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   Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realität II
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   Autor  Thema: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realität II  (Gelesen 13559 mal)
Kaudermann
Ehemaliges Mitglied
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #435 am: 28. Jan. 2010, 14:16 Uhr »
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Das Empfinden allein sagt aber nichts über seine Herkunft aus.
Erst wenn Du dessen (traumatische) Ursache in einer Vergangenheit ansiedelst, kann es als eine Art Denkgrundlage für Stattgefundenes fungieren.
 
Es braucht aber diesen kognitiven Link - den braucht es für jede 'Vergangenheit'.
 
Den benutze ich in der Schuldgefühlargumentation natürlich auch. Aber das wurde erst möglich, weil ich mich an gewisse Dinge erinnere, die genau diesem Muster (Form von Gesetzgebung - Schuldgefühl = 'sich-fortsetzende' Empfindung 'Angst') entsprechen und sich empfindungsmässig bis heute fortsetzen (sogenannt 'traumatisch' eben).
 
Ohne diese Erklärung und diesen gesamthaften Bezug zur 'Vergangenheit' wäre die latente 'Angst' jetzt entweder unerklärt oder als menschliches 'gesundes' Fixum (siehe Wissenschaft) geglaubt.
 
Das Wort Trauma spiegelt ja nicht nur eine individuelle Störung, sondern vor allem eine soziale!! Also ist da auch der Grund mit im Sozialen auffindbar.
 
 
 
"Ich schließe nicht nur, sondern ich erinnere mich, dass das Empfinden die ganze Zeit da war, ohne dass ich das Trauma bzw. den Unfall erinnert habe."
 
 
 
Nichts ist die 'ganze Zeit da', ausser das Zeitlose.
 
Es ist immer ''nur'' das da, was im Bewusstsein erscheint.
So denke ich rückschliessend auch, dass ich 'zuweilen' tiefschlafe und das gemessen an der Vorstellung einer linearen Zeit auch 'Empfindungspausen' sind.
 
Mit scheint, dass Deine Argumentation eh lineare Zeit noch voraussetzt. Ich mach das halt nicht, sondern argumentiere 'nur' von Jetzt aus.
 
 
Grüsse
 
Kaudi
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md (Offline)
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Beiträge: 412
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #436 am: 28. Jan. 2010, 15:45 Uhr »

Zitat:

Das Empfinden allein sagt aber nichts über seine Herkunft aus.  
Erst wenn Du dessen (traumatische) Ursache in einer Vergangenheit ansiedelst, kann es als eine Art Denkgrundlage für Stattgefundenes fungieren.  
 
Es braucht aber diesen kognitiven Link - den braucht es für jede 'Vergangenheit'.

 
Richtig, das Empfinden sagt nichts aus, sondern es wird etwas über ein Empfinden gesagt. Z. B. dass dieses Empfinden neuer ist als andere Gefühlszustände, und dass es erstmalig mitsamt bzw. in Folge eines anderen Ereignisses auftrat.
Kognition ist nun nicht bloß ein denkende Verbindung, sondern durchaus fühlbar. Darüber kann man sprechen, aber auch schweigen. Die Präposition ist verräterisch: sie zeigt, dass Sprechen auch über bzw. jenseits oder auf Grund von etwas anderem stattfindet.
 
Zitat:

Das Wort Trauma spiegelt ja nicht nur eine individuelle Störung, sondern vor allem eine soziale!! Also ist da auch der Grund mit im Sozialen auffindbar.

 
Mag schon sein. Aber das Soziale ist nicht einfach das Drumherum um das Individuelle. Eine Person kann die Störung durchaus als Problem empfinden und sich Rat und Hilfe suchen. Natürlich kann sie auch hoffen, dass sich das Drumherum darauf einstellt. Auch das reicht ins Soziale hinein und ist damit schon immer über dem Individuum hinaus.
 
Zitat:

Nichts ist die 'ganze Zeit da', ausser das Zeitlose.  
 
Es ist immer ''nur'' das da, was im Bewusstsein erscheint.

 
„Da“ bezieht sich auf etwas räumliches. „Im“ ebenso, demnach wäre „im Bewusstsein“ eine Ortsangabe, Bewusstsein ein Ort, auf den sich zeigen ließe. Das geschehe aber – angeblich – wiederum nur „im Bewusstsein“ und wird damit zur Selbstanzeige. Doch selbst das ist nicht möglich, da ein Zeigen nicht stattfinden kann ohne (mindestens!) einen zweiten Ort. Dies ist also paradox, was seine Ursache in der Entpersonalisierung von Bewusstsein hat.

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Minusquamperfekt.
Kaudermann
Ehemaliges Mitglied
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #437 am: 28. Jan. 2010, 17:26 Uhr »
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hi md,
 
 
"Kognition ist nun nicht bloß ein denkende Verbindung, sondern durchaus fühlbar."
 
 
 
Mit Kognition meine ich Mentales im Unterschied zu körperlichen Gefühlen und Empfindungen.
 
 
 
"Aber das Soziale ist nicht einfach das Drumherum um das Individuelle."
 
 
Ja, ich wollte bloss darauf hinaus, dass die Psychotherapie immer noch lieber Listen von Krankheitssymptomen im Individuum kategorisiert und predigt als bei der Ursache - also im Sozialen - hinzugucken und sich dann logischerweise selbst als Teil des Problems zu erkennen.
 
 
"„Da“ bezieht sich auf etwas räumliches. „Im“ ebenso, demnach wäre „im Bewusstsein“ eine Ortsangabe, Bewusstsein ein Ort, auf den sich zeigen ließe."
 
 
Du kannst mir ja nicht vorwerfen, dass ich Sprache gebrauche, und die besteht nun mal aus Orts-, Licht- und Bewegungsmetaphern um die ich nicht herumkomme, wenn ich etwas sagen will.
 
 
 
"Das geschehe aber – angeblich – wiederum nur „im Bewusstsein“"
 
 
 
Ja, wo denn sonst? Sag das doch mal!
 
 
 
"und wird damit zur Selbstanzeige."
 
 
 
Letztlich ist alles Selbstanzeige, ja.
 
 
 
"Doch selbst das ist nicht möglich, da ein Zeigen nicht stattfinden kann ohne (mindestens!) einen zweiten Ort."
 
 
 
Ich und Welt spannen die Dualität auf. Der Schritt, sich zwar nicht verschieden von Welt zu empfinden aber dennoch nicht Welt zu sein, sondern 'ich' (aber nicht das objektivierte 'Ich' der Psychologen!) zu 'bleiben', ist eben Nondualität.
 
 
 
"Dies ist also paradox,"
 
 
 
Es lässt sich nicht nicht-paradox oder nicht-kauderig formulieren, ja.
 
 
"was seine Ursache in der Entpersonalisierung von Bewusstsein hat."
 
 
Aber auch wenn man's personalisierst komm man aus dem Zirkelschluss nicht heraus, der wird ja nur durch den auktorialen Beobachter kaschiert, der sich immer in der Sprache aufhält, die 'über' die Wirklichkeit den Überblick hat.  
 
 
Viele Grüsse
 
Kaudi
« Zuletzt bearbeitet: 28. Jan. 2010, 17:27 Uhr von Kaudermann »  IP-Icon gespeichert
kidt
Ehemaliges Mitglied
Kaudermännische Realität?
« Antworten #438 am: 28. Jan. 2010, 17:51 Uhr »
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Am 28. Jan. 2010, 17:26 Uhr, schrieb Kaudermann :


 
 
 
Letztlich ist alles Selbstanzeige, ja.

 
 
 

Mag sein, aber kaudernd wird daraus doch sehr schnell eine Fehlanzeige!

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Kaudermann
Ehemaliges Mitglied
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #439 am: 28. Jan. 2010, 18:02 Uhr »
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Aber nur wenn Sie so urteilen, Herr Fehlmann!
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kidt
Ehemaliges Mitglied
Die Fehlanzeige, eine kaudermännische Realität?
« Antworten #440 am: 28. Jan. 2010, 18:08 Uhr »
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Am 28. Jan. 2010, 18:02 Uhr, schrieb Kaudermann :

Aber nur wenn Sie so urteilen, Herr Fehlmann!

 
 
So können Sie ja kaudernd meinen, aber sobald es um die Wurst geht, ist bei Ihnen nur noch Fehlanzeige!
 
 
 
       

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Kaudermann
Ehemaliges Mitglied
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #441 am: 28. Jan. 2010, 18:09 Uhr »
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Da fühlte sich offenbar wer angesprochen ...  
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taunus (Offline)
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Beiträge: 2782
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #442 am: 28. Jan. 2010, 19:34 Uhr »

[quote author=WuWei link=board=metaphysik;num=1262348466;start=420#434 date=01/28/10 um 14:08:17]
 
[/i]Ich habe den Eindruck, du meinst mit Gedankenkonstrukt  
die bloße Vorstellung des Photons. [i]

 
[/i]Natürlich[i]
 
Gut, dann schließt du dich nicht der Def. des Wortes "Gedankenkonstrukt"  lt. A378 (wikipedia) an, denn nach dieser existiert ein Gedankenkonstrukt. (Und mit "existieren" ist üblicherweise "tatsächlich vorhanden" gemeint.)
Vermeiden wir also das Wort in unserer weiteren Diskussion.
 
 
 
[/i] Es ist ein Unterschied, ob wir sagen, das Photon existiert da draußen, aber wir können uns von ihm nur ein Gedankenkonstrukt machen, oder ob wir sagen, das Photon IST ein Gedankenkonstrukt.[i]
 
Ja, mit meiner Terminologie:  
Es ist ein Unterschied, ob wir sagen: Das Photon existiert da draußen oder ob wir sagen: Es ist eine bloße Vorstellung.
 
Ich sage: Es existiert da draußen.
Es ist m.E. keine bloße Vorstellung.
Es ist aber auch keine Wahrnehmung.
Ist es deiner Meinung nach BuR? oder bloße Vorstellung?
Welche Seinsweise hat es ?
 
[/i]Würdest du nun sagen, dass der Täter ein Phantombild ist? Sicher nicht.[i]
 
Stimmt.
 
 
[/i] Du guckst zwar auf das Phantombild und sagst: "das ist der Täter", aber genau genommen meinst du damit, das das Bild den Täter darstellen soll, auf ihn verweisen soll. Da draußen wird ein Täter vermutet, nicht ein Phantombild.[i]
 
Einverstanden.  
-Das Photon entspricht dem Täter,  
-die in der  physikalischen Theorie beschriebenen Photoneneigenschaften dem Phantombild.
Gruß,taunus
« Zuletzt bearbeitet: 28. Jan. 2010, 20:13 Uhr von taunus »  IP-Icon gespeichert
kidt
Ehemaliges Mitglied
Wissenschaft & Wurstelei
« Antworten #443 am: 28. Jan. 2010, 21:04 Uhr »
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Am 28. Jan. 2010, 18:09 Uhr, schrieb Kaudermann :

Da fühlte sich offenbar wer angesprochen ...  

 
 
 
 
       
 
 
 
 
Am 03. Jan. 2010, 02:10 Uhr, schrieb Kaudermann :


 
 
Ich glaub einfach nicht, dass jemand ständig beleidigt sein und nie über (s)ich und mich lachen kann.
 

 
 
 
 
       
 
 
 
 
 
 
 
Liebe Freunde der Wurstelei, liebe Kauderer,

 
 
"Sage ich, die
Mettwurst, die ich esse, existiert, so heißt das,
 
ich sehe, schmecke und fühle diese;      (Sinnesidee)
 
wäre ich ohne Mettwurst, aber die Mettwurst von mir in den Kühlschrank gelegt, so könnte ich deren Existenz aussagen in dem Sinne, daß ich,
 
wenn ich den Kühlschrank öffne, jenen Gegenstand meiner Begierde,  
 
nämlich die Mettwurst mühelos perzipieren könnte, es sei denn,  
 
meine Lieben hätten sich bereits daran zu schaffen gemacht!"   (Vorstellungsidee)
 
 
 
 
 
Gibt es in einer Welt ohne denkende Wesen Mettwürste?  
 
 
Gibt es in einer Welt kaudernder Wesen Mettwürste, die man sich nicht nur vorstellen, sondern auch essen kann?
 
 
 
 
  [sun

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Geometriker (Offline)
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #444 am: 28. Jan. 2010, 21:24 Uhr »

Ich kann mit Sicherheit sagen:
 
Bis 22.00 Uhr gibt es Lebensmittelgeschäfte, die Mettwurst führen.
Danach könnte man es bei Tankstellen mit Shop versuchen.
 
Ernähre Sie sich gesundheitsbewußt mit geistiger Nahrung und achten Sie auf Ihre Psychohygiene !
 
Gute Genesung !
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kidt
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #445 am: 28. Jan. 2010, 21:36 Uhr »
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Am 28. Jan. 2010, 21:24 Uhr, schrieb Wolf.Wender :

Ich kann mit Sicherheit sagen:
 
Bis 22.00 Uhr gibt es Lebensmittelgeschäfte, die Mettwurst führen.
Danach könnte man es bei Tankstellen mit Shop versuchen.
 
Ernähre Sie sich gesundheitsbewußt mit geistiger Nahrung und achten Sie auf Ihre Psychohygiene !
 
Gute Genesung !

 
 
 
 
Keine Ablenkung, mein Gutester!

 
 
 
Gibt es in einer Welt ohne denkende Wesen Mettwürste?  
 
 
Gibt es in einer Welt kaudernder Wesen Mettwürste, die man sich nicht nur vorstellen, sondern auch essen kann?
 
 
 
 
 
 

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Beiträge: 412
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #446 am: 28. Jan. 2010, 22:22 Uhr »

Hi Kaudi!
 
Am 26. Jan. 2010, 23:51 Uhr, schrieb Kaudermann :

 
 
"Frage und Antwort kommen von ein und demselben, die Frage scheint schon die Antwort zu sein. Aber eigentlich ist die Verweisung auf sich selbst ein Argument von jemand anderem, ein abweisendes Kommando, um Distanz zu wahren."
 
 
So denkst Du das und es zeigt, dass Du meine Worte missverstehst. Vielleicht auch ein wenig absichtlich, hm?

 
Wem zeigt es das? Nur dir. Deine Worte sind das Missverstandene.  
Für einen, der allergisch auf Moral reagiert, ist die Absichtsunterstellung schon bemerkenswert. Das war jetzt freilich auch Moral, aber die kam nicht von ungefähr.
 
 
Zitat:

Ja, siehe globaler Zustand, wo jene Angst als soziale Währung dominiert, die erst qua Objektivation, die (d)/(m)ich selbst zum Sekundären abstempelt, derart 'gedeihen' kann.

 
Angst als soziale Währung – interessante Formulierung! Aber Objektivitation stempelt niemanden als sekundär ab. Warum auch?  
Übrigens ist Objektsein etwas ganz gewöhnliches. Entscheidend ist wie so oft, was man draus macht.
Das zeitliche Verständnis baut darauf ebenso auf. Wenn ich von Gegen-wart spreche, von Prae-sens, geht es immer um eine räumliche Betrachtung, die das Subjekt objektiv bzw. ein Objektiv sein lässt. Objektiv sein bedeutet ja zweierlei: zum einen, vor anderen stehend, sprich Gegenstand zu sein, zum anderen ist es ein Sein des Subjekts, eine Weise des Subjektseins. Paradigmatisch dafür ist das Vorstellungsgespräch.
 
 
 
Zitat:

"Konditionierung ist ein interessanter Kampfbegriff."
 
 
Möchtest Du kämpfen?

 
Das passiert in den meisten Fällen unabhängig vom eigenen Wollen.
 
 
Zitat:

"Er entstammt in seiner gewöhnlichen Bedeutung der Psychologie und reicht darin auf Pawlow zurück, dem Typen, der mit Hunden experimentierte."
 
 
War das denn so 'gewöhnlich'?

 
Jener Gebrauch des Wortes Konditionierung, an den – so behaupte ich mal – wir uns vorrangig gewöhnt haben, ohne ihn selbst zu hinterfragen, sondern ihn zum Kampfbegriff, einem mahnenden Zeigefinger zu machen, dessen Moralinverseuchung beschwiegen werden möchte.
 
Zitat:

War das, was Pawlow mit den Hunden machte, den Hunden angemessen?

 
Das weiß ich nicht. Ich tendiere zu Nein.
 
 
Zitat:

"Objektivität wird tabuisiert."
 
 
Wenn ich beschreibe, was Objektivität ist und tut, dann ist das das Gegenteil von Tabuisierung.

 
Sich zur Objektivität zu äußern ist nie tabuisiert gewesen. Aber freilich gilt ein Prophet nirgendwo weniger als in seinem Heimatland, was dennoch für ihn zu sprechen scheint.
 
 
Zitat:

"Wir schreiben hier in diesem Forum. Das gilt subjektiv und objektiv für jeden anderen, auch wenn ihm das nicht interessiert oder nützt."
 
 
Was möchtest Du damit konkret sagen?

 
Das ist doch ein Ausgangspunkt für Objektivität. Findest du nicht? Ich meine, Objektsein gehört dazu.
 
 
Zitat:

"Ja, Lob und Rüge sind Moral. Ich hab keine Probleme damit, auch die Probleme, die ich damit habe, sind angesichts anderer Probleme, keine richtigen. Der einfache Weg ist immer verlockend. Den Anderen auf Distanz halten, auch.  
Aber was meinst du mit Distanzierungsinteressen?"
 
 
Ein Mass zum Anderen zu nehmen, statt z.B. ihn auch fremd und frei lassen zu können.

 
Interessant! Das gilt aber nicht für die Liebe. Sie überbrückt die Distanz. Ich behaupte, dass viele Menschen eine ähnliche Einstellung (Hingabe) haben bei dem, was sie tun, und sei es eine Gesetzgebung.
 
 
Zitat:


Muss man denn immer alles verstehen wollen?
Vielleicht bestünde eine Art der Achtung gerade darin, den zwanghaften Anspruch auf Erklärung, Verstehen und Messen mal beiseite zu lassen.
 
Dann gibt es nämlich auch keinen Grund wen anzugreifen.

 
Machst du es dir da nicht zu einfach?
Die Angriffe sind auch Verteidigung dessen, was für wertvoll oder wichtig befunden wird. Ob es das ist, sei dahin gestellt. Meiner Meinung nach erfolgt der Angriff dort, wo Widerspruch besteht oder zu bestehen scheint. Oft ist es eine Frage der Interpretation von geistigen und kulturellen Gütern. Wem daran gelegen ist, solche Konflikte zu lösen, der muss auch diese erst vestehen.
 
 
Zitat:

"Aber es bleibt subjektives Gebrabbel, egal mit welchem Anspruch."
 
 
Ja, aber dann wird die Subjekt-Objekt-Spaltung bzgl. Sprechweisen auch unnötig.

 
Im Gegenteil, diese Spaltung bleibt bestehen. Ich wüsste auch nicht, wie ich diese Spaltung künstlich machen könnte.
 
 
Zitat:


"Wenn die Reaktion von anderen aber nach Interesse ausschaut, dann kann es durchaus sein, dass der eine Miesepeter auch die anderen zu Opfern macht, um seine eigene Haltung zu wahren. Auch er versucht sich dabei ganz objektiv, ohne es laut sagen zu müssen. Und auch er bleibt dabei subjektiv."
 
 
Das ist halt auch eine implizite Schuldzuweisung, die Du nur halten kannst, weil Du letztlich den Dualimus doch bestehen lässt - zwar dialektisch geschickt gepurzelbaumt, aber dennoch nicht aufgelöst.

 
Wieso Schuldzuweisung? Es ist eine nüchterne Feststellung.
 
 
Zitat:

"Naiver Glaube ist es, eines anderen Selbst dem eigenen entsprechend zu erwarten."
 
 
Ich würd' eher sagen, dass das das Allermenschlichste ist.

 
Das setzt mehrere Personen, mehr als ein Ich voraus, das – wie die anderen – dann auch objektiv sein kann, ja muss.
 
 
Zitat:

Würdest Du denn überhaupt sprechen, wenn alle anderen völlig wesensfremd wären?
'Erwarten' muss man es ja nicht unbedingt, man kann auch mal drauflos was sagen und sich überraschen lassen, was dann kommt.

 
Richtig. Sprache hat man nicht für sich allein. Dennoch sagt das nichts über die Ansprüche eines anderen aus. Die kann er frei erheben oder es lassen.
 
 
Zitat:

Aber sowohl meine Art von Personalität, mein Sprechen etc. erscheinen im Bewusstsein ganz ebenso wie die Personalität und das Sprechen anderer Menschen. Da eine kategoriale Trennung zu machen, das ist eben letztlich eine mentale Distanzierung - aus Angst, wer könnte einem was wegnehmen oder man unterscheide sich zu wenig.

 
Ja, diese Arten erscheinen immer im Bewusstsein von jemandem.  
Der Schlaf scheint das nicht zu tun, denn für gewöhnlich verdunkelt sich dabei alles. Auch die eigene Person erscheint nicht vollständig im eigenen Bewusstsein, selbst nicht die von anderen. Deshalb ist es ja auch – volkstümlich oder orakelnd – angeraten, sich über sich selbst klar zu werden.
Übrigens glaube ich, dass die Distanz zwischen den Menschen immer dieselbe ist. Differenzen sind bloß gefühlt, Un-sich-erheit fühlt man unter Fremden am meisten.
 
 
 
Zitat:

"Wenn du etwas glauben sollst, ist das ein schwachsinniger Wunsch dessen, der das will."
 
 
Der weiss ev. nicht mal, dass er das will, weil gehirngewaschen. So sind eben auch die Lehrer der Grundschulen unschuldig, auch wenn sie einen per Gesetz glauben machen, man sei Produkt der Evolution, die Welt bestehe aus toter Materie und was der 'Märchen'... mehr sind.

 
Die Lehrer wollen ja den Kindern bloß was beibringen...  
Was aber schlägst du dagegen vor? Ich finde die Theorien nicht so schlimm. Ich weiß es ja nicht wirklich besser, allenfalls würde ich den Mangel an Vielfalt in den Fächern kritisieren. Und natürlich Schule überhaupt, die absolut nix mit scholé zu tun hat. Sie ist eher die mildeste Form der Kinderarbeit. Entlohnt wird sie später mit "richtiger" Arbeit.
 
 
 
 
Zitat:

"Aber eine Weltformel - ob geil oder keusch - ist ebenso ein Angebot"
 
 
Nicht schönreden, was ZWANG IST!

 
Wer zwingt?
 
 
Zitat:

"Die PDF ist schrecklich zu lesen,"
 
 
Ja.  
Ein Märchen könnte helfen:
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen.

 
Wenn im selben Stil, dann nicht.  
 
 
 
Zitat:

"Sorry, mir schien, das wäre mit Antwort #389 bereits erfolgt."
 
 
Schon, aber das hattest Du ja inhaltlich offenbar ignoriert, denn dort spreche ich auch nicht von 'meinem Bewusstsein'.

 
Aber von einem anderen als deinem Bewusstsein kannst du nicht sprechen. Denn immer sprichst du von deinen Erscheinungen, das machst du die ganzen Zeit – und so kommt es zu den seltsamen Erklärungen von Erinnerungen und anderer Personen, die ja dir erscheinen, wenn du darüber redest. Die Erscheinung selbst kannst du von dir aus nicht mit anderen teilen, nur das Wissen von dieser, indem du drüber redest. Trotzdem kann es sein, dass mehreren Menschen dasselbe erscheint, z. B. die Sonne.
 
 
Zitat:

"Du argumentierst aber letztlich immer so, dass es jemanden gibt, der eine Meinung hat und damit landest du bei Personen und nicht bei Bewusstsein."
 
 
Personen - inkl. die eigene - erscheinen auch im Bewusstsein.
 

 
Ja, im Bewusstsein von Personen. Zeige mir (ein) Bewusstsein ohne Person.
 
 
Gruß
md

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Kaudermann
Ehemaliges Mitglied
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #447 am: 28. Jan. 2010, 22:36 Uhr »
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md, Du nimmst in Deiner Argumentation ständig eine auktoriale Perspektive ein, ohne diese zu reflektieren.  
 
Aus Erfahrung weiss ich, dass ich so nie zu einem gemeinsamen Verständnis mit dem Betreffenden komme, was mein philosophierendes Geschreibsel angeht.
 
Und dennoch weiter zu schreiben, bin ich zu schlapp, brauche wohl eine Mettwurst!  
 
Wenn kidt seine mal loslassen würde....
 
Wobei, die ist ja schon in dessen Mund verschimmelt... ist ja auch manche Woche schon dort..
 
 
 
Schönen Abend!  
 
Kaudi
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kidt
Ehemaliges Mitglied
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #448 am: 28. Jan. 2010, 22:41 Uhr »
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Am 28. Jan. 2010, 22:36 Uhr, schrieb Kaudermann :

md, Du nimmst in Deiner Argumentation ständig eine auktoriale Perspektive ein, ohne diese zu reflektieren.  
 
Aus Erfahrung weiss ich, dass ich so nie zu einem gemeinsamen Verständnis mit dem Betreffenden komme, was mein philosophierendes Geschreibsel angeht.
 
Und dennoch weiter zu schreiben, bin ich zu schlapp, brauche wohl eine Mettwurst!  
 
Wenn kidt seine mal loslassen würde....
 
Wobei, die ist ja schon in dessen Mund verschimmelt... ist ja auch manche Woche schon dort..
 
 
 
Schönen Abend!  
 
Kaudi

 
 
 
Also mein guter Kaudermann, nun machen Sie mal nicht schlapp!
 
Wo ist denn Ihr Witz geblieben und überhaupt, wann gedenken Sie eigentlich zu dekonstruieren?

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Kaudermann
Ehemaliges Mitglied
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #449 am: 28. Jan. 2010, 22:48 Uhr »
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"Also mein guter Kaudermann, nun machen Sie mal nicht schlapp!"
 
 
Und was, wenn doch?
 
Sie kriegen mich nicht unter Ihr Joch!
 
 
"Wo ist denn Ihr Witz geblieben"
 
 
Keine Ahnung.
 
 
"und überhaupt, wann gedenken Sie eigentlich zu dekonstruieren?"
 
 
Kommt Zeit, kommt Rat.
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