.) Gruß philoschall |
| Jüngers damaliges Denken wäre also zu modifizieren! Macky
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kidt
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #7 am: 07. Aug. 2009, 17:36 Uhr » |
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Am 07. Aug. 2009, 10:54 Uhr, schrieb Macky_Messer : @kidt: Habe ich mich nicht verständlich geäußert? |
| Darum geht es nicht, denn Sie meinen: Am 06. Aug. 2009, 21:42 Uhr, schrieb Macky_Messer :Die Zeit des Arbeiters ist vorbei, nur hat dieser es noch nicht kapiert. Die Maschine, die ihn groß gemacht hat, hat ihn auch getötet. Oder nicht? Macky |
| Ach Macky, mein Gutester, was haben Sie denn nicht kapiert? Berichten Sie darüber, aber bitte vernünftig und nachvollziehbar! Am 07. Aug. 2009, 10:54 Uhr, schrieb Macky_Messer : Falls nicht, noch einmal: ich nehme eine "Ära des Arbeiters" an. |
| Sie ergänzen also! Am 07. Aug. 2009, 10:54 Uhr, schrieb Macky_Messer :| Diese beginnt mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und endet mit seiner Entbehrlichkeit (eventuell im 21. Jahrhundert). Ursache für seine Substitution ist seltsamerweise genau das, was ihn hervorbrachte: die Maschine. |
| So ein Quatsch! Am 07. Aug. 2009, 10:54 Uhr, schrieb Macky_Messer :| Ernst Jünger hat sich übrigens mit dem Arbeiter schon in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts befaßt. Er sah seine Ära erst noch kommen, nach einer Ära des Kriegers. |
| Nu kommen Sie hier nicht mit den Spinnereien eines Körperkultigen! Die Renaissance des Tagelöhners, selbstverständlich sozialpolitisch verschleiert, haben Sie wohl noch garnicht mitbekommen! Erstaunlich, was man den Jüngern vom Jünger so alles vormachen kann!
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Macky_Messer (Offline)
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #8 am: 07. Aug. 2009, 21:24 Uhr » |
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Die Reihe von Ernst Jünger: KRIEGER------->ARBEITER kann sie nicht fortgesetzt werden? mit: KRIEGER------->ARBEITER------->KONSTRUKTEUR? Macky
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"Nah ist Und schwer zu fassen der Gott. Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch." Friedrich Hölderlin
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kidt
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #9 am: 08. Aug. 2009, 03:17 Uhr » |
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Am 07. Aug. 2009, 21:24 Uhr, schrieb Macky_Messer :Die Reihe von Ernst Jünger: KRIEGER------->ARBEITER kann sie nicht fortgesetzt werden? mit: KRIEGER------->ARBEITER------->KONSTRUKTEUR? Macky |
| Was soll denn dieser Unsinn? Auch steinzeitliche Jäger und Sammler besaßen Waffen, die konstruktiv verbessert, auch gegen Menschen einsetzbar und hergestellt wurden. In einer arbeitsteiligen Wirtschaft werden aus minderbegabten Menschen in der Regel nicht Konstrukteure. Wie minderbegabte Menschen sich zu helfen wissen, darüber berichten die Berufsgenossenschaften.
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Hancock (Offline)
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #10 am: 08. Aug. 2009, 12:22 Uhr » |
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Auch wo die Naturgewalten sich untereinander abgleichen, geschieht es nicht ohne Rangordnung. Herkulische, kentaurische und prometheische Gestalten beginnen sich abzuzeichnen - als deren erste die des Arbeiters. Die Technik ist seine Uniform. ... Nicht zu vergessen sind die Giganten und Chimären; sie treten dort auf, wo die Forschung wie in der Kern- und Gentechnik ihre Grenzen berührt und sie zu überschreiten beginnt. Ernst Jünger: Welt- und Erdrevolution, 1993, Rede anläßlich der Verleihung des Kulturpreises "Gran Premio Punti Cardinali dell`Arte)
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Alles nichts oder!?
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philoschall (Offline)
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #12 am: 08. Aug. 2009, 14:46 Uhr » |
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"Der Liberalismus tritt bei Jünger kurz, dafür ist der Sozialismus (und Nationalismus) herrschend." Macky Messer "Jüngers damaliges Denken wäre also zu modifizieren!" Macky Messer Was liesse sich denn nach Macky Messer von "Jüngers damaliges Denken", d.h. von seiner eigenwilligen Konzeption Sozialismus und Nationalismus, modifizieren? Beispielsweise: Die politisch-publizistische Zersetzung des seit dem Ende des Ersten Weltkrieges auch in Deutschland aufkommenden westlichen Ordnungsgefüges, des Liberalismus ... aus dem national sozialistischen Geist in der "Gestalt des Arbeiters"? "Wir wollen uns zu einer selbstständigen Macht entwickeln, die eines Tages mächtiger sein wird als der Staat. Wir sehen im Kommunismus unseren besten Vorarbeiter, mag er das Gebäude ins Wanken bringen, mag er den parlamentarischen Komplex innerlich zersetzen und lächerlich machen, unsere Arbeit wird dann um so leichter sein. Wir sind alle Soldaten ... Wir bilden eine Einheit durch Blut, Gesinnung und Erinnerung, den "Staat im Staate", den Sturmblock, um den sich die Masse schließen soll." Der Frontsoldat und die innere Politik, Die Standarte, 29. November 1925. Wieder abgedruckt: Ernst Jünger. Politische Publizistik 1919 - 1933, Seite 151. Hrsg.: Sven Olaf Berggötz, Klett- Cotta 2001 Zu: "Die Reihe von Ernst Jünger: KRIEGER------->ARBEITER kann sie nicht fortgesetzt werden? mit: KRIEGER------->ARBEITER------->KONSTRUKTEUR?" Macky Messer "Nietzsche hat uns gelehrt, daß das Leben nicht nur ein Kampf um das kümmerliche Dasein ist, sondern ein Kampf um höhere und tiefere Ziele ist. Unsere Aufgabe ist es, diese Lehre auch auf die Maschine anzuwenden. Die Maschine darf uns nicht nur ein Mittel zur Produktion, zur materiellen Befriedigung sein, sondern sie muß uns eine höhere und tiefere Befriedigung verleihen. Wir müssen sie den Fangarmen des Intellekts entwinden und unter den Willen des Blutes stellen. ... In Krieg und Frieden wird der moderne Nationalismus auf die Maschine angewiesen sein. ... Um dieses Gebiet von Grund auf zu erobern, müssen wir zunächst den modernen Industriearbeiter erobern. ... Der Industriearbeiter ist der erste und stärkste Faktor beim Aufmarsch des modernen Nationalismus, der eine neue und europäische Erscheinung ist." Die Maschine. Die Standarte, 13. Dezember 1925, Berggötz, Seite 161 - 162. Gruß philoschall
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| « Zuletzt bearbeitet: 08. Aug. 2009, 16:02 Uhr von philoschall » |
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Denker aus Leidenschaft. Wenn Denken gründet in Liebe, ist an Geist reiches Leben. Es lebe die Weisheit!
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Persephone (Offline)
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Re: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #13 am: 13. Aug. 2009, 18:12 Uhr » |
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[quote author=philoschall link=board=politik;num=1249587733;start=0#12 date=08/08/09 um 14:46:25] "Der Liberalismus tritt bei Jünger kurz, dafür ist der Sozialismus (und Nationalismus) herrschend." Macky Messer "Jüngers damaliges Denken wäre also zu modifizieren!" Macky Messer philoschall:"Was liesse sich denn nach Macky Messer von "Jüngers damaliges Denken", d.h. von seiner eigenwilligen Konzeption Sozialismus und Nationalismus, modifizieren? Beispielsweise: Die politisch-publizistische Zersetzung des seit dem Ende des Ersten Weltkrieges auch in Deutschland aufkommenden westlichen Ordnungsgefüges, des Liberalismus ... aus dem national sozialistischen Geist in der "Gestalt des Arbeiters"? Persephone: Der Liberalismus läßt sich nur aus dem Geist der Aufklärung verstehen. Seine äußerst individualistische Geisteshaltung und Lebensform im 18. und 19 Jhd geht auf den Rationalismus zurück. 'SAPERE AUDE' Der politische Liberalismus erstrebte die politische Freiheit des Individuums, die nur in einem Rechtsstaat mit Gewaltenteilung möglich ist und die Grundrechte des Einzelnen garantiert. Seit 1688 erfolgreich durch 'the Bill of Rights', England; dann Amerika durch die 1776 proklamierte Unanhängigkeitserklärung; Oder meinen Sie den Neo-Liberalismus (?), der sich jedoch auch auf Individualismus und Rationalismus bezieht ? Philoschall zitiert Jünger: "Wir wollen uns zu einer selbstständigen Macht entwickeln, die eines Tages mächtiger sein wird als der Staat." Persephone: Wie war das mit den Grundrechten, der Gewaltenteilung und damit mit dem 'Staat' ? Eine 'selbständige Macht ..., die ... mächtiger sein wird als der Staat' ??? Philoschall zitiert Jünger: "Wir sehen im Kommunismus unseren besten Vorarbeiter, mag er das Gebäude ins Wanken bringen, mag er den parlamentarischen Komplex innerlich zersetzen und lächerlich machen, unsere Arbeit wird dann um so leichter sein." Persephone: 'den parlamentarischen Komplex innerlich zersetzen und lächerlich machen ...' DAS IST BILLIGSTE KAMPFPROPAGANDA und hat nichts mit Liberalismus zu tun. Philoschall zitiert Jünger: "Wir sind alle Soldaten ... " Soldaten als rationalistische Individualisten oder rationalistische Individualisten als Soldaten ??? Philoschall zitiert Jünger: "Wir bilden eine Einheit durch Blut, Gesinnung und Erinnerung, den "Staat im Staate", den Sturmblock, um den sich die Masse schließen soll." Der Frontsoldat und die innere Politik, Die Standarte, 29. November 1925. Wieder abgedruckt: Ernst Jünger. Politische Publizistik 1919 - 1933, Seite 151. Hrsg.: Sven Olaf Berggötz, Klett- Cotta 2001" Persephone: Der oder die IndividualistIn im 'wir bilden eine Einheit durch Blut, Gesinnung und Erinnerung, den 'Staat im Staat' ... WIDERSPRUCH ! (Nicht nur zeitlich auch interpretatorisch.) Philoschall zitiert Jünger:" ... Unsere Aufgabe ist es, diese Lehre auch auf die Maschine anzuwenden. Die Maschine darf uns nicht nur ein Mittel zur Produktion, zur materiellen Befriedigung sein, sondern sie muß uns eine höhere und tiefere Befriedigung verleihen. Wir müssen sie den Fangarmen des Intellekts entwinden und unter den Willen des Blutes stellen. ... " Persephone: Die Maschine '... den Fangarmen des Intellekts entwinden ...' ??? 'Blut' hat Willen ??? philoschall zitiert Jünger: "Um dieses Gebiet von Grund auf zu erobern, müssen wir zunächst den modernen Industriearbeiter erobern. ... " Persephone: Den Arbeiter dessen Blut Wille hat und dessen Maschine vom Intellekt bedroht wird ??? . Er aber im Zuge der Semestergebühren nicht studieren konnte, so er denn das Abitur bestanden hat ? philoschallzitiert Jünger: "Der Industriearbeiter ist der erste und stärkste Faktor beim Aufmarsch des modernen Nationalismus, ..." Persephone: Weil 'er' auf ein projiziertes 'wir' 'stolz' sein muss und nicht durch eine bessere Bildungspolitik Bildungschancen erhielt, um dadurch auf SICH SELBST und SEINE Leistung stolz zu sein ? Der Liberalismus tritt nicht 'kurz' bei Jünger, sondern Jünger hat schon Probleme mit den Prämissen des Liberalismus. Nunja Persephone
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| « Zuletzt bearbeitet: 13. Aug. 2009, 18:18 Uhr von Persephone » |
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philoschall (Offline)
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"Der LiberaliRe: Die Zeit des Arbeiters ist vorbei
« Antworten #14 am: 14. Aug. 2009, 14:22 Uhr » |
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"Persephone: Der Liberalismus läßt sich nur aus dem Geist der Aufklärung verstehen. Seine äußerst individualistische Geisteshaltung und Lebensform im 18. und 19 Jhd geht auf den Rationalismus zurück." Genau das, kritisiert Ernst Jünger. Zitiert, nach: Ernst Jünger. Politische Publizistik 1919 - 1933. Hrsg.: Sven Olaf Berggötz. Klett-Cotta 2001. Wie sieht Ernst Jünger 1927 Liberalismus? Was Ernst Jünger mit diesem verbindet, ist für ihn "Phrase" mit der "Verhältnisse vernebelt werden", denen er den "heroischen Menschen", dem "Arbeiter und Soldaten des 20. Jahrhunderts" entgegenstellt. (Der Vormarsch, März 1928. Ebenda, Seite 425 - 434.) Für Ernst Jünger ist Liberalismus, "das freie Spiel des Willens zur Macht", der "Intellekt verfällt auf die seltsamsten Schliche, um sich seinen eigenen Einwänden gegenüber ins Recht zu setzen, unter denen der der Humanität die größte Rolle spielt." Unter "keiner Flagge" wie "unter der der Menschlichkeit" wurden "unerbittliche Kriege", z.B. "Kolonialkriege" geführt. "Bei allen diesen Konflikten kommt es darauf an, nachzuweisen, daß man selbst den Forderungen einer imaginären Humanität entspricht, indem man sich als Verteidiger etwa der "Kultur" oder der "Freiheit der Meere" erklärt." (Die liberalistische Phrase. Arminius, 12. Juni 1927, Seite 335 - 336.) "Ja, man muß mit Erstaunen zuletzt erkennen, daß selbst die Führer von dem, was sie verkünden, fest überzeugt sind, und daß die Summe des Verstandes, mit dem die Welt regiert wird, noch weit geringer ist, als Oxenstierna glaubte. Trotzdem ist dies noch gefährlicher, als wenn sie in macchiavellistischer Art die liberalistische Phrase jenseits von Gut und Böse als reines Agitationsmittel verwenden würden. ... Was diese Phrase aber für den Deutschen so eminent gefährlich macht, ist der Umstand, daß er nicht nur geneigt ist, sie zu einem Bestandteil der Gesittung zu machen, die bekanntlich, und besonders in unserer Zeit, als eine sehr lose Tünche auf den Menschen aufgetragen ist, sondern daß er auch an sie glaubt als eine eine absolute Wirklichkeit, die die andere durch das Maschinengewehr repräsentierte Seite der Zivilisation illusorisch macht. ... Der Deutsche steht der liberalistischen Phrase in der typischen Haltung des Halbgebildeten gegenüber. Wäre er ungebildet, so würde er sie kritiklos hinnehmen. Wäre er tiefer gebildet, so würde er sie in ihrem eigentlichen Sinne erkennen, als moralische Rechtfertigung des eigenen Tuns vor der öffentlichen Meinung und Verurteilung des Fremden. Er dagegen möchte was Rechtes daraus machen, aber es geht ihm damit wie dem Wilden mit dem Feuerwasser; es ist ein schlechter Rausch, auf dessen Kosten die anderen ihre Geschäfte machen." (ebenda, Seite 337 - 338.) "Der praktische Nachweis, daß ein Recht nicht durch Geschwätz nachzuweisen ist, sondern daß es durch Angriff und Verteidigung behauptet werden muß, kann gar nicht oft und eindringlich genug geführt werden, damit man bei uns endlich die liberalistische Phrase richtig anzuwenden oder ganz auf sie zu verzichten lernt." (ebenda, Seite 339.) Ich wiederhole hiermit meine Frage an Macky Messer, mit der Bitte um eine Antwort, was er von "Jüngers damaliges Denken", dass hier also mit weiteren Zitaten gezeigt wird, modifiziert wissen möchte? Gruß philoschall
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| « Zuletzt bearbeitet: 14. Aug. 2009, 15:01 Uhr von philoschall » |
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