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   Autor  Thema: Zuständig fürs Ganze  (Gelesen 1908 mal)
Alltag (Offline)
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Beiträge: 1819
Zuständig fürs Ganze
« am: 03. Feb. 2010, 22:45 Uhr »

In Zeiten hoch spezialisierter Arbeitsteilung und der Individuation ist in vielfältiger Weise für die Teile gesorgt. Aber, wie ist fürs Ganze gesorgt? Kann überhaupt jemand fürs Ganze zuständig sein? Früher sahen sich Fürst, König, Kaiser, der Papst oder irgendein anderer Souverän als zuständig fürs Ganze. In Umkehrung der Weisheit, dass „Das Ganze mehr ist als die Summe der Teile!“, ist für das Ganze so weit wie möglich gesorgt, sobald jeder Einzelne sich aus seiner Zuständigkeit für einen Teil heraus und darüber hinaus auch als mitverantwortlich fürs Ganze versteht.
 
Ist das eine bekannte Antwort? Eine nachvollziehbare? Eine ausreichende?
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Kaudermann
Ehemaliges Mitglied
Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #1 am: 03. Feb. 2010, 23:17 Uhr »
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Ein System, welches das Ganze unhaltbar und krank macht, kann nicht akzeptiert werden. Die Nummer 'Fange bei Dir selber an' nützt nichts, wenn das doch innerhalb gesetzlicher und phantasmatischen Grenzen 'des Ganzen' passieren muss. Das zeigt sich dann auch unausweichlich rasch.
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wokarb
Ehemaliges Mitglied
Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #2 am: 04. Feb. 2010, 08:16 Uhr »
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Am 03. Feb. 2010, 22:45 Uhr, schrieb Alltag :


1. In Zeiten hoch spezialisierter Arbeitsteilung und der Individuation ist in vielfältiger Weise für die Teile gesorgt.
2.  Aber, wie ist fürs Ganze gesorgt? Kann überhaupt jemand fürs Ganze zuständig sein?  
3. Früher sahen sich Fürst, König, Kaiser, der Papst oder irgendein anderer Souverän als zuständig fürs Ganze.  
4. In Umkehrung der Weisheit, dass „Das Ganze mehr ist als die Summe der Teile!“, ist für das Ganze so weit wie möglich gesorgt, sobald jeder Einzelne sich aus seiner Zuständigkeit für einen Teil heraus und darüber hinaus auch als mitverantwortlich fürs Ganze versteht.
 
5. Ist das eine bekannte Antwort? Eine nachvollziehbare?
6.  Eine ausreichende?

Zu 1.:
Was ist hier mit Individuation gemeint ...
Zu 2.:
Ja! Das sog. "Ganze" selbst ... Es ist wahrscheinlich das UNI-versum...
Zu 3.:
Die sind nur noch als Karrikaturen und Verwalter des "getauten Schnees von gestern und vor-gestern" präsent ...wie z.B. In Gestalt dieses unfehlbar dogmatischen Cäsaren-Papisten   - oder der mehr oder weniger lächerlichen Queen aus England:  
"God shave the Queen...."
Zu 4.:
In dieser schön klingenden Formulierung stecken mehr Fragen als Antworten ....
Zu 5.:
Bekannt und nachvollziehbar schon ....Aber so what
Zu 6.:
Naürlich nicht ...
Aber was ist heutzutage schon "ausreichend" oder gar "befriedigend"....
wokarb

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Wolfgang_Horn (Offline)
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Beiträge: 4553
Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #3 am: 04. Feb. 2010, 12:20 Uhr »

Hi, Alltag,
 
Du: In Zeiten hoch spezialisierter Arbeitsteilung und der Individuation ist in vielfältiger Weise für die Teile gesorgt. Aber, wie ist fürs Ganze gesorgt? Kann überhaupt jemand fürs Ganze zuständig sein?
 
Die letzte Frage zuerst: Man könnte eine Person nur das verantwortlich erklären, was sie auch beherrscht und im Sinne ihrer Verantwortung beeinflussen kann.
Lächerlich wirkt derjenige Manager, der seinem Mitarbeiter eine Aufgabe gibt, die nicht mal ein Gott erfüllen könnte.
 
Zum Rest Platt geantwortet: Adolf Hitler hat sich verantwortlich erklärt für das Ganze.
 
Du sprichst das uralte Spannungsfeld zwischen Ordnungspolitik und Freiheitspolitik an.
 
Die Meinung der Menschen dazu schwankt mal in die eine Richtung, und mal in die andere. Nach dem Chaos der Weltwirschaftskrise nach dem ersten Weltkrieg waren die Deutschen froh, dass da einer strenge Ordnung versprach.
 
Der "real existierende Sozialismus" meinte, eine Staatsbürokratie in der "richtigen" Überzeugung fester Ideologen sei der Garant für das Wohl des Volkes.
Die FDP (die derjenigen, denen der Schrecken der NS-Zeit noch in den Knochen saß) befürwortete das Gegenteil - eine Wirtschaft freier Unternehmer sei der bessere Weg.
 
Ich habe keine Beweise für oder gegen in diesem Streit.
 
Aber, Alltag.
Aus Deiner Formulierung "ist...gesorgt" interpretiere ich die Grundhaltung, die Welt funktioniere nur, weil dafür gesorgt sei.
 
Einst meinten die Menschen verschiedener Völker, ihrer der verschiedenen Götter sorge dafür, dass die Welt auch im Einflussgebiet anderer Götter funktioniere.
 
Mit dem Angebot "ich schaffe Ordnung, ich sorge dafür, dass alles funktioniert" kann man Dumme finden. Deshalb habe ich Adolf Hitler erwähnt, und ich habe ihn auch erwähnt, weil seine Bösartigkeit auch heute noch Anhänger hat.
 
 
Zum Konstruktiven:
Mal angenommen, Alltag, das Wohl Deines Volkes (was immer Du damit bezeichnest) sei Dir wichtiger als alles andere.
 
Dann wirst Du die Risiken und Bedrohungen dafür betrachten und wirst tun wollen, was Du tun kannst und tun magst.
 
Deine Frage ganz oben gilt für alle Menschen. Auch für die Konkurrenten Deines Volkes.
 
Damit reduziert sich die Frage auf die Frage für Dein Volk: Mit welcher Wirtschaftspolitik werden wir besser fahren?
Und damit sind wir wieder in der Politik.
 
Schliesse Dich doch der Partei an, in der Du Deine Vorstellung am Besten umsetzen kannst.
 
Ciao
Wolfgang Horn
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Geometriker (Offline)
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In ewigen Verwandlungen begegnet uns der Gesang hinnieden

   
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Beiträge: 79
Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #4 am: 04. Feb. 2010, 12:22 Uhr »

Genau !
 
http://die-violetten.de/
 
 
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http://www.youtube.com/watch?v=gxj24ExkL24
wokarb
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Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #5 am: 04. Feb. 2010, 14:47 Uhr »
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"Wer viel denkt, eignet sich nicht zum Parteimann. Er denkt sich zu bald durch die Partei hindurch."
Schöne Grüße von Meister NIETZSCHE ....
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Alltag (Offline)
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Beiträge: 1819
Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #6 am: 04. Feb. 2010, 22:01 Uhr »

Ja, was soll das Ganze? Es bleibt so oder so nur teilweise Verstanden und daher vage, offen, umstritten. Umstritten, wie beispielsweise durch die politischen Parteien, durch die Entourage charismatischer Figuren, usw. Besteht die Kunst darin es vage und offen zu halten? Zustimmend heisst das: Es ist als Freiraum zu gestalten.  
 
Individuation ist gemäss Fremdwörterduden der Prozess der Selbstwerdung des Menschen, in dessen Verlauf sich das Bewusstsein der eigenen Individualität bzw. der Unertschiedenheit von anderen zunehmend verfestigt;  
Gegensatz: Sozialisation ... Sozialisation ist der Prozess der Einordung des Individuums in die Gesellschaft u. die damit verbunden Übernahme gesellschaftlich bedingter Verhaltensweisen.  
 
In Anwendung der Weisheit, dass „Das Ganze mehr ist als die Summe der Teile!“ könnten die Individuuen die Teile sein und die Gesellschaft das Ganze : Jeder Einzelne festigt im Prozess der Selbstwerdung seine Unterschiedenheit, indem er damit verbundene Verhaltensweisen mitträgt. Die Gesellschaft als das Ganze ist damit als Freiraum zu gestalten.  
 
Lag dem "Palaver vom Volk" je das Ganze als Freiraum zugrunde? Gründete das "Palaver vom freien Unternehmertum" je im Ganzen als Freiraum?  
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wokarb
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Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #7 am: 05. Feb. 2010, 09:25 Uhr »
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Am 04. Feb. 2010, 22:01 Uhr, schrieb Alltag :

Ja, was soll das Ganze? Es bleibt so oder so nur teilweise Verstanden und daher vage, offen, umstritten. ....
 

Meine unmaßgebliche Vermutung:
Das Ganze = UNI-versum kann zwar niemals abschließend theoretisch begriffen werden (weder durch Physiker/Kosmologen noch durch Hirn-Forscher, Theologen, Philosophen usw.), aber es kann prinzipiell verstanden werden, wenn Mahatma GANDHI recht hätte:
"Wer sich selbst erkennt, erkennt das Universum."
 
Helaafau

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Hanspeter (Offline)
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Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #8 am: 05. Feb. 2010, 13:12 Uhr »

Man kann über einen Begriff nur sinnvoll diskutieren, wenn man ihn vorher klar definiert. Sonst kommt leeres Geschwätz heraus, wie solche Sprüche von Gandhi.
 
Also, was ist das Ganze?
1. Unser gesamtes Wissen über das Universum? Kann kein Einzelner mehr erfassen.
2. Das Ziel, wohin sich die Menschheit entwickelt, entwickeln soll? Ist aufgrund der unterschiedlichsten Zielsetzungen, die die verschiedenen Religionen oder politischen Ideologien vorgeben, verschieden.
3. Die politische Entwicklung unseres Landes? Da gilt dasselbe wie für 2.  
 
Eine andere Definition des Ganzen fällt mir im Moment nicht ein, Alltag, der das Thema vorgegeben hat, soll sagen, was er darunter versteht.
 
PS. Der Satz, "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" ist, wenn auch angeblich von Aristoteles, unsinnig. Die Teile haben nämlich oft Eigenschaften, die für das Ganze irrelevant sind. Und die Summe der Ziegel eines Hauses ist nicht mehr als das Haus selbst - simple Algebra.
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Ivanka (Offline)
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Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #9 am: 05. Feb. 2010, 13:21 Uhr »

Am 05. Feb. 2010, 09:25 Uhr, schrieb wokarb :


 
"Wer sich selbst erkennt, erkennt das Universum."
 

Ich seh das auch so. Wissenschaft ist mir zu begrenzt.
Gruß

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wokarb
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Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #10 am: 05. Feb. 2010, 14:18 Uhr »
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Am 05. Feb. 2010, 13:12 Uhr, schrieb Hanspeter :


1. Man kann über einen Begriff nur sinnvoll diskutieren, wenn man ihn vorher klar definiert.
2.  Sonst kommt leeres Geschwätz heraus, wie solche Sprüche von Gandhi.
....

Zu 1.:
Und wie wird die Klarheit der definierenden Begriffe (= definiens) erzeugt ...
Zu 2.:
Mahatma GANDHI hat mich "beauftragt"   mitzuteilen, dass ihn die Charakterisierung seines  
sog. "Spruches" als "leeres Geschwätz" nicht interessiert ...

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Meisterdieb (Offline)
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Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #11 am: 05. Feb. 2010, 17:25 Uhr »


 
Ich hab´ mein Ding auf mich gestellt! Wie sollte ich fürs Ganze sorgen, zwar habe ich die Macht 30 Enten auf einen Schlag mit Brotkrumen zu versorgen, aber schon ein einzelner Mensch überfordert meine Mittel. Das Ganze, die Gemeinschaft, der Staat, der Mensch, alles grobe Hilfskonstruktionen, um nicht an der Wahrheit, nämlich einer chaotischen Welt, zu verzweifeln.
« Zuletzt bearbeitet: 05. Feb. 2010, 17:26 Uhr von Meisterdieb »  IP-Icon gespeichert

Meisterdieb bedient Sie vorteilhaft!
Der Unterschied zwischen einem nahezu richtigen Wort und einem treffenden ist groß - es ist der Unterschied zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz!
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Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #12 am: 06. Feb. 2010, 00:38 Uhr »

Am 05. Feb. 2010, 13:12 Uhr, schrieb Hanspeter :


 
...., Alltag, der das Thema vorgegeben hat, soll sagen, was er darunter versteht.  
 
...

 
Das <Ganze> bleibt missverstanden, wenn es, als zu verstehen, verstanden wird. Denn das Ganze bleibt (definitorisch) so oder so nur teilweise Verstanden und es bleibt daher vage, offen, umstritten.
 
Es geht mir, obwohl oder gerade weil Alltag nicht Aristoteles ist, auch darum, die dem Satz "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" inne wohnende Weisheit herauszuwinden.  
 
Einzelne, sie können noch so gut sein, schaffen es alleine nicht, fürs Ganze zu sorgen, aber in der Summe kommen sie dem Ganzen näher, vorausgesetzt sie sehen sich, obwohl sie ganz sind, nicht als das Ganze.  
 
Das Haus bleibt Teil, obwohl es beispielsweise ganz vor mir steht, oder ich ganz von ihm umgeben bin. Die Summe der Ziegel usw. macht erst ein Haus aus, wenn jemand ausserhalb der Summe (d.h. etwas das nich aufsummiert wurde) dem Haufen die Form und durch dessen Nutzung die Funktion <Haus> gibt. Daher ist klar, dass das, was ganz ist, noch lange nicht das Ganze ist.  
 
Die Weisheit "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" lehrt uns mehr über das, was Teil ist, als über das, was das Ganze ist: Als Teil unterscheiden wir uns vom Ganzen, obwohl wir ganz sind. Weil wir ganz sind, können wir (jeder Einzelne) aus uns heraus Anderes umsorgen.

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wokarb
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Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #13 am: 06. Feb. 2010, 07:02 Uhr »
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Am 05. Feb. 2010, 17:25 Uhr, schrieb Meisterdieb :


 
Ich hab´ mein Ding auf mich gestellt! ....

 
Dein Ding...
Dein Ding an sich
Dein Ding an und für sich
Wie stellt man(n) sein Ding auf sich
 
Na ja, wokarb muss ja nicht alles wissen ...

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Hanspeter (Offline)
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Re: Zuständig fürs Ganze
« Antworten #14 am: 06. Feb. 2010, 11:42 Uhr »

Am 06. Feb. 2010, 00:38 Uhr, schrieb Alltag :


 
1. Das <Ganze> bleibt missverstanden, wenn es, als zu verstehen, verstanden wird. Denn das Ganze bleibt (definitorisch) so oder so nur teilweise Verstanden und es bleibt daher vage, offen, umstritten.
 
2. Es geht mir, obwohl oder gerade weil Alltag nicht Aristoteles ist, auch darum, die dem Satz "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" inne wohnende Weisheit herauszuwinden.  
 
Einzelne, sie können noch so gut sein, schaffen es alleine nicht, fürs Ganze zu sorgen, aber in der Summe kommen sie dem Ganzen näher, vorausgesetzt sie sehen sich, obwohl sie ganz sind, nicht als das Ganze.  
 
Das Haus bleibt Teil, obwohl es beispielsweise ganz vor mir steht, oder ich ganz von ihm umgeben bin. Die Summe der Ziegel usw. macht erst ein Haus aus, wenn jemand ausserhalb der Summe (d.h. etwas das nich aufsummiert wurde) dem Haufen die Form und durch dessen Nutzung die Funktion <Haus> gibt. Daher ist klar, dass das, was ganz ist, noch lange nicht das Ganze ist.  
 
Die Weisheit "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" lehrt uns mehr über das, was Teil ist, als über das, was das Ganze ist: Als Teil unterscheiden wir uns vom Ganzen, obwohl wir ganz sind. Weil wir ganz sind, können wir (jeder Einzelne) aus uns heraus Anderes umsorgen.  

 
1. Es geht zunächst nicht um die Frage, ob man das Ganze verstehen kann, sondern darum, zu klären, was man unter dem Begriff "Ganzes" konkret versteht. Wenn man aber definiert, das Ganze sei etwas, was man nicht verstehen kann, erübrigt sich mE eine Diskussion.
 
2. Die in diesem Satz innewohnende Weisheit scheint mit gering zu sein. Wörtlich gesehen ist er Nonsense, denn er ist eigentlich eine schlecht formulierte falsche mathematische Aussage: Sieht man das Ganze als eine Einheit, also 1, so ist die Summe seiner Teile stets größer.
 
Ansonsten: Die Summe der Teile eines Ganzen ist für das Ganze niemals aussagekräftig. Die Summe der Teile eines Hauses ist ohne Probleme mit einer Zahl im Bereich von etwa 10^30 anzusetzen (aus so vielen Atomen besteht es mindestens, wobei man noch, wenn man will, die Atome weiter unterteilen könnte). Es gibt aber sicher fast unendlich viele Objekt, für die diese Aussage zutrifft. Also ist sie wertlos.  
Die möglicherweise dahinterstehende Idee, dass eine Sache Eigenschaften hat, die aus den Eigenschaften seiner Bestandteile nicht zu erkennen ist, kann ich ohne weiteres akzeptieren, doch dann muss der Satz besser formuliert werden. Klar, die Eigenschaften des Wassers sind aus seinen Bestandteilen H und O nicht ableitbar.

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