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   Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realität II
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   Autor  Thema: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realität II  (Gelesen 13560 mal)
hhmoeller (Offline)
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Beiträge: 3180
Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #75 am: 04. Jan. 2010, 16:24 Uhr »

Am 04. Jan. 2010, 15:49 Uhr, schrieb taunus :

Welche Eigenschaften hat also die buW?

Sie hat neben unzähligen unbekannten oder uninteressanten Eigenschaften die durch die chemische Analyse beschriebenen Eigenschaften.
 
Die Beschreibung der Eigenschaften ist bewußtseinsabhängig. Daraus folgt keineswegs, daß auch die beschriebenen Eigenschaften bewußtseinsabhängig sind.
 
Dies wäre ein Fehlschluß de Art
 
(1) "Preiß'n san deppert" ist bayerisch.


(2) Preußen sind bayerisch.
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Dem Philosoph ist nix zu doof.
Kaudermann
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #76 am: 04. Jan. 2010, 17:08 Uhr »
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Hallo Werner,
 
 
Ich fragte:  "Ist es Dir unmöglich, (D)ich mal nicht als Objektivation zu konzeptualisieren?"
 
 
"Eben deshalb ist es sinnlos, darüber zu diskutieren."
 
 
Das ist keine Antwort, sondern eine implizite apriorische Bewertung von 'Sinnvollem' nach Deinem Gusto.
 
Ich behaupte nicht, mit mir zu sprechen sei 'sinnvoll', weil solche Instanzen von mir erst mal in Frage gestellt werden.
 
'Sinn' ergibt sich im Gespräch in einer Einigung auf sachlicher wie dann auch grösstenteils emotionaler Ebene. Ob das gelingen kann, weiss keiner im Voraus. Ich höre aber gerne andere Sinnbestimmungen! Interessantes Thema.
 
 
"Nahezu jedes Wort verstehst Du in einem Kontext, den Du mir überstülpst."
 
 
Genau das machst Du, wenn Du nachweislich statt von Dir selbst auszugehen, schon immer von der Objektivation des Ichs ausgehst, und mir dann einmal unterstellst, ich würde das auch tun (müssen!...), ein anderes Mal vorwirfst, ich würde mich damit nicht befassen!
So schauts' aus, nicht anders. Das lässt sich ja alles nachlesen.
Ein Eingehen auf meine Argumentationsweise hast Du nicht ein einziges Mal gemacht, Du hast stets nur behauptet, Du verstündest die Argumentation 'wohl', dies aber nie gezeigt, sondern im Gegenteil die offenkundigen und von mir jeweils danach sachlich aufgezeigten Missverständnisse stets als vermeintliches Begreifen ausgegeben und nachlesbar präsentiert.
Ich deute das als arrogante Haltung; so zu tun, als begriffe man, aber nie in die Sache selbst argumentativ reinzugehen, sondern dann stets wieder auf die persönliche Ebene zu gehen, wo Du Dich beklagst, da sei 'Emotionalisiertes, Implusivität', das ein fruchtbares Gespräch verhindere... Genau dieser Trick verhindert ein sachliches Gespräch!!!!!!
Das ist eine unredliche Rhetorik, die ein Desinteresse am Philosophieren nicht verbergen kann.
Es geht Dir um etwas anderes. Was weiss ich nicht genau. Weisst Du es?
 
 
"Mag es vom eigentlichen ablenken oder nicht weiter reichen, wer weiss, ich vermute jedoch eher letzteres."
 
 
Vermute nicht (soll das etwa fruchtbar sein?), lies meine Texte und sprich sachlich dazu!
 
 
"Das im Zitat gezeigte Beispiel steht für den gesamten Verlauf des Diskurses, wo Du Dich immer wieder um die entscheidenden Punkte herumwindest"
 
 
Und die wären?
Du gehst nie auf meinen Punkt ein, dass 'ich' nicht objektivierbar bin, weil jede Objektvation eines 'Ichs' von mir gemacht werden muss, ich als Nicht-Objektivierbares die zwingende Voraussetzung für jede Art Objektivation bin.
Das hast Du nie widerlegen können. Ich wüsste auch nicht, wie man das widerlegen könnte.
 
Zeige sachlich auf, wo ich 'mich um Punkte herumwinde'. Das einfach zu behaupten, ohne diese 'Punkte' anzugeben, könnte ja auch Ausdruck einer 'Emotionalisierung' sein!  Oder warum gibst Du sie nicht an?
 
 
"Eine Unterhaltung setzt grundwegs die Bereitschaft voraus, sich auf  eine gemeinsame Ebene zu begeben."
 
 
Hab' ich bei Dir nicht feststellen können.
Dass ich nicht auf die Ebene der reinen Objektivation gehe ohne (m)ich selbst 'mitzunehmen', das ist zutreffend. Ich habe das aber auch stets begründet und Du konntest es nicht widerlegen.
 
 
"Das ist hier leider kaum möglich, da Du es ja vorziehst, lieber mit Dir selber zu kommunizieren und nach belieben hin und herzuspringen!"
 
 
Pure - sehr wahrscheinlich 'emotionalisierte' - Unterstellerei.
 
Könnte es eine Therapeutenkrankheit sein, immer nur in die Anderen zu gucken und nie mehr in sich selbst?
Dann sind alle Anderen logischerweise 'emotionalisiert' und man selbst der Ruhige, der so wahnsinnig bereit ist, fruchtbare Gespräche zu starten und der so wirklich auf andere eingeht (auch wenn genau das nicht der Fall ist, weil das ja auch nicht mehr überprüft wird)?
 
 
"Es ist müßig, zu versuchen, mit solcherart emotionalen Leuten auf einen grünen Zweig zu kommen,"
 
 
Was wäre 'ein grüner Zweig'?
Das was Du als solchen apriorisch schon vorgibst, ohne es zu benennen? Ev. ohne das selbst zu reflektieren?

 
 
"wenn die Emotionen selbst  nicht thematisiert werden können.
In diesem Sinne: Dann noch viel Spaß!"
 
 
Hihihi, Werni!
Das war mit Sicherheit nicht emotionalisiert, gell!
 
Auch noch '''viel Spass''
 
Aber eine nüchterne Argumentation wäre doch auch mal einen Versuch Wert!  Nicht?
 
 
« Zuletzt bearbeitet: 04. Jan. 2010, 17:15 Uhr von Kaudermann »  IP-Icon gespeichert
Kaudermann
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #77 am: 04. Jan. 2010, 17:26 Uhr »
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"Selbstverständlich kommt das das sprachverschiedene Objekt 'zuerst'."
 
 
Begründe das!
 
 
"Was wäre, wenn es anders wäre?"
 
 
Durch Sprache und Erfahrung konturierte Wahrnehmung wird das Erblicken einer Wurst möglich. Fehlte die, so könnte womöglich wer 'gefüllter Schlauch' sagen, wo einer mit dieser Erfahrung 'Wurst' sagen würde.
Was jetzt das Objekt sei, müsste dann erst durch die beiden mittels Einigung bestimmt werden.
Das Objekt hat keinen Einfluss auf diese Einigung und die darauffolgende Nennung.

 
 
 
"Bevor der erste Mensch gepfurzt hat, gab es das Wort "Pfurz" nicht, denn es ist sinnlos, etwas, das es nicht gibt, zu benennen."
 
 
Warum? Was ist mit dem 'Nichts' oder mit einem 'verständigen hhmoeller'?
 
 
"Solange es aber das Wort "Pfurz" nicht gibt, kann es nach Kaudermann auch keinen Pfurz geben."
 
 
Damit hast Du aber die Objektangabe schon gemacht!
 
 
"Schachmatt! Ohne Pfurz kein Wort, ohne Wort kein Pfurz."
 
 
Mit diesem Satz machst Du bereits Objektangaben.
 
Du wirst nie beweisen können, dass ein Objekt vor seiner Angabe existiere, denn Du musst zwingend Angaben machen, willst Du darüber argumentieren.
 
« Zuletzt bearbeitet: 04. Jan. 2010, 17:28 Uhr von Kaudermann »  IP-Icon gespeichert
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #78 am: 04. Jan. 2010, 17:34 Uhr »

Am 04. Jan. 2010, 16:24 Uhr, schrieb hhmoeller :


Sie hat neben unzähligen unbekannten oder uninteressanten Eigenschaften die durch die chemische Analyse beschriebenen Eigenschaften.
 
Die Beschreibung der Eigenschaften ist bewußtseinsabhängig. Daraus folgt keineswegs, daß auch die beschriebenen Eigenschaften bewußtseinsabhängig sind.

 
Ich würde sagen, die beschriebenen Eigenschaften sind nicht von der Beschreibung abhängig, aber sie sind insofern bewusstseinsabhängig, als dass wir Eigenschaften nur als wahrgenommene Eigenschaften kennen. Insofern muss man streng genommen sagen, dass die (angenommene) BuR (noch) keine Eigenschaften hat, aber offensichtlich das Vermögen, Eigenschaften in der Wahrnehmung hervorzubringen. Diese Differenzierung spielt zugegebenermaßen in der Praxis keine Rolle.
 
Grüße,
WuWei

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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #79 am: 04. Jan. 2010, 17:38 Uhr »

Hallo Kaudermann,
 
[/i]
Das Objekt ist nicht primär und dann erst kommt es zu der Bezeichnung.  
 
Mitterer schreibt das so: "70. Eine Priorität des Objekts gegenüber der Objektangabe kann erst nach der Objektangabe behauptet werden." Es wird aber immer so getan, als sei das sprachverschiedene Objekt 'zuerst'. Moeller argumentiert ständig so (ohne das zu merken).  
[i]

 
In diesem Punkt gebe ich hhmoeller recht, denn bei Mitterer ist es wie bei Seibold: sie vermengen zwei Ebenen, sie tun so, als gebe es keinen Unterschied zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten. Wie du aber selbst einräumen musst, isst du etwas, das du Mettwurst nennst, aber du isst nicht dieses Wort. Also sind Wort und das, was damit gemeint ist, zweierlei.  
 
Wenn du sagst, dass da erst ein Objekt ist, wenn es als Objekt bezeichnet wird, dann stellst du dir gedanklich selbst ein Bein. Das, was du nachher als Objekt bezeichnest, ist auch vorher schon da (zumindest in der Wahrnehmung), es hat nur noch nicht die Bezeichnung "Objekt" (oder irgendeine andere Bezeichnung), und insofern kann man nur mit völlig verkehrtem Sprachverständnis sagen, dass das Objekt noch nicht da ist, bevor man es Objekt nennt.  
 
Das ist, als wenn man sagte: Petra hat noch nicht gelebt, bevor sie auf den Namen Petra getauft wurde. Sie hat aber selbstverständlich auch vorher gelebt, nur hieß sie noch nicht Petra. Hier wird einfach der Sinn von Sprache auf den Kopf gestellt. Wenn ein Wort nicht etwas meinen würde, was nicht es selbst ist, wäre Sprache vollkommen sinn- und wertlos.  
 
Wenn man das weiterspinnt - so wie du mit den Saurierknochen - wird es richtig absurd. Denn dann hättest du heute morgen nur Frühstück gehabt, wenn du auch den Begriff dazu gedacht hast. Hättest du versäumt, "Frühstück" zu denken, hättest du leider keines gehabt . Wenn dir in diesem Moment für immer der Begriff "Frühstück" entfallen würde, hieße das nicht, dass du kein Frühstück mehr genießen könntest, sondern nur, dass du es keinem mehr erzählen könntest, weil du halt den Namen nicht mehr weißt. In deinem Leben würde sich nichts ändern, außer in der Kommunikation.  
 
Im Übrigen hattest du selbst doch eingeräumt, dass Begriffe nicht die Dinge schaffen, sondern aus der noch undifferenzierten Wahrnehmung "herausschälen". Aber das, was nachher mit einem Begriff versehen wird, ist schon vorher da, auch wenn es noch nicht "Ding", "Objekt" oder "Etwas" genannt wird.  
 
Schwieriger ist die Frage bei abstrakten Begriffen. Aber auch wenn man sagt, es gebe keine Wahrheit jenseits des Begriffes "Wahrheit", so heißt das meiner Meinung nach nicht, dass es nichts Gemeintes jenseits des Begriffes gibt. Das Gemeinte ist hier halt kein konkretes Ding, sondern vielleicht nur ein Bündel von Zusammenhängen, die unter einem abstrakten Begriff zusammengefasst.
 
Grüße,
WuWei  
 
« Zuletzt bearbeitet: 04. Jan. 2010, 17:53 Uhr von WuWei »  IP-Icon gespeichert

Afrag del alternabe nut zommur fan sotte!
Kaudermann
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #80 am: 04. Jan. 2010, 18:10 Uhr »
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Hallo Wu,
 
 
"Wie du aber selbst einräumen musst, isst du etwas, das du Mettwurst nennst, aber du isst nicht dieses Wort."
 
 
Aber wenn Du mich fragst, was ich esse, dann kotze ich Dir nicht einen Magenbrei entgegen, sondern mache eben eine saubere Objektnennung.
 
 
"Also sind Wort und das, was damit gemeint ist, zweierlei."
 
 
Schon, aber die Angaben sind im Diskurs prior.
Ohne Angabe von 'Objekthaftigkeit' kann kein Realismus entstehen, auch wenn dieser dann behauptet, die Objekte seien vor ihm schon da gewesen. Es geht also um die Aufdeckung des blinden Flecks in 'realistischen Positionierungen'.
 
 
"Wenn du sagst, dass da erst ein Objekt ist, wenn es als Objekt bezeichnet wird, dann stellst du dir gedanklich selbst ein Bein. Das, was du nachher als Objekt bezeichnest, ist auch vorher schon da (zumindest in der Wahrnehmung)"
 
 
Hier ist aber die Frage:
 
WIE ist es 'schon da' in der Wahrnehmung?
 
Als Objekt oder als durch ANDERE Beschreibungen konstituierte Wahrnehmung!!
 
M.E. ganz klar letzteres!
 
 
"Das ist, als wenn man sagte: Petra hat noch nicht gelebt, bevor sie auf den Namen Petra getauft wurde. Sie hat aber selbstverständlich auch vorher gelebt, nur hieß sie noch nicht Petra."
 
 
Dann würdest Du Sie z.B. als 'Neugeborenes von Anna' bezeichnen.
Eine reine Wahrnehmung des 'Objekthaften' ist nicht vor der Beschreibung von Personen. Du siehst wen, den Du mit Sicherheit kennst, aber dessen Namen Dir entfallen ist, dann ist es 'ein Mann, den ich irgendwo schon gesehen habe und irgend einen eher seltenen Vornahmen hat', frägst Du ihn nach dem Namen, dann wird es Attila. Frägt Dich dann Deine Frau, was du heute erlebst hast, so wirst du sagen, 'Ich habe Attila getroffen' und die vorherige Objektangabe (in Deinem 'inneren Monolog') 'ein Mann, den ich irgendwo schon gesehen habe und irgend einen eher seltenen Vornahmen hat' verwerfen, ja nicht mal mehr dran denken.
 
 
 
"Hier wird einfach der Sinn von Sprache auf den Kopf gestellt. Wenn ein Wort nicht etwas meinen würde, was nicht es selbst ist, wäre Sprache vollkommen sinn- und wertlos."
 
 
Sprache weist auf sprachabhängige Wahrnehmung und Kommunikationserfahrung. Letztlich sind dann beides Bewusstseinsinhalte, die mir erscheinen.
 
 
"Wenn man das weiterspinnt - so wie du mit den Saurierknochen - wird es richtig absurd."
 
 
Finde ich nicht. Was ist an dem Beispiel absurd? Ungewohnt ist es wohl, aber absurd? Ich finde es eher absurd, an eine Vergangenheit zu glauben, die unabhängig von Bewusstseinsinhalten sein soll.
 
 
"Denn dann hättest du heute morgen nur Frühstück gehabt, wenn du auch den Begriff dazu gedacht hast."
 
 
Ja. Was hätte ich sonst gehabt?
 
 
"Hättest du versäumt, "Frühstück" zu denken, hättest du leider keines gehabt ."
 
 
Ein Z'Nüüni ('zu neun Uhr' auf Schweizerdeutsch) wär's dann z.B. gewesen oder ein frühes Mittagessen.
(Bei mir häufig!)
 
 
"Im Übrigen hattest du selbst doch eingeräumt, dass Begriffe nicht die Dinge schaffen, sondern aus der noch undifferenzierten Wahrnehmung "herausschälen"."
 
 
Ja, aber sobald von Dingen gesprochen wird (argumentiert wird), ist die Objektangabe halt vor jeder Folgerung über Objekte, vor jeder erneuten Objektivierung von was 'Neuem'!!!!
 
 
"Aber das, was nachher mit einem Begriff versehen wird, ist schon vorher da, auch wenn es noch nicht "Ding", "Objekt" oder "Etwas" genannt wird."
 
 
Nein. Hierin sind wir ganz uneins! Es steht dann halt schon in einem anderen Sprachzusammenhang!! (Wobei ich hier 'Sprache' als weite fasse, also auch Gebärden, Gesten, das Zeigen, Greifen, emotionaler Ausdruck, Musik)
 
Was zur interessanten Frage führt, ab wann ist es mit wem sinnvoll ein Phänomen als 'Sprache' zu bezeichnen?
 
 
"Schwieriger ist die Frage bei abstrakten Begriffen. Aber auch wenn man sagt, es gebe keine Wahrheit jenseits des Begriffes "Wahrheit", so heißt das meiner Meinung nach nicht, dass es nichts Gemeintes jenseits des Begriffes gibt. Das Gemeinte ist hier halt kein konkretes Ding, sondern vielleicht nur ein Bündel von Zusammenhängen, die unter einem abstrakten Begriff zusammengefasst."
 
 
Ja, aber dieses Bündel ist mit Garantie nicht konsequent sprachverschieden!
 
« Zuletzt bearbeitet: 04. Jan. 2010, 18:12 Uhr von Kaudermann »  IP-Icon gespeichert
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #81 am: 04. Jan. 2010, 18:21 Uhr »

Am 04. Jan. 2010, 17:34 Uhr, schrieb WuWei :

Ich würde sagen, die beschriebenen Eigenschaften sind nicht von der Beschreibung abhängig, aber sie sind insofern bewusstseinsabhängig, als dass wir Eigenschaften nur als wahrgenommene Eigenschaften kennen.

Das heißt. Unser Wissen über die Eigenschaften ist bewußtseinsabhängig.  
 
Am 04. Jan. 2010, 17:34 Uhr, schrieb WuWei :

Insofern muss man streng genommen sagen, dass die (angenommene) BuR (noch) keine Eigenschaften hat, aber offensichtlich das Vermögen, Eigenschaften in der Wahrnehmung hervorzubringen. Diese Differenzierung spielt zugegebenermaßen in der Praxis keine Rolle.

Aus dem Umstand, daß uns die Eigenschaften vor der Wahrnehmung unbekannt sind, folgt nicht, daß es die Eigenschaften nicht gibt. Das wäre ein Fehlschluß a nescire ad non esse.

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Kaudermann
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #82 am: 04. Jan. 2010, 18:30 Uhr »
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"Es gibt"...
 
 
Bist Du überhaupt bereit zu dieser Aussage zu philosophieren, hhmoeller?
 
 
Das wäre nämlich etwas komplett anderes als Existenzzuschreibungen als logische Grundfesten unhinterfragt für die eigene Rhetorik einzusetzen und dann die Aussagen anderer in dieses logische Korsett zu zwingen -  und dann 'Schachmatt' zu pfurzen.
 
 
Ich kann mich nicht erinnern, dass Du je ein Interesse in diese andere Richtung bekundet hast.
 
Ich meine, macht nix, wenn Du da kein Interesse hast, aber dann ist für mich ein ernsthaftes Gespräch mit Dir dazu logischerweise ja nicht möglich.
 
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #83 am: 04. Jan. 2010, 19:13 Uhr »

[quote author=hhmoeller link=board=metaphysik;num=1262348466;start=75#75 date=01/04/10 um 16:24:09]
[/i]Sie hat neben unzähligen unbekannten oder uninteressanten Eigenschaften die durch die chemische Analyse beschriebenen Eigenschaften.[i]
 
Nenne bitte ein Beispiel. Ich bin mir sicher, dass es sich um die Eigenscaft einer Wahrnehmung oder eines Gedankenkonstrukts handeln wird.
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #84 am: 04. Jan. 2010, 19:30 Uhr »

Am 04. Jan. 2010, 18:21 Uhr, schrieb hhmoeller :


Aus dem Umstand, daß uns die Eigenschaften vor der Wahrnehmung unbekannt sind, folgt nicht, daß es die Eigenschaften nicht gibt. Das wäre ein Fehlschluß a nescire ad non esse.

 
Das akzeptiere ich.
 Eine mögliche bewusstseinsunabhängige Realität kann Eigenschaften haben.
 Aber sie sind uns unbekannt, und  wir werden niemals erkennen, ja nicht einmal vermuten können, um welche Eigenschaften es sich handelt.
 
 
 

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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #85 am: 04. Jan. 2010, 19:35 Uhr »

Am 04. Jan. 2010, 16:24 Uhr, schrieb hhmoeller :


Sie hat neben unzähligen unbekannten oder uninteressanten Eigenschaften die durch die chemische Analyse beschriebenen Eigenschaften.
 
Die Beschreibung der Eigenschaften ist bewußtseinsabhängig. Daraus folgt keineswegs, daß auch die beschriebenen Eigenschaften bewußtseinsabhängig sind.
 
Dies wäre ein Fehlschluß de Art
 
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(2) Preußen sind bayerisch.

 
 
Ich fürchte nur,
das mit den Bayern ist schon wieder zu schwierig
für unsere Realitätsbezweifler
 
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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #86 am: 04. Jan. 2010, 19:38 Uhr »

Hi Kauder
Am 04. Jan. 2010, 17:26 Uhr, schrieb Kaudermann :


"Selbstverständlich kommt das das sprachverschiedene Objekt 'zuerst'."
 
Begründe das!
 

 
Jede Neuschöpfung eines Wortes ist eigebettet in bereits vorhandene Wörter, mit einer Ausnahme:  
Bevor der Urmensch das erste Wort aussprach, gab es nur das aus der Wahrnehmung gedanklich "ausgeschälte" Gemeinte und keine anderen Wörter im gedanklichen Umfeld.
Gruß,taunus

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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #87 am: 04. Jan. 2010, 19:39 Uhr »

Am 04. Jan. 2010, 19:30 Uhr, schrieb taunus :


 
Das akzeptiere ich.
 Eine mögliche bewusstseinsunabhängige Realität kann Eigenschaften haben.
 Aber sie sind uns unbekannt, und  wir werden niemals erkennen, ja nicht einmal vermuten können, um welche Eigenschaften es sich handelt.
 
 
 
  

 
aber aber,
wie sollten wir uns denn dann überhaupt zurecht finden können?
 
Worin ich eher ein Problem sehe, ist Hollywood,
zweifellos gut gemacht,
also das Problem, Hollywood mit der Realität zu verwechseln.
 
Salve
 
 

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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #88 am: 04. Jan. 2010, 20:06 Uhr »
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Am 04. Jan. 2010, 17:08 Uhr, schrieb Kaudermann :

Das ist keine Antwort, sondern eine implizite apriorische Bewertung

 
Das könntest du konsequenterweise nicht unterscheiden. Natürlich ist es eine Antwort. Das ist übrigens auch ein Punkt, den du vernachlässigst. Hier meinst du, es wäre keine Antwort nach deinem Geschmack (Gusto). Es ist immer eine Antwort, wenn darauf reagiert wird. Oder stehen dort keine Wörter?
 
 
Zitat:

'Sinn' ergibt sich im Gespräch in einer Einigung auf sachlicher wie dann auch grösstenteils emotionaler Ebene. Ob das gelingen kann, weiss keiner im Voraus. Ich höre aber gerne andere Sinnbestimmungen! Interessantes Thema.

 
Wie ich bereits gesagt habe, die personale Ebene umfasst auch die sachliche. Da du selbst von Gusto gesprochen hattest, gehe ich einfach davon aus, dass Sinn für dich ebenso verstanden wird. Das ist aber wie bei der ganzen Sprachangelegenheit - gerade wenn Sprache irgendwie die Welt sein soll - einfach zu wenig.
 
 
Zitat:

Genau das machst Du, wenn Du nachweislich statt von Dir selbst auszugehen, schon immer von der Objektivation des Ichs ausgehst, und mir dann einmal unterstellst, ich würde das auch tun (müssen!...), ein anderes Mal vorwirfst, ich würde mich damit nicht befassen!
So schauts' aus, nicht anders. Das lässt sich ja alles nachlesen.

 
Ich gehe auch von der Objektivation des Ich aus. Ohne dem gehe ich gar nicht aus. Ich kann doch nicht zuhause bleiben, wenn ich ins Kino will.  
Versuchst du abzulocken, dass man dir zu nahe kommt? Mir scheint das so, da ist so eine starke Abneigung gegen Objektivation (die, wenn sie einen selbst betrifft, so etwas wie Gesehenwerden "impliziert").
 
 
 
Zitat:

Du gehst nie auf meinen Punkt ein, dass 'ich' nicht objektivierbar bin, weil jede Objektvation eines 'Ichs' von mir gemacht werden muss, ich als Nicht-Objektivierbares die zwingende Voraussetzung für jede Art Objektivation bin.
Das hast Du nie widerlegen können. Ich wüsste auch nicht, wie man das widerlegen könnte.

 
So wie du (oder jeder andere) nicht weiß, WIE er wahrnimmt, so wirst auch du objektiviert, so "bist" du schon objektiviert.
Wenn du das nicht zuließest, wärst du gar nicht (auch) "hier".
 
 
 
 
Zitat:

Pure - sehr wahrscheinlich 'emotionalisierte' - Unterstellerei.

 
Wer weiß das schon so genau?
 
 
Zitat:

Könnte es eine Therapeutenkrankheit sein, immer nur in die Anderen zu gucken und nie mehr in sich selbst?
Dann sind alle Anderen logischerweise 'emotionalisiert' und man selbst der Ruhige, der so wahnsinnig bereit ist, fruchtbare Gespräche zu starten und der so wirklich auf andere eingeht (auch wenn genau das nicht der Fall ist, weil das ja auch nicht mehr überprüft wird)?

 
Von nichts kommt nichts. Die Emotionen können ja geweckt worden sein und man sieht dann im anderen etwas. So wie du dich Lächerlichkeit in den Worten Anderer hier siehst, könnte man eben auch Emotionen in den Worten wieder Anderer lesen.
 
 
 
Zitat:


Hihihi, Werni!
Das war mit Sicherheit nicht emotionalisiert, gell!
 
Auch noch '''viel Spass''
 
Aber eine nüchterne Argumentation wäre doch auch mal einen Versuch Wert!  Nicht?

 
Sag das mal wokarb!
 
 

 

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Re: Wissenschaft & bewusstseinsunabhängige Realitä
« Antworten #89 am: 04. Jan. 2010, 22:02 Uhr »

Am 04. Jan. 2010, 19:13 Uhr, schrieb taunus :

[/i]Sie hat neben unzähligen unbekannten oder uninteressanten Eigenschaften die durch die chemische Analyse beschriebenen Eigenschaften.[i]
 
Nenne bitte ein Beispiel. Ich bin mir sicher, dass es sich um die Eigenscaft einer Wahrnehmung oder eines Gedankenkonstrukts handeln wird.

Egal welches Beispiel ich Dir nenne, es handelt sich stets um die Beschreibung einer Eigenschaft. Diese Beschreibung wird stets durch Schlußfolgerungen aus Beobachtungen abgeleitet sein.  
 
Du wirst wahrscheinlich versucht sein, daraus zu schließen, daß dann auch die beschriebene Eigenschaft eine Beobachtung oder ein Gedankenkonstrukt ist.
 
Dies wird jedoch ein Fehlschluß sein, wie der folgende:
 
(1) "Preiß'n san deppert" ist bayerisch.


(2) Preußen sind bayerisch.
 
(1) ist eine Beschreibung der Preußen. Diese Beschreibung hat eine Eigenschaft, nämlich die, bayerisch zu sein.  
 
Die Konklusion (2) ist offenbar falsch, sie ist widersprüchlich, weil ein Preuße nicht bayerisch sein kann.
 
Damit wird klar, daß es ein Fehlschluß ist, zu folgern, daß eine Eigenschaft, die einer Beschreibung zukommt auch dem Beschriebenen zukommen muß.
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